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Showdown in der Champions League

Wo steht Bundesliga im Vergleich mit Englands Elite?

11.02.2019 12:43
Die Spurs fordern den BVB im CL-Achtelfinale
© getty, Stuart Franklin
Die Spurs fordern den BVB im CL-Achtelfinale

Wie wettbewerbsfähig ist die Bundesliga im Vergleich mit der alles überstrahlenden Premier League? Einen Fingerzeig werden die direkten Duelle in der ersten K.o.-Runde der Königsklasse geben.

Brexit oder Dexit? Mit dem Achtelfinal-Hinspiel zwischen Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund am Mittwoch werden die deutsch-englischen Wochen in der Champions League eingeläutet. Sie sind auch eine Frage des Prestige. Nach den Duellen zwischen dem BVB und den Spurs, Bayern München und dem FC Liverpool sowie Schalke 04 und Manchester City dürfte die Bundesliga wissen, wo sie im Vergleich mit der finanzstarken Premier League steht.

"Man hat hinterher in jedem Fall ein gutes Zwischenergebnis, ob Englands Liga, die als die weltbeste gilt, dieses Prädikat international bestätigen kann", sagte Per Mertesacker, früher Profi und heute Leiter der Jugendakademie beim FC Arsenal, dem "kicker".

Die Bundesligateams sieht der Weltmeister von 2014 im Nachteil: "Es wäre top, wenn zwei von drei durchkämen. Das wäre ein Jackpot. Ich gehe von einer Mannschaft aus, Dortmund oder Bayern." Mertesackers Urteil lautet: "England steht über uns, vom Finanziellen, der Attraktivität."

BVB schwächelt vor der heißen Phase der Saison

BVB-Torhüter Roman Bürki ist anderer Meinung. "Ich sehe Bundesliga und Premier League auf einer Ebene", sagte der Schweizer, der mit seinem Team im Auswärtsspiel bei Tottenham den Grundstein für ein Weiterkommen legen will: "Das verspricht ein Duell auf Augenhöhe. Wenn wir unsere Leistung abrufen, können wir beide Spiele gewinnen."

Das mit dem Gewinnen war zuletzt aber ein Problem. Beim 3:3 gegen Hoffenheim gab Dortmund zum dritten Mal in Folge eine Führung aus der Hand, diesmal sogar eine höchst komfortable (3:0). Außerdem wird Nationalspieler Marco Reus, als Torjäger und Kapitän in dieser Saison nicht zu ersetzen, in London nicht spielen können.

England blickt neidisch auf die Winterpause

Doch auch die Spurs haben Verletzungssorgen, die Offensivstars Harry Kane und Dele Alli stehen nicht zur Verfügung. Außerdem wetterte Teammanager Mauricio Pochettino über den seiner Meinung nach "massiven" Wettbewerbsnachteil durch die vielen Spiele in England.

Die Belastungen seien "verrückt", sagte der Argentinier und schaute neidisch auf die Bundesliga mit ihrer Winterpause. "Ich erinnere mich an Spieler von Bayern München oder Dortmund, die in Dubai Weihnachten und Ferien genossen haben", sagte Pochettino: "Wir waren hier, bei null Grad, Schnee, alle durchgefroren beim Training, und haben alle zwei oder drei Tage ein Pflichtspiel bestritten."

Auch Mertesacker sieht die Winterpause als großes Plus in den deutsch-englischen Duellen der Königsklasse: "Diesen Faktor müssen die deutschen Vereine ausnutzen und das Tempo mitgehen. Sie dürfen sich nicht einschüchtern lassen."

"Brexit" wäre der Super-GAU

Dass die drei deutschen Champions-League-Klubs zuletzt Nachwuchsspieler aus England verpflichteten (Jadon Sancho zum BVB, Rabbi Matondo zu Schalke) oder es zumindest versucht haben (Bayern bei Callum Hudson-Odoi), deutet jedoch auf klare Machtverhältnisse hin. Die besten Spieler lassen sich nicht von der Insel locken - Winterpause hin oder her.

Nur ein harter Brexit, also ein Ausstieg Großbritanniens aus der EU ohne Abkommen, könnte daran langfristig etwas ändern. Denn der hätte auch weitreichende Folgen für die Premier League. Ein Brexit im Achtelfinale der Champions League gegen die deutschen Klub wäre "nur" schlecht fürs Prestige.

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