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Frankreich verwundbar, Dänemark glänzt golden

24.01.2019 17:45
Frankreichs Handball-Stars konnten nicht immer überzeugen
© getty, Jörg Schüler
Frankreichs Handball-Stars konnten nicht immer überzeugen

Der dänische Traum vom ersten WM-Titel lebt. Doch im Halbfinale muss der Olympiasieger Titelverteidiger Frankreich aus dem Weg räumen. Dessen Superstar Nikola Karabatic schwächelt.

Karabatic gibt sich keinen Illusionen hin. "Ich kann nicht der Anführer sein, der ich bei der WM 2017 war", sagte der französische Superstar vor dem Halbfinal-Showdown der Handball-WM am Freitag (17:30 Uhr) in Hamburg gegen Olympiasieger Dänemark.

Doch obwohl den dreimaligen Welthandballer nach seiner Fuß-Operation Selbstzweifel plagen, ruhen die Hoffnungen des Titelverteidigers auf dem 34-Jährigen. Für die entscheidende Turnierphase, für diese besonderen Momente hat Trainer Didier Dinart Karabatic zum Ende der Vorrunde überraschend ins Team geholt. "Ich bin nicht hierher gekommen, um für das Publikum zu spielen. Mein Ziel ist es natürlich, dem französischen Team etwas zu bringen", sagte Karabatic.

Der Equipe Tricolore hat der Rückraum-Star seit seinem Debüt vor 17 Jahren unendlich viel gegeben. Zwei Olympiasiege, vier WM-Titel, drei EM-Goldmedaillen - Karabatic hat eine Ära geprägt.

Karabatic plagen Zweifel beim Werfen

Am Sonntag will er sich im dänischen Herning noch einmal die WM-Krone aufsetzen. Dass es bereits im Halbfinale zum Duell mit dem Co-Gastgeber kommt, ist ihm sogar recht. "Ich spiele gegen Dänemark lieber in Deutschland als bei ihnen zu Hause", sagte Karabatic, der bei seinen vier Turniereinsätzen erst zwei mickrige Tore erzielt hat. "Ihn plagen Zweifel beim Werfen", schrieb "Le Figaro". Das Blatt lobte aber seine "ausgezeichnete Organisation des Spiels".

Doch nicht nur wegen des schwächelnden Superstars sind die einst schier Unbezwingbaren verwundbar. Zum Abschluss der Hauptrunde kassierte Frankreich gegen Kroatien die erste WM-Niederlage seit sechs Jahren, und "L'Equipe" stellte fest: "Eine falsche Note knarrte in der süßen blauen Melodie."

Ein Endspiel gegen Deutschland "wäre toll"

Ganz anders Dänemark. Acht Spiele, acht Siege - angepeitscht von den Fans stürmte das Team um den überragenden Topstar Mikkel Hansen durch das Turnier. "GOLDGLANZ!", titelte die Zeitung "Ekstrabladet" nach dem Halbfinaleinzug.

Die Sehnsucht nach dem ersten WM-Titel nach drei verlorenen Endspielen 1967, 2011 und 2013 ist riesig. "Mich interessieren nur Siege", sagte Trainer Nikolaj Jacobsen, der auch den Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen betreut. Ein Endspiel gegen Deutschland "wäre toll", sagte der 47-Jährige am Donnerstag, ergänzte aber unmissverständlich: "Mir ist es wichtiger, dass Dänemark ins Finale kommt."

Jacobsen setzt dabei auf Hansen. Das Rückraum-Ass mit dem markanten Stirnband hielt dem großen Erwartungsdruck bisher stand und führt mit beeindruckenden 53 Treffern die Torjägerliste des Turniers an.

Die Dänen gehen aber nicht nur wegen Hansen als leichter Favorit in den mit Spannung erwarteten heißen Kampf um das Endspielticket. "Sie werden ein sehr schwieriger Gegner sein", sagte Karabatic, fügte aber an: "Wir haben alle Schlüssel und eine Mannschaft, die sie schlagen kann." Das Selbstvertrauen des Superstars hat noch nicht gelitten.

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