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"Unmögliches" vollbracht: Paulding schießt die Bayern ab

15.02.2019 11:49
Rickey Paulding hat den FC Bayern abgeschossen
Rickey Paulding hat den FC Bayern abgeschossen

Die EWE Baskets Oldenburg haben Bayern München in der Basketball-Bundesliga die erste Saisonniederlage beigebracht. Und wer machte alles klar? Natürlich Klubikone Rickey Paulding.

Mit einer Seelenruhe stand Rickey Paulding an der Linie. Der erste Freiwurf: drin, der zweite: drin, der dritte: auch drin. Und dann gab es kein Halten mehr. Dass die Klubikone der EWE Baskets Oldenburg mit Nerven wie Drahtseilen dem großen FC Bayern im 20. Saisonspiel der Bundesliga die erste Niederlage beibrachte, war natürlich geplant.

"Die Legende hat es wieder geschafft, ein weiteres Kapitel ihrer Karriere in Oldenburg zu schreiben", sagte Trainer Mladen Drijencic nach dem umjubelten 83:82 (50:54) über den Meister. Sein Plan für die Schlusssekunden war perfekt aufgegangen, auch wenn die Bayern kräftig mithalfen.

8,6 Sekunden waren noch auf der Uhr, Oldenburg lag 80:82 hinten. "Und in so einer Situation, wem gibt man da den Ball? Rickey Paulding natürlich", erklärte Drijencic später - so lief es. Die EWE Baskets gingen auf Sieg, Paulding setzte zum Dreier an und wurde von Starspieler Derrick Williams gefoult. Die fälligen Freiwürfe waren alle drin, die Bayern konnten nicht mehr antworten.

"Pauldingburg since 07/08"

"Wir haben einfach nicht aufgegeben. Sie sind ein großartiges Team, aber heute haben wir für jeden Ball gekämpft", sagte Paulding bei "MagentaSport", auf dem Arm hatte er seine kleine Tochter Marleigh. Der Mann des Tages redete nicht über seine Glanzleistung, sondern lobte das Kollektiv. "Auch als wir Fehler gemacht haben, sind wir ruhig geblieben und zurückgekommen."

An diesem besonderen Abend wurde wieder deutlich, warum sie dem mittlerweile 36-Jährigen in Oldenburg ein Denkmal gesetzt haben. Unweit der Arena wurde vor etwas mehr als zwei Jahren ein riesiges Bild des Kapitäns auf eine Wand gesprayt, "Pauldingburg since 07/08" steht darauf. Damals war der Starspieler aus Frankreich zu den EWE Baskets gekommen.

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Paulding, der mit dem Klub Meister (2009) und Pokalsieger (2015) wurde, hat seinen Vertrag gerade erst bis 2020 verlängert. Im Herbst geht der Routinier aus Detroit in seine 13. Saison bei den Niedersachsen. "Rickey ist das Herz und der Anführer unserer Mannschaft", sagte Drijencic.

Es brauchte mehr als Paulding, um im Gipfel zu triumphieren. Oldenburg empfing den ungeschlagenen Spitzenreiter München als Tabellenzweiter und legte mächtig los. 27:11 stand es nach den ersten zehn Minuten, doch die Bayern kamen zurück und holten sich 1:21 Minuten vor Schluss die Führung (80:79). Der Rest ist Geschichte.

"Wahrscheinlich haben wir fast Unmögliches geschafft"

"Was soll man sagen? Wahrscheinlich haben wir fast Unmögliches geschafft. Das ist die beste Mannschaft in der Geschichte des FC Bayern", sagte Drijencic. Die Marschroute sei einfach gewesen: "Wir wollten 40 Minuten um jeden Zentimeter kämpfen und alles aus uns herausholen."

Mit 32:8 Punkten konnten die Oldenburger den Rückstand verkürzen. Die Bayern (38:2) führen aber weiter deutlich und werden sich den Hauptrundensieg kaum nehmen lassen. Die Enttäuschung bei Trainer Dejan Radonjic hielt sich in Grenzen: "Eine Niederlage mit nur einem Punkt, aber darüber will ich jetzt nicht klagen."

Am Wochenende haben die Bayern frei, das Pokalfinale zwischen Brose Bamberg und Alba Berlin steht am Sonntag (15:00 Uhr) an. München war im Viertelfinale an Berlin gescheitert und kann seinen Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen. Aber die Pause wird guttun.

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