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"Sehr ernüchternd": Geiger verhindert deutsches Debakel

10.02.2019 18:16
Karl Geiger war bester deutscher Skispringer in Lahti
Karl Geiger war bester deutscher Skispringer in Lahti

Karl Geiger hat die deutschen Skispringer am vorletzten Wochenende vor der WM vor ihrem schlechtesten Ergebnis der Saison bewahrt.

Karl Geiger streckte die Daumen in die Höhe, Werner Schuster wischte sich erleichtert den Schweiß von der Stirn: Ein furioser zweiter Flug des erstarken Geiger hat die deutschen Skispringer kurz vor der WM vor ihrem schlechtesten Ergebnis der Saison bewahrt.

Beim überlegenen Sieg des Polen Kamil Stoch rettete Geiger im finnischen Lahti zumindest den sechsten Platz.

"Ich wusste, dass noch etwas drin ist. Der erste Sprung war daneben, der zweite richtig gut. Wenn die Sprünge kommen, kommen sie richtig", sagte Geiger nach seinem ersten einstelligen Ergebnis des Jahres.

Der Oberstdorfer kletterte mit dem besten Flug des zweiten Durchgangs noch vom 16. Rang weit nach vorne und verhinderte den ersten Wettkampf der Saison ohne deutsches Top-Ten-Ergebnis. Zweitbester DSV-Adler war Youngster Martin Hamann auf Rang 15.

Dahinter klaffte einen Tag nach dem guten zweiten Platz im Teamwettkampf aber eine Lücke. "Bis auf Karl war das sehr, sehr ernüchternd, das muss man klar sagen. Jeder ist stark mit sich selbst beschäftigt. Das war sehr verkrampft", sagte Noch-Bundestrainer Werner Schuster.

Richard Freitag kam nicht über den 19. Platz hinaus, Andreas Wellinger verpasste genau ein Jahr nach seinem Olympiasieg sogar den zweiten Durchgang.

Andreas Wellinger und Richard Freitag erfüllen interne WM-Norm nicht

Pikant: Sowohl Wellinger als auch Freitag haben bislang nicht die interne Norm für die WM in Seefeld (19. Februar bis 3. März) erfüllt. Gefordert sind zwei Top-Sechs-Ergebnisse.

Erreicht haben das bislang nur Geiger, der in Lahti auf Rang 16 gelandete Stephan Leyhe und der diesmal pausierende Markus Eisenbichler. Allerdings wird Schuster schon alleine mit Blick auf den Teamwettkampf mindestens fünf Springer nominieren.

Blendend in Form zeigte sich dagegen Olympiasieger Stoch bei seinem zweiten Sieg in Folge. Der Pole gewann mit Flügen auf 132,5 und 129,0 m mit 280,9 Punkten vor Vierschanzentournee-Gewinner Ryoyu Kobayashi aus Japan (263,7). Dritter wurde der Norweger Robert Johansson (260,1).

Schon am Samstag hatte Geiger im Teamwettkampf geglänzt. Dem Oberstdorfer gelang in beiden Durchgängen der beste Flug der Konkurrenz, nach sieben von acht Sprüngen lag das DSV-Quartett nur 0,5 Punkte hinter Österreich.

Doppel-Weltmeister Stefan Kraft brachte jedoch den Sieg der Austria-Adler nach Hause, mit 953,6 Punkten feierten die einstigen Seriensieger vor Deutschland (942,6) und Japan (929,5) ihren ersten Teamerfolg seit März 2017.

Schweigeminute für verstorbenen Matti Nykänen

Das Wochenende in Lahti stand derweil auch im Zeichen der am Montag verstorbenen Skisprung-Legende Matti Nykänen. Zwischen den Durchgängen des Teamspringens gab es eine Schweigeminute in Erinnerung an den viermaligen Olympiasieger.

Zudem legten Fans an einem Schneehügel vor einem Nykänen-Foto zahlreiche nieder und zündeten Kerzen an. Der sechsmalige Weltmeister war nur 55 Jahre alt geworden.

Weiter geht es für die DSV-Adler am kommenden Wochenende mit der WM-Generalprobe im heimischen Willingen. Dann wird auch der zuletzt starke Eisenbichler wieder mit von der Partie sein. "In Willingen bin ich wieder am Start, da rocken wir die Bude", kündigte der Zweite der Vierschanzentournee an.

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