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Wahnsinns-Sause nach erstem Titelgewinn

Party bis halb 9! Dänemarks Handballhelden im Jubelrausch

28.01.2019 21:07
Der Jubel kannte nach der Pokalübergabe keine Grenzen mehr
Der Jubel kannte nach der Pokalübergabe keine Grenzen mehr

Nach dem Ende des WM-Fluchs ließ es der dänische Trainer Nikolaj Jacobsen mit seiner Mannschaft so richtig krachen. Der WM-Titel von Danish Dynamite ist auch ein Erfolg der Bundesliga.

Bei der großen Titelsause auf dem überfüllten Kopenhagener Rathausplatz mobilisierten Dänemarks Handball-Helden am Montagabend ihre letzten Partyreserven. Immer wieder stemmten die Weltmeister um Superstar Mikkel Hansen unter dem Beifall Tausender Fans den WM-Pokal in die Höhe, sangen mit den Anhängern in Rot und Weiß den Klassiker "We are the champions" - und Trainer Nikolaj Jacobsen verneigte sich sogar vor seinen jubelnden Landsleuten.

"Es ist großartig, so viele Menschen an einem so kalten Montagabend hier zu sehen", sagte "Goldschmied" Jacobsen, der neben seinem Job als dänischer Nationalcoach auch den Bundesligaklub Rhein-Neckar Löwen betreut: "Das bedeutet, dass wir in den vergangenen Wochen etwas richtig gemacht haben müssen."

So dominant die Dänen durch das Turnier gezogen waren, so ausgelassen feierten sie nach dem eindeutigen 31:22-Finalsieg gegen Norwegen auch ihren WM-Triumph. Jacobsen gab dabei höchstpersönlich den Partybefehl - und seine Goldjungs ließen es in Herning bis zum Montagmorgen krachen. Noch um 8:30 Uhr dröhnte Jubel aus der Bar "Fox and Hounds": Der Wirt hatte dem Team kurzerhand den Schlüssel überlassen.

Jacobsen ist "einfach mega stolz"

"Das ist ohne Zweifel das Größte, es ist unbeschreiblich. In einem Moment muss ich kräftig schlucken, im anderen bin ich einfach mega stolz", hatte Jacobsen nach dem Sieg gesagt. Immer wieder drückte der 47-Jährige seinen Sohn Linus an sich, dem er die wertvolle Medaille um den Hals hängte, mit dem er gemeinsam den WM-Pokal in die Höhe wuchtete. Die Jyske Bank Boxen, gefüllt mit 15.003 euphorisierten Fans, explodierte fast im Jubelrausch nach dem Finale - mehr als 120 Dezibel wurden gemessen, die Lautstärke eines Presslufthammers.

Dänemark ist eine absolute Handball-Nation, der erste Weltmeistertitel nach drei bitteren Finalniederlagen 1967, 2011 und 2013 bedeutet Fans, Spielern und Verantwortlichen alles. Kronprinz Frederik drückte den überragenden Torwart Niklas Landin vom THW Kiel sowie Superstar Mikkel Hansen besonders fest an sich.

Hansen, der Toptorschütze und wertvollste Spieler des Turniers, zeigte sich schwer gerührt. "Es war ein verrückter Start für mich ins Jahr 2019", sagte das Rückraum-Ass von Paris St. Germain: "Das Größte passierte, als ich meinen Sohn Eddie Max mit meiner lieben Freundin Stephanie bekam." Seit dem 5. Januar ist er Papa, seit dem 27. Januar Weltmeister. Auch bei der Europameisterschaft 2012 und Olympia 2016 hatte der Ausnahmekönner jubeln dürfen.

Dänische Medien überschlagen sich

Mit 72 Treffern hatte der Mann mit der wilden Mähne das Turnier in Deutschland und Dänemark dominiert. Der Triumph der Skandinavier ist aber auch ein Triumph der Bundesliga. Jacobsen, der nach der Saison in Mannheim aufhört, bot im Finale gleich zehn Profis aus der deutschen Eliteliga auf. Der deutsche Meister SG Flensburg-Handewitt durfte inklusive der Norweger, denen zum zweiten Mal hintereinander bei einer WM nur Silber blieb, auf acht eigene Profis im Endspiel verweisen. Trainer Maik Machulla verfolgte die spektakuläre Partie von der Tribüne aus.

Die dänischen Medien überschlugen sich am Tag nach dem Finale, das die Dänen von Beginn an mit großer Wucht auf ihre Seite zogen. "Perfekt. Kein anderes Wort beschreibt die Leistung besser", urteilte die Zeitung "Politiken". "Gold - und Dänemark ist noch nicht fertig", schrieb das Boulevardblatt "Ekstra Bladet". Es klang mit Blick auf Tokio 2020 wie eine Drohung. Diese Dänen werden verdammt schwer zu schlagen sein.

 

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