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Doping-Eklat: Sun Yang droht lebenslange Sperre

27.01.2019 14:58
Sun Yang ist bereits als Dopingsünder vorbestraft
Sun Yang ist bereits als Dopingsünder vorbestraft

Dem chinesischen Schwimm-Superstar Sun Yang droht nach einem skurrilen Zwischenfall während einer Dopingkontrolle eine lebenslange Sperre.

Der dreimalige Olympiasieger ließ einem Bericht der englischen "Sunday Times" zufolge nach einem unangemeldeten Test im September 2018 in seinem Haus in der chinesischen Provinz Zhejiang den Behälter mit seinem Blut durch einen Sicherheitsbeamten mit einem Hammer zerstören.

Sun und seine Gefolgsleute, darunter seine Mutter, sollen bei der Ansicht der Ausweispapiere einer Kontrolleurin Zweifel an deren Authentizität gekommen sein, woraufhin es zur Zerstörung des Testbehälters gekommen sein soll.

Die Dopingkommission des Schwimm-Weltverbandes FINA sei laut "Times" der Argumentation Suns Anfang Januar gefolgt und habe keine Maßnahmen verhängt.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA soll dem Bericht nach den Vorfall als "unglaublich und inakzeptabel" bezeichnet haben und eine Klärung des Falls vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS anstreben.

Der siebenmalige Weltmeister Sun, bei dem auch eine Urinprobe genommen wurde, soll den Test zudem über Stunden in die Länge gezogen haben.

Für die Urinabgabe soll er den Kontrollraum verlassen haben. Zudem soll er die Kontrolleurin daran gehindert haben, von ihrem Laptop Mails zu verschicken.

Sun schweigt zu den Vorwürfe und prüft rechtliche Schritte

Ein Anwalt Suns bestätigte am Sonntag in einer Stellungnahme, dass Zweifel an der Identität der Kontrolleurin, die im Auftrag des weltweit operierenden schwedischen Anti-Doping-Dienstleisters IDTM getestet hatte, bestanden hätten.

Die Zerstörung des Behälters thematisierte er nicht, kündigte aber an, rechtliche Schritte gegen die "Times" zu prüfen.

Sun war 2014 bei den chinesischen Meisterschaften positiv auf das Stimulans Trimetazidin getestet worden, musste aber nur eine dreimonatige Sperre absitzen. Als Wiederholungstäter stünde er vor einer lebenslangen Sperre. 

Bei der WM 2015 in Kasan hatte er für Aufsehen gesorgt, als er ohne Angaben von Gründen kurzfristig auf einen Start im Finale über 1500 m verzichtete.

Während der Olympischen Spiele in Rio gab es aus den Reihen der Athleten offene Anfeindungen gegen Sun. Der Australier Mack Horton bezeichnete den Chinesen öffentlich als Betrüger, der Franzose Camille Lacourt erklärte, Sun "pinkelt lila".

 

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