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"Wie es momentan ist, lasse ich es bleiben"

Nach WM-Aus: Felix Neureuther deutet Karriereende an

17.02.2019 16:58
Neureuther fordert Änderungen beim Deutschen Skiverband
Neureuther fordert Änderungen beim Deutschen Skiverband

Skirennläufer Felix Neureuther macht die Fortsetzung seiner erfolgreichen Karriere von gravierenden Veränderungen in seinem engsten Trainingsumfeld und beim Deutschen Skiverband (DSV) abhängig.

"Fakt ist, so wie es momentan ist, lass ich es bleiben", sagte Neureuther nach dem WM-Slalom im schwedischen Are, in dem er wegen eines "Einfädlers" im Finale disqualifiziert worden war.

Er wolle die Saison noch zu Ende fahren, sagte Neureuther, und den Winter danach analysieren - "auch in welche Richtung der Verband ziehen will. Das muss man schon ganz klar sagen. Wenn ich das Gefühl habe, dass das die richtige Richtung ist, dann bin ich dabei und hätte große Freude daran." Aber nur dann: "Es müssen schon auch ein paar Dinge geändert werden."

Die Trainer nahm Neureuther von seiner Kritik aus, er kritisierte aber die Leistung einiger namentlich nicht genannter Teamkollegen. Auch deutete der 34-Jährige an, dass er nach wie vor Probleme mit dem Material hat. "Ich muss wieder fühlen, dass ich konkurrenzfähig bin", sagte Neureuther. Er freue sich auf das Leben danach, "ich bin aber halt auch noch leidenschaftlicher Skifahrer".

Das Interview mit Felix Neureuther in voller Länge:

Felix Neureuther, Sie wurden im zweiten Lauf des WM-Slaloms disqualifiziert wegen eines Einfädlers. War Ihnen gleich klar, was passiert ist?"

Ich war mir nicht ganz sicher, deswegen bin ich auch weitergefahren.

Welche Gedanken schießen einem dann im Ziel durch den Kopf?

Ja, bitter. Als ich im Ziel und Zweiter war, wusste ich, das war's mit der Medaille, und deswegen war da der Ärger schon sehr groß. Aber am Ende war's ja eh wurscht.

Können Sie trotzdem mit Ihrer Leistung etwas anfangen?

Die wäre gut gewesen, absolut, das war skifahrerisch ein großer Schritt in die richtige Richtung, die beste Saisonleistung von mir.

Und wie geht's jetzt weiter?

Jetzt muss ich die WM erst mal sacken lassen, es waren turbulente letzte Wochen, ich habe wirklich noch mal alles probiert, alles in die Waagschale zu werfen bei der WM. Und dann überschlägt's mich vor drei Tagen, ich liege den ganzen Tag auf der Physio-Liege mit einem Loch im Kopf. Als ich am Start gestanden bin, war ich alles andere als fit und bin trotzdem gut gefahren, das zeigt mir, dass ich schon noch schnell Ski fahren kann.

Und wie lange noch?

Ich bereite mich jetzt auf Kranjska Gora und das Finale vor, dann werde ich mich zusammensetzen mit den Trainern, und dann muss ich für mich entscheiden, was für mich am sinnvollsten ist.

Neureuther übt Kritik am DSV

Welche Faktoren spielen denn eine Rolle?

Es müssen schon auch ein paar Dinge geändert werden. Wenn ich das Gefühl habe, dass es in die richtige Richtung geht, und ich mir sicher bin, dass ich wirklich noch mal auf ein Niveau komme, wo es um Siege geht, würde es mir wahnsinnig viel Spaß machen, noch weiter Rennen zu fahren. Ich freue mich sehr aufs Rennen danach, ich bin aber halt auch noch leidenschaftlicher Skifahrer."

Das klingt nach Kritik am Verband

So, wie wir uns als Mannschaft präsentiert haben bei den Rennen, das war nicht das, was wir können. Da muss man analysieren, an was es gelegen hat, auch in welche Richtung der Verband ziehen will. Das muss man schon ganz klar sagen. Wenn ich das Gefühl habe, dass das die richtige Richtung ist, dann bin ich dabei und hätte große Freude daran. So, wie es gerade ist, wie ein paar Entscheidungen getroffen werden, war es für mich klar, dass es schwierig wird.

Was genau meinen Sie

Das ist intern. Fakt ist, so wie es momentan ist, lass ich es bleiben.

"Wovon hängt Ihre Zukunft als Skirennläufer denn ab?

Das sind ein paar Faktoren, alles drum und dran.

Liegt es auch an den Trainern

Nein, nein, hinter unseren Trainern stehe ich wie noch was. Wenn jemand nicht Schuld hat, dann sie. So wie wir uns insgesamt als Mannschaft präsentiert haben, schwierig. Stefan (Luitz) nehme ich raus, Dominik (Stehle) auch.

Warum sind die anderen Athleten im Team für Sie überhaupt wichtig?

Weil ich ein Teil davon bin. Das Material ist ein anderes Thema, wie es da weitergeht. Ich muss wieder fühlen, dass ich konkurrenzfähig bin.

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