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Rekordmeister 2019 in keinem Pflichtspiel ohne Gegentor

Patzer und Querelen: Neue Baustellen beim FC Bayern

07.02.2019 13:30
Mats Hummels (r.) leistete sich im DFB-Pokal einen krassen Aussetzer
© getty, Stuart Franklin
Mats Hummels (r.) leistete sich im DFB-Pokal einen krassen Aussetzer

Der Pokal-Patzer von Mats Hummels vergrößert die Skepsis, dass Bayern Münchens Abwehr dem Offensiv-Feuerwerk des FC Liverpool gewachsen ist. Robert Lewandowski keilt derweil gegen Kritiker Dietmar Hamann aus.

Hummels kratzte sich kurz am Kopf, die Extra-Schicht wegen seines groben Patzers war dem Verteidiger sichtlich unangenehm. "Ein großer Fehler" sei ihm da unterlaufen, gestand der Nationalspieler, "da braucht man nicht lange drumherum reden. Ich bin sehr froh, dass wir trotzdem weitergekommen sind."

Durch den Aussetzer von Hummels, der den Ball völlig unbedrängt per Kopf auf 2:2-Torschütze Davie Selke (67.) vorlegte, musste Bayern München im Achtelfinale des DFB-Pokals bei Hertha BSC in die Verlängerung. Erst in dieser halben Stunde spielte der Rekord-Pokalsieger auch wie eine Spitzenmannschaft und gewann verdient 3:2 (2:2, 1:1). Auch deshalb ging Trainer Niko Kovac nicht zu hart mit Hummels ins Gericht.

"Wir müssen jetzt nicht alles über Mats ausschütten. Ich weiß ganz genau, wie es ist, wenn man als Spieler einen Fehler macht. Dann will man sich am liebsten irgendwo einbuddeln", sagte Kovac: "Es ist nicht allzu viel passiert, da werden wir drüber hinwegsehen."

FC Bayern seit Jahresbeginn in keinem Pflichtspiel ohne Gegentor

Allerdings ist auch Kovac nicht entgangen, dass sein Team seit Jahresbeginn in keinem einzigen Pflichtspiel ohne Gegentor blieb und sich mit Abwehr-Schnitzern immer wieder selbst in die Bredouille bringt.

Und Kovac weiß auch, dass die Offensivstars des FC Liverpool solche Fehler im bevorstehenden Champions-League-Duell noch gnadenloser bestrafen werden. "Wenn wir in diesem Jahr etwas erreichen wollen", warnte der Kroate, "dann dürfen wir solche einfachen Tore nicht herschenken."

Hummels erklärte seinen Fauxpas mit Verwirrung. Er habe den Ball zum Torwart zurückköpfen wollen und zugleich die Warnung vor einem heraneilenden Gegenspieler gehört, sagte der 30-Jährige: "Dann kamen drei Gedanken auf einmal, und ich habe irgendwie den Mittelweg gewählt. Das ist im Fußball meistens komplett falsch."

Am Tag danach nahm sich Hummels selbst auf den Arm: Bei Instagram postete er ein Bild von sich mit ausgestreckten Armen, dazu schrieb er: "Ganz ruhig, ich seh' den Davie Selke schon. Oder auch nicht..."

Hummels und Boateng laufen ihrer Form weiter hinterher

Fakt ist: Hummels und auch Jérôme Boateng, der sich erneut mit dem Bankplatz zufrieden geben musste, laufen ihrer Topform weiter hinterher. In Berlin waren es "Doppelpacker" Serge Gnabry (7. und 49.) und Siegtorschütze Kingsley Coman (98.), die die Münchner vor 74.667 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion vor einem Pokal-K.o bewahrten.

Robert Lewandowski ging zwar erneut leer aus, doch der polnische Stürmerstar spielte engagiert und bereitete zwei Treffer vor. Angriffslustig war der 30-Jährige auch noch nach dem Abpfiff. Angesprochen auf die harte Kritik von Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann konterte Lewandowski bei "ESPN": "Es interessiert mich nicht, was jemand über mich sagt. Ganz besonders nicht, wenn das nur total dämlich ist. Ich denke nicht, dass er viel von Taktik versteht."

Der ehemalige Bayern-Profi Hamann hatte den Torjäger nach der 1:3-Ligapleite bei Bayer Leverkusen scharf kritisiert und den Klubbossen eine Trennung nahegelegt. "Ich glaube, dass Lewandowski zum Problem für Bayern München wird", sagte der 45-Jährige in der Talkrunde "Sky90": "Seine Theatralik, sein Abwinken, sein zum Teil lustloses Verhalten auf dem Platz. Ich glaube, es ist offensichtlich, dass er ein Einzelgänger ist."

 

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