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DSV-Asse wollen vor Skiflug-WM zurück in die Spur finden

30.01.2019 11:31
Auf Richard Freitag und Co. liegen die deutschen Hoffnungen
© getty, Sebastian Widmann
Auf Richard Freitag und Co. liegen die deutschen Hoffnungen

Mit drei Weltcupfliegen in Oberstdorf beginnt für die deutschen Skispringer die heiße WM-Phase. Die Euphorie des Saisonbeginns ist bei Bundestrainer Werner Schuster gewichen, die prominentesten Flieger bereiten Sorgen.

Zusammengerechnet kommen Andreas Wellinger, Richard Freitag und Severin Freund auf eine Bestleistung von satten 733 Metern - doch zu Höhenflügen sind die drei erfolgreichsten deutschen Skiflieger der vergangenen Jahre derzeit kaum in der Lage.

Wenn der Weltcup-Dreierpack auf dem Riesenbakken von Oberstdorf die heiße Saisonphase mit der WM als Höhepunkt einläutet, sorgt sein Promi-Trio für die größten Sorgenfalten bei Bundestrainer Werner Schuster.

"Wir hatten einen unglücklichen Januar", sagte Schuster vor dem ersten Wettkampf auf der Heini-Klopfer-Schanze am Freitag und formulierte einen klaren Arbeitsauftrag: "Jetzt müssen wir die Ärmel hochkrempeln. Wir müssen von Wochenende zu Wochenende schauen, dass wir bis zur WM eine schlagkräftige Truppe zusammenbekommen."

DSV-Adler seit der Vierschanzentournee im Sinkflug

So gut die erste Hälfte der Saison inklusive der Vierschanzentournee mit fünf Podestplätzen von vier verschiedenen Springern für das deutsche Team lief, so wenig läuft seitdem zusammen. Zwei fünfte Plätze in Val di Fiemme stehen auf der Habenseite: einer durch Stephan Leyhe, der derzeit einzig verlässlichen Größe, einer durch David Siegel, der sich eine Woche später das Kreuzbandriss demolierte - sein Ausfall war ein ziemlicher Wirkungstreffer im Hinblick auf die Titelkämpfe in Innsbruck und Seefeld (19. Februar bis 3. März).

"Das hat richtig weh getan", sagte Schuster, der sich die jüngste Reise zum Weltcup nach Japan erspart hatte: "Nach einem zähen Sapporo-Wochenende, an dem nur Leyhe sein Leistungsniveau bestätigt und Wellinger Aufwärtstrend gezeigt hat, wartet mit dem Skifliegen in Oberstdorf aber jetzt eine völlig andere Aufgabe auf uns."

Oberstdorf, so der Plan, sollte für Schusters kriselnde Starflieger - hinter dem deutschen Rekordhalter Markus Eisenbichler (248,0 m) sind Wellinger, Freund (je 245,0) und Richard Freitag (243,0) die Nummern zwei bis vier der "ewigen" DSV-Bestenliste - zur Initialzündung für die entscheidenden Wochen der zweiten Saisonhälfte werden.

Wellinger und Freitag wollen zur WM

Zumindest bei Freund ist dieser Plan schon Makulatur. Der 30-Jährige, der nach wiederholtem Kreuzbandriss um Anschluss kämpft und zuletzt im zweitklassigen Continental Cup sprang, muss wegen erneuter Knieprobleme aussetzen - die WM-Chancen des Skiflug-Weltmeisters von 2014 tendieren gegen Null.

Bei Freitag und Wellinger sieht es besser aus. Freitag, 2013 letzter deutscher Weltcupsieger auf der Oberstdorfer Flugschanze und im Vorjahr WM-Dritter an gleicher Stelle, kehrt erholt ins Weltcupteam zurück, nachdem er Sapporo zugunsten einer Trainingspause ausgelassen hatte. Obwohl er nicht einmal einen Teil der Norm (zweimal Top Sechs) erfüllt hat, ist er für die WM wie Wellinger fest eingeplant.

Zukunft des Bundestrainers offen

Der Olympiasieger und einstige Oberstdorf-Schanzenrekordler, den Schuster nach enttäuschender Vierschanzentournee ebenfalls aus dem Weltcup-Team zurück ins Training beordert hatte, zeigte in Sapporo verbesserte Form. "Es war richtig, ihn rauszunehmen. Er hat die Wende geschafft, das gibt schon Hoffnung", sagte Schuster.

Der Bundestrainer selbst wird nun verstärkt im Mittelpunkt stehen. Die Zukunft Schusters, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, soll sich bis zur WM entscheiden, womöglich werden sich Schuster und der Deutsche Skiverband schon in Oberstdorf erklären. So oder so: Im Allgäu beginnen heiße Schanzen-Wochen.

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