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Licht und Schatten vor Skisprung-Heimspiel in Willingen

14.02.2019 10:56
Stephan Leyhe hofft auf einen Podestplatz
Stephan Leyhe hofft auf einen Podestplatz

Für die deutschen Skispringer steht beim Heim-Weltcup in Willingen die WM-Generalprobe auf dem Programm. Vor allem Lokalmatador Stephan Leyhe steht im Fokus.

Für Stephan Leyhe hat sich in den vergangenen 16 Jahren einiges verändert. Damals, im Februar 2003, war er beim Skisprung-Weltcup in seiner Heimat Willingen als rasender Reporter für den Tigerenten-Club der "ARD" unterwegs. Auch den damaligen Vorzeigespringer Sven Hannawald hatte der Elfjährige vor dem Mikrofon. Inzwischen gehört Leyhe selbst zur Elite der deutschen Adler. Vor seinem Heimspiel am Wochenende ist Leyhe Teil einer Mannschaft, die vor der anstehenden WM in Seefeld (19. Februar bis 3. März) nach Konstanz sucht.

Im Gesamtweltcup ist Leyhe als Siebter der beste Springer des Deutschen Skiverbandes (DSV). Der Tourneedritte feierte gleich beim Saisonauftakt im polnischen Wisla als Zweiter seinen ersten Podestplatz, insgesamt elfmal sprang der 27-Jährige unter die Top Ten. Doch auch er kämpfte zuletzt mit Schwankungen. Weder beim Skifliegen in Oberstdorf noch beim Weltcup in Lahti kam er unter die besten Zehn.

Das Selbstbewusstsein ist dennoch gestiegen bei Leyhe, der besonders in den Teamwettbewerben eine Bank ist. "Ich denke nicht, dass ich einen Leistungseinbruch haben werde. Und wenn das Wochenende normal läuft, dann werden da auch ganz gute Ergebnisse herausspringen", sagte er im Interview mit der "Frankfurter Rundschau".

Leyhe: Willingen ein normaler Weltcup "mit Bonus"

Die Blicke von insgesamt 50.000 Zuschauern werden am Wochenende auf Leyhe gerichtet sein. Am Freitag (15:45 Uhr) steht zunächst ein Teamspringen auf dem Programm, am Samstag (16:00 Uhr) und Sonntag (15:15 Uhr) folgen zwei Einzelwettbewerbe. Besonderen Druck vor seinem Heimspiel verspürt Leyhe nicht. "Ich nehme es als normalen Weltcup, aber mit dem Bonus, dass er in meiner Heimat stattfindet. Ich werde auf keinen Fall mehr daraus machen, als es tatsächlich ist", sagte er.

Diesen Luxus können sich die Olympiahelden Andreas Wellinger und Richard Freitag nicht erlauben. Beide springen ihrer Form weiter hinterher, die Zeit vor der WM wird allmählich knapp. Die Norm des Verbandes - zweimal unter die besten Sechs - haben sie noch nicht erfüllt.

"Wir wissen, wo wir drehen müssen"

"Die Big Names drehen sich im Kreis. Da hoffen wir, dass irgendwann der Knoten aufgeht", sagt Bundestrainer Werner Schuster: "Wir wissen, wo wir drehen müssen. Aber je länger man hinterherläuft, desto schwieriger wird es, und so lange ist es nicht mehr bis zur WM."

Freitag klingt unterdessen deutlich pessimistischer, fast schon resignierend. "Ich muss von Tag zu Tag schauen. So brauche ich nicht zur WM zu fahren, das ist ganz klar. Ich muss versuchen, das auszublenden", sagte der Silbermedaillengewinner im Teamspringen von Pyeongchang.

Freitags letztes Top-10-Ergebnis datiert vom 3. Januar in Innsbruck, damals wurde der Sachse Achter. Es war gleichzeitig sein bislang bestes Saisonergebnis. Während Wellinger sein WM-Ticket trotz schwacher Leistungen wohl sicher haben dürfte, könnte es für Freitag nach dem Weltcup in Willingen ein böses Erwachen geben.

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Willingen 2018/2019

1979.40
2900.20
3874.00
4873.20
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7754.60
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