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NBA nimmt Drohungen gegen Kanter "sehr ernst"

17.01.2019 23:05
Enes Kanter kritisiert den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan öffentlich
© getty, Matthew Stockman
Enes Kanter kritisiert den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan öffentlich

NBA-Boss Adam Silver hat großes Verständnis dafür, dass der türkische Basketballer Enes Kanter von den New York Knicks aus Angst um sein Leben nicht zum Europa-Gastspiel der Liga nach London geflogen ist.

"Es ist bedauernswert, dass Enes nicht hier ist. Aber ich verstehe absolut, warum er entschieden hat, nicht zu kommen", sagte Silver vor dem Duell zwischen den Knicks und den Washington Wizards in der britischen Hauptstadt.

Kanter, öffentlicher Kritiker des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, hatte die Reise mit seinem Team aus Angst vor einem Zugriff nicht angetreten. Er könne in England "leicht von türkischen Agenten gekidnappt oder getötet werden", schrieb der Center als Gastautor in der "Washington Post".

Laut Medienberichten des Landes verlangt die türkische Regierung Kanters Auslieferung. Zudem soll der Spieler auf die Fahndungsliste von Interpol gesetzt werden. Kanter hat wegen seiner Haltung wiederholt Morddrohungen erhalten. Die Liga nehme diese "sehr ernst", so Silver.

"Nichts ist wichtiger als die Sicherheit der Spieler", stellte der Commissioner klar. Die NBA habe den Profi nicht aufgefordert, in den USA zu bleiben. "Er muss sich mit wichtigen Dingen auseinandersetzen. Da wir weltweit agieren, müssen wir uns damit beschäftigen. Ich unterstütze Enes als Spieler dieser Liga."

Nachdem ihm 2017 die türkische Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, ist der in Zürich geborene Kanter staatenlos. Er steht der Gülen-Bewegung nahe, die von Erdogan für den Putschversuch 2016 verantwortlich gemacht wird. 2021 möchte Kanter US-Bürger werden.

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