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Killie durchbrechen die Old-Firm-Phalanx

24.01.2019 10:30
Daniel Bachmann ist seit November Einser-Goalie bei Kilmarnock (copyright: Imago)
Daniel Bachmann ist seit November Einser-Goalie bei Kilmarnock (copyright: Imago)

Früher pilgerten sie in Kilmarnock 192 Jahre lang zur "Johnnie-Walker-Distillery", jetzt mehr denn je zu den Killie. Es liegt was in der Luft in Kilmarnock und es ist kein Single-Malt.

Seit Wochen diskutieren die Fußballfans in Schottland, ob erstmals seit 1985 (Aberdeen unter Alex Ferguson) wieder jemand anderer als Celtic oder Rangers Meister werden kann.

Kilmarnock und Aberdeen stemmen sich vehement gegen die Old-Firm-Klubs. Mittwochabend haben die Killie mit ÖFB-Teamtorhüter Daniel Bachmann zwei schlagkräftige Argumente geliefert, im Rugby Park vor 12.374 Zuschauern die Rangers nach einem 0:1-Rückstand noch 2:1 niedergerungen und in der Tabelle wieder überholt.

Das Siegtor gelang ausgerechnet Jordan Jones, den die Rangers schon im Jänner verpflichten wollten, aber erst im kommenden Sommer kriegen. Noch mehr schmerzten Rangers-Manager Steven Gerrard aber "die großen Eigenfehler vor beiden Gegentoren". Wenn die Gers den Titel knapp verpassen, dann wohl wegen ihrer Auswärtschwäche (16 Punkte in 11 Spielen).

Sollten die Killie am Ende auch vor den Bhoys liegen, dürfte man das getrost als Sensation bezeichnen: Die Celtic-Profis verdienen diese Saison durchschnittlich 995.000 Euro, die Kilmarnock-Profis nicht einmal ein Zehntel, nämlich 72.000 (Quelle: Sporting Intelligence).

Defoe casht soviel wie alle Killie zusammen

Laut Kilmarnock-Manager Steve Clarke verdient sein gesamter Kader in Summe etwa das Gleiche, wie Rangers-Torschütze Jermaine Defoe, der von englischen Medien mit einem Wochengehalt von rund 41.000 Euro taxiert wird.

"Ich glaube nicht, dass es ein Titel-Rennen gibt", sagte Aberdeen-Manager Derek McInnes dem "Guardian". Wenn es im März, April die Tabelle immer noch so aussehe, dann "können wir darüber reden".

Ende Oktober thronten noch die Hearts mit ÖFB-Legionär Peter Haring an der Spitze. Mittlerweile wurden sie auf Rang sechs durchgereicht. Haring erholt sich gerade von einer Leisten-Operation.

Johnnie Walker ging - die Killie kommen

Die Killie-Fans glauben jedenfalls an Bachmann und Co. Die Zuschauerzahlen stiegen in den letzten Jahren von 4.100 (2014/2015) auf 5.200 (2016/2017) und aktuell 6.500 im Schnitt an. Dabei war Celtic erst einmal da. Auch da hatten sie einen 0:1-Rückstand noch in einen 2:1-Sieg verwandelt.

Für Kilmarnock - mit 46.000 Einwohnern in etwa mit St. Pölten vergleichbar - ist der 1869 gegründete Klub jedenfalls mehr denn je das Aushängeschild. Denn "Johnnie Walker" ist längst gegangen.  Der meistverkaufte "Scotch Whisky" wird seit 2012 nicht mehr in Kilmarnock abgefüllt. Über 700 Jobs gingen damals dort verloren und ein Touristen-Magnet.

ts

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