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ManCity zu Gast auf Schalke

Krisen-Schalker empfangen "die beste Mannschaft Europas"

19.02.2019 13:03
Der FC Schalke findet in der aktuellen Saison einfach nicht zu seiner Form
Der FC Schalke findet in der aktuellen Saison einfach nicht zu seiner Form

Gegen den Titelfavoriten Manchester City ist Schalke 04 krasser Außenseiter. Der kriselnde Vizemeister könnte sich für längere Zeit von der Champions League verabschieden.

Die Chance auf eine Sensation ist verschwindend gering, eine schnelle Rückkehr auf Europas Fußball-Bühne äußerst unwahrscheinlich - und die Spekulationen um einen vorzeitigen Abschied von Manager Christian Heidel nehmen Fahrt auf: Ausgerechnet vor dem schwersten Spiel des Jahres hat sich sich beim abgestürzten Vizemeister Schalke 04 die Krise verschärft.

"Da kommt die momentan beste Mannschaft in Europa", warnte Stürmer Guido Burgstaller vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League am Mittwoch gegen Manchester City: "Aber wir werden nicht vorher schon die weiße Fahne hissen."

Schalke so schlecht wie seit 20 Jahren nicht

Die Vorfreude auf das ungleiche Duell mit dem englischen Meister und dem Rückkehrer Leroy Sané ist getrübt. Nicht nur wegen der desaströsen sportlichen Situation: Nach vier Bundesliga-Spielen in Folge ohne Sieg ist Schalke auf Rang 14 abgestürzt und steht mit 23 Punkten nach 22 Spielen so schlecht da wie zuletzt vor 20 Jahren. Nur über den DFB-Pokal scheint der Weg ins internationale Geschäft noch möglich - angesichts der erschreckend schwachen Leistungen der letzten Wochen aber äußerst beschwerlich.

Zu allem Überfluss hat der in die Kritik geratene Heidel seine Zukunft in Gelsenkirchen infrage gestellt und damit schon die Nachfolger-Diskussion ausgelöst. Der langjährige Bremer Manager Klaus Allofs ließ bereits Interesse erkennen: "Ich bin aufmerksam, wenn sich was tut." Heidel hatte öffentlich Bedingungen gestellt, damit er seinen Vertrag bis 2020 erfüllt.

Die "notwendigen wirtschaftlichen Voraussetzungen" forderte der Sportvorstand im "SZ"-Interview ein - nachdem er seit seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren fast 160 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben hatte. Wegen seiner wenig erfolgreichen Transferpolitik schlägt Heidel auch intern Kritik entgegen. Aufsichtsratschef Clemens Tönnies dachte schon laut darüber nach, ihm einen Berater zur Seite zu stellen.

Uth hat "keinen Bock, mich hinten reinzustellen"

Auf dem Rasen droht Schalke in den Duellen mit dem Titelfavoriten ManCity ein Debakel - wegen der riesigen Qualitätsunterschiede der Mannschaften, aber auch wegen der aktuellen Form. Beim 0:0 gegen den SC Freiburg zeigten sich die Königsblauen einmal mehr erschreckend plan- und ideenlos. Das Starensemble von Trainer Pep Guardiola erzielte dagegen in den letzten beiden Pflichtspielen zehn Tore.

Auch die Buchmacher trauen Schalke trotz Heimvorteil im ersten Spiel so gut wie nichts zu: Für einen Sieg der Gastgeber am Mittwoch würde bwin den zehnfachen Einsatz auszahlen.

Trotz der eindeutigen Ausgangslage hat Stürmer Mark Uth "keinen Bock, mich da 90 Minuten hinten reinzustellen". Der Nationalspieler, der in dieser Saison erst vier Pflichtspieltore erzielt hat, forderte: "Wir müssen auch Fußball spielen."

Tedesco will mit Schalke in die Trickkiste greifen

Welche Qualität Schalke in den letzten Jahren verloren hat, wird auch am Mittwoch deutlich. Leroy Sané, in der Gelsenkirchener "Knappenschmiede" ausgebildet, ist in Manchester seit seinem Wechsel 2016 für 50 Millionen Euro zu einem internationalen Topspieler gereift.

"Er ist ein außergewöhnlicher Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten", sagte Trainer Domenico Tedesco: "Es wird schwer für uns, ihn zu verteidigen, ihn in den Griff zu bekommen. Da müssen wir in die Trickkiste greifen.

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