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Deutschland rüstet sich für die nächste Handball-Party

24.01.2019 12:52
Die Deutschland-Fans sind in Stimmung
Die Deutschland-Fans sind in Stimmung

Schalke in den Schatten gestellt: Deutschland rüstet sich für die nächste Handball-Party. Das WM-Halbfinale gegen Norwegen stellt kurzfristig sogar König Fußball in den Schatten.

Public Viewing in den Hochburgen, eine seit Monaten ausverkaufte Arena in Hamburg, und Einschaltquoten im zweistelligen Millionenbereich: Deutschland rüstet sich vor dem WM-Halbfinale am Freitag (20:30 Uhr) gegen Norwegen für die nächste Party und auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Handball-Fieber längst gepackt.

"Es herrscht nicht nur in den Hallen Begeisterung über die deutsche Mannschaft, sondern auch bei Menschen, die den Handball in der Vergangenheit etwas aus der Ferne verfolgt haben", sagte Steinmeier. Der Bundespräsident gab vor zwei Wochen in Berlin beim Eröffnungsspiel gegen Korea den Startschuss für schwarz-rot-goldene Festwochen und wird auch beim Duell gegen den Vize-Weltmeister unter den 13.300 Zuschauern in der Hansestadt sein. "Es ist gigantisch. Das ganze Land fiebert mit", sagte Markus Baur, der die DHB-Auswahl 2007 als Kapitän zum Goldcoup im eigenen Land geführt hatte, dem "SID".

Die Zahlen belegen das eindrucksvoll. Den Hauptrunden-Krimi gegen Kroatien verfolgten im ZDF über zehn Millionen Zuschauer im Schnitt. Diese Zahl dürfte am Freitagabend im Ersten zur besten Sendezeit noch einmal deutlich übertroffen werden. Der Start des 19. Spieltags in der Fußball-Bundesliga zwischen den Traditionsklubs Hertha BSC und Schalke 04 wird auf alle Fälle in den Schatten gestellt. "Wir verkürzen den Rückstand zum Fußball, ohne den Fußball anzugreifen. Diese Chance haben wir jetzt", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

"Daran sieht man, was diese WM für den Handball bedeutet"

Spektakuläre Tore, harte Zweikämpfe, starke Athletik - das Turnier in Deutschland und Dänemark fasziniert Handball-Fans und -Neulinge gleichermaßen. Der WM-Zuschauerrekord von 750.000 beim Wintermärchen vor zwölf Jahren ist schon vor der entscheidenden Turnierphase gebrochen. Die bisherigen 90 WM-Spiele verfolgten 837.000 Besucher in den Hallen. "Wir waren selbst dann voll besetzt, wenn die deutsche Mannschaft nicht gespielt hat. Daran sieht man, was diese WM für den Handball bedeutet", sagte Verbandspräsident Andreas Michelmann.

Doch auch außerhalb der Hallen wird gezittert und gejubelt. Im Kieler Hauptbahnhof schauen die Fans seit 2010 regelmäßig die deutschen Spiele bei Großveranstaltungen. Die Füchse Berlin haben sich für den Kampf um die Medaillen etwas Besonderes einfallen lassen. Der Bundesligist hat die Fans eingeladen, das Halbfinale in einem Berliner Hotel gemeinsam mit den Füchse-Spielern zu schauen.

Angesichts der Euphorie fühlt sich auch Handball-Ikone Heiner Brand an das legendäre Wintermärchen erinnert. "Es ist wie 2007. Das treibt die Mannschaft nach vorne und lässt die Müdigkeit vergessen. Es lässt sie immer wieder aufstehen. Das beeindruckt den Gegner und die Schiedsrichter", sagte der Weltmeistercoach dem "SID".

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