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Formel-1-Welt zwischen Hoffen und Bangen

Ende der Mercedes-Dominanz: "Der Moment ist nah"

06.02.2019 16:21
Ein Teil der Formel-1-Welt sieht ein Ablaufdatum für die Hamilton- und Mercedes-Dominanz
Ein Teil der Formel-1-Welt sieht ein Ablaufdatum für die Hamilton- und Mercedes-Dominanz

Der zweimalige Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso glaubt, dass die Dominanz des Mercedes-Teams im Grand-Prix-Sport bald enden wird. "Ich glaube, der Moment ist nah", sagt er in einem Interview mit dem "Corriere della Sera". Er sei schon "neugierig" darauf, wann es endlich so weit ist.

Mercedes hat seit Einführung der aktuellen Hybrid-Antriebsformel im Jahr 2014 75 von 100 Grands Prix sowie alle zu gewinnenden WM-Titel erobert. 50 Siege und vier WM-Titel gehen auf das Konto von Lewis Hamilton. Die restlichen 25 Siege teilen sich Red Bull und Ferrari untereinander auf.

"Als wir so dominant waren", erinnert Red-Bull-Teamchef Christian Horner an die Jahre 2010 bis 2013, "war es bei weitem nicht so extrem. 2010 fiel die Entscheidung erst im letzten Rennen, 2012 ebenso."

Doch genau wie Alonso glaubt auch der Brite, dass die goldenen Jahre der silbernen Pfeile bald zu Ende gehen könnten - so, wie jede Erfolgsära irgendwann enden muss. Es ist ein natürlicher Kreislauf: Die besten Ingenieure erhalten finanziell lukrative Angebote von anderen Teams, was entweder die Gagen solange in die Höhe treibt, bis eine wirtschaftliche Krise unvermeidlich wird, oder zu einem Ausbluten führt.

Horner glaubt: Mit den ersten Misserfolgen kommt der Druck

Beides konnte Mercedes unter der Regie von Toto Wolff bislang geschickt managen. Ebenso wie es irgendwie gelungen ist, die erfolgsverwöhnte Belegschaft motiviert zu halten. Mercedes wäre nicht das erste Team, dem der Erfolgshunger nach multiplen WM-Titeln irgendwann abhandenkommt.

"Für ein Team, das so viel gewonnen hat, ist es sehr schwierig, mit dem Druck umzugehen, der damit einhergeht, wenn es plötzlich nicht mehr regelmäßig gewinnt", erklärt Horner - und spricht womöglich aus eigener Erfahrung. Er ergänzt: "Da sind plötzlich ganz andere Emotionen im Spiel. Und es geht auch um den richtigen Umgang mit der Erwartungshaltung."

Gleiches gelte übrigens auch für Lewis Hamilton, nicht nur für Mercedes als Team: "Lewis ist jetzt 34. Irgendwann in naher Zukunft wird sein Stern anfangen zu erlöschen, und das ist auch ganz natürlich so", prognostiziert Horner.

"Er wird sich auf seine Erfahrung verlassen müssen. Ob du den natürlichen Speed ewig halten kannst, sei dahingestellt. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Faktoren ständig im Wandel sind."

Ist Verstappen der neue Hamilton?

Ein Wandel, an dessen Ende Max Verstappen Hamiltons Rolle einnehmen wird - zumindest in Horners Wunschvorstellung. Der Red-Bull-Teamchef sagt: "In zehn Jahren wird auch Max über seine Schulter zurückschauen."

"Das Aufregende an der Formel 1 ist, dass gerade diese jungen Männer reinkommen, Max, Charles Leclerc. Ich bin sehr gespannt, wie sich Leclerc schlagen wird. Oder Pierre Gasly. Das sind tolle junge Talente."

Übrigens: Dass ausgerechnet Alonso zu jenen gehört, die Mercedes' Stern im Untergang begriffen sehen, mutet für Brancheninsider merkwürdig an. Schließlich hat er in den vergangenen Jahren so oft bei Toto Wolff angerufen, dass wir vermuten, er muss den Silberpfeil-Teamchef auf Kurzwahl haben.

Die Idee, noch einmal mit Hamilton Seite an Seite in einem der besten Autos zu sitzen, mit einer der explosivsten Fahrerpaarungen der Formel 1, wollte Alonso Wolff in den vergangenen Jahren nicht nur einmal verkaufen ...

 

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