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München will sich die "europäische Krone" aufsetzen

17.01.2019 17:04
Red Bull München feierte einen historischen Finaleinzug
© getty, Adam Pretty
Red Bull München feierte einen historischen Finaleinzug

Meister Red Bull München hat das Finale der Champions League erreicht und könnte als erster deutscher Klub in der Eishockey-Geschichte Europapokalsieger werden.

Schon Sekunden vor dem nächsten großen Moment deutscher Eishockey-Geschichte sprangen die Münchner jubelnd auf ihrer Bank umher, stürmten dann freudestrahlend auf ihren Torhüter Danny aus den Birken zu.

"Es ist unglaublich. Es war so ein harter Kampf, es gab so viele starke Teams", sagte Red-Bull-Verteidiger Konrad Abeltshauser glücklich nach dem Einzug ins Finale der Champions League. Der deutsche Meister hatte sich im entscheidenden zweiten Dosenderby beim Konzernbruder Salzburg mit 3:1 durchgesetzt.

"Für das Ansehen des deutschen Eishockey ist das sehr positiv, der Respekt wird weiter zunehmen", sagte Verbandschef Franz Reindl dem "SID". Allein das Endspiel am 5. Februar im Scandinavium von Göteborg gegen die favorisierten Frölunda Indians ist ein Meilenstein.

Der Meister könnte dann als erstes deutsches Team einen Europapokal gewinnen, die Eisbären Berlin holten 2010 nur den inoffiziellen Wettbewerb um die European Trophy.

Zumal, und das zeichnet das Erfolgsteam von Coach Don Jackson aus, es eine Reihe prägender deutscher Spieler hat, sechs Münchner Profis standen auch beim Olympia-Wunder von Pyeongchang auf dem Eis.

Zwei von ihnen, Yannic Seidenberg (20.) und Patrick Hager (50.) markierten am späten Mittwochabend die entscheidenden Treffer. Das dritte Tor ging auf das Konto des aufstrebenden Maximilian Kastner (17.).

"Riesenschritt für das deutsche Eishockey"

Nun steht ganz Eishockey-Deutschland hinter dem DEL-Titelträger der Jahre 2016 bis 2018. Abeltshauser habe "einen Ruck" verspürt. "Auch Fans von anderen Mannschaften drücken uns die Daumen, das ist wieder ein Riesenschritt für das deutsche Eishockey", sagte der Nationalspieler.

Reindl bezeichnete die Saison der Münchner in der Königsklasse als "herausragend, das wird jetzt gekrönt durch den Finaleinzug".

Zum Feiern aber blieb kaum Zeit, noch in der Nacht fuhr die Mannschaft mit dem Bus zurück nach München, durfte aber zumindest am Donnerstag die Beine hochlegen. "Ein bisschen", sagte Abeltshauser, könne das Team den Erfolg genießen, am Freitag (19:30 Uhr) aber geht es in der Deutschen Eishockey Liga im Derby gegen Augsburg schon wieder um wichtige Zähler auf der Jagd nach Tabellenführer Adler Mannheim.

Red Bull München ist "heiß"

Vor der Begegnung wird es noch einmal emotional, wenn Michael Wolf geehrt wird. Der 37-Jährige verriet am Donnerstag, seine Karriere nach der Saison zu beenden. Der RB-Kapitän und DEL-Rekordtorjäger bestritt bislang 751 Spiele in der DEL und kam dabei auf 330 Treffer. Die Champions League "zum Abschied zu gewinnen, wäre natürlich grandios", sagte Wolf.

Den Triumph in Salzburg verdiente sich Jacksons Mannschaft mit hohem läuferischen Aufwand und einer konsequenten Chancenauswertung im Vergleich zum ungewöhnlichen 0:0 aus dem Hinspiel. "Wir waren im ersten Spiel überrascht, das waren wir diesmal nicht", urteilte der Coach über sein Team um Kapitän Michael Wolf. "Wir sind zu Recht im Finale", fand Kastner.

Dort wartet aber der Champions-League-Sieger der Jahre 2016 und 2017 aus einer Liga, die in der Breite wesentlich stärker ist als die DEL. Jackson schätzte die Schweden als "eine großartige Mannschaft" ein, und die Münchner müssen gewiss einen Sahnetag erwischen, um in Göteborg zu bestehen.

Aber, sagte Abeltshauser, "wir haben die meisten Spiele auswärts gewonnen, es macht nichts. Wir sind heiß. Wir haben gesagt, wir hören nicht auf, bis die europäische Krone uns gehört."

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