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"Kunstwerk": Superstar Fernandez vergoldet Abschied

26.01.2019 18:10
Javier Fernandez hat seine Karriere beendet
© getty, Harry How
Javier Fernandez hat seine Karriere beendet

Spaniens "Eisheiliger" Javier Fernandez hat seine Karriere bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Minsk mit seinem siebten EM-Titel in Folge gekrönt und beendet.

Der 27-Jährige, nach dem Kurzprogramm nur Dritter, schob sich mit einer Kür, die "ARD"-Kommentator Daniel Weiss "ein fantastisches Kunstwerk" nannte, an die Spitze und siegte vor dem Russen Alexander Samarin und dem Italiener Matteo Rizzo.

Der deutsche Meister Paul Fentz aus Berlin landete auf Rang 15 und verbesserte sich im Vergleich zum Kurzprogramm um zwei Positionen. Der nach dem Kurzprogramm führende Russe Michail Koljada fiel nach einer misslungenen Kür mit etlichen Stürzen auf Platz fünf zurück.

Koch/Nüchtern verpassen Top 10

In der Eistanz-Konkurrenz reichte es für die kränkelnde Shari Koch und ihren Partner Christian Nüchtern bei ihrem EM-Debüt nur zu Platz 15. Das deutsche Meisterpaar, das bei der Ex-Weltmeisterin Barbara Fusar-Poli in Mailand trainiert, verpasste die angestrebte Platzierung unter den Top 12 und muss sich deshalb einem internen Ausscheidungswettbewerb für die WM Ende März im japanischen Saitama stellen.

"Wir sind grundsätzlich zufrieden, obwohl uns ein bisschen der Speed gefehlt hat", sagte die 25-jährige Koch, die trotz einer Erkältung und leicht erhöhter Temperatur auf das Eis gegangen war. Ihren fünften EM-Titel in Serie gewannen die Olympiazweiten Gabriella Papadakis und Guillaume Cizeron aus Frankreich vor Alexandra Stepanowa und Iwan Bukin aus Russland sowie den Italienern Charlene Guignard und Marco Fabbri.

Fentz mit Brummschädel am Start

Ohne Sturz und mit nur einigen kleinen Wacklern kam auch Paul Fentz durch seine Kür zur Musik der Mega-Serie Game of Thrones. Fentz startete mit einem dreifachen Axel, bei der Landung des vierfachen Toeloop geriet er dann ein bisschen ins Straucheln: "Ich habe wie schon im Warm-up den Absprung verpasst." Insgesamt sei er "konzentriert, kontrolliert und mit der nötigen Angriffslust" gelaufen.

Fentz war im Kurzprogramm am Freitag bei einem eher leichten Pflichtelement gestürzt und mit dem Hinterkopf auf das Eis geprallt. "Normalerweise gucke ich mir die Konkurrenz bis zum Ende an. Aber das war dieses Mal schwierig, mein Schädel hat echt gebrummt", sagte er. In der EM-Vorbereitung hatten ihn Probleme mit einem Weisheitszahn behindert, die Operation wird nach Saisonende durchgeführt. Zuvor will sich Fentz noch bei der WM in Saitama beweisen.

Fernandez mit Feuerwerk an Höchstschwierigkeiten

Javier Fernandez wollte sich derweil selbst beweisen, dass der dritte Platz im Kurzprogramm nicht das Ende aller Träume von einem goldenen Abschied war. Er begann seine Kür zur Musik von Mitch Leighs Man of La Mancha mit einem Feuerwerk an Höchstschwierigkeiten. Die Kombination aus vierfachem Toeloop und vierfachem Salchow riss das Publikum von den Sitzen, nach der Kür flogen unzählige Plüschtiere und Blumen auf das Eis.

Ob er sein Talent künftig in der Revue versilbern wird, ließ Fernandez zunächst offen. "Ich hoffe, dass mich die Menschen als kompletten Läufer in Erinnerung behalten, nicht nur an einen, der gut springen kann", sagte der Spanier: "Vielleicht habe ich dem Eiskunstlauf ja ein Vermächtnis hinterlassen."

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