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Football-Leaks-Whistleblower in Budapest verhaftet

17.01.2019 19:19
In Budapest wurde der Whistleblower nun verhaftet
In Budapest wurde der Whistleblower nun verhaftet

Ein mutmaßlicher Whistleblower der Enthüllungsplattform "Football Leaks" ist am Mittwochabend in Budapest verhaftet worden. Das teilte die portugiesische Polizei mit, die gegen den Beschuldigten einen europäischen Haftbefehl erlassen hatte.

Dem 30 Jahre alten Portugiesen wird unter anderem "die unzulässige Aneignung und Verbreitung von Daten sowie versuchte Erpressung" vorgeworfen. Die portugiesischen Behörden streben nun die Auslieferung an.

"In Übereinstimmung mit dem Haftbefehl wurden auch Gegenstände beschlagnahmt, die sich im Besitz des Beschuldigten befanden und in Verbindung mit kriminellen Aktivitäten stehen", teilte die Polizei in Budapest mit.

Der Anwalt des Beschuldigten, der Franzose William Bourdon, bestätigte in einer Pressemitteilung die Festnahme seines Mandanten und bezeichnete diesen als einen "Mann, der Fußball liebt und sich aus Ekel über die Praktiken dazu entschied, der Welt das Ausmaß der kriminellen Machenschaften offenzulegen". Die Anwälte, neben Bourdon ein Portugiese und ein Ungar, wollen nun die angestrebte Auslieferung nach Portugal verhindern.

Bei dem Inhaftierten soll es sich laut Bourdon, der in der Vergangenheit bereits Edward Snowden vertreten hat, um Rui Pedro Goncalves Pinto handeln. Laut portugiesischen Medienberichten soll Pinto ein IT-Experte aus Portos Vorort Vila Nova de Gaia sein und seit mehreren Jahren in Budapest leben.

Laut Bourdon habe Pinto in den vergangenen Jahren zahlreiche Drohungen aus der Welt des Fußballs erhalten. Etliche Leute hätten ihn "um jeden Preis" mundtot machen wollen. Die Plattform FootballvLeaks sorgt mit ihren Enthüllungen seit 2015 für Aufsehen im Weltfußball.

Darunter waren auch Berichte über Steuervergehen von Topstars wie Cristiano Ronaldo während seiner Zeit in Spanien bei Champions-League-Sieger Real Madrid. Im November gab es Berichte darüber, wie die Europäische Fußball-Union den Spitzenteams Paris St. Germain und Manchester City dabei geholfen habe, mit vorgetäuschten Sponsoreneinnahmen die Regeln des Financial Fair Plays zu umgehen.

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