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Wie schlagen sich die deutschen Basketballer?

NBA-Halbzeitfazit: Wie schlagen sich Dirk, Dennis und Co.?

17.01.2019 15:26
Nowitzki (l.), Schröder (m.) und Theis (r.) spielen in der NBA
Nowitzki (l.), Schröder (m.) und Theis (r.) spielen in der NBA

Erstmals in der Geschichte stehen gleich sieben deutsche Basketballer in der NBA unter Vertrag. Während die erste Saisonhälfte für Dirk Nowitzki enttäuschend verlief, blühen andere DBB-Profis bei ihren Teams voll auf. Wir haben die Situationen der Deutschen unter die Lupe genommen.

  • Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks)

Der Power Forward kommt in seiner 21. Saison für die Dallas Mavericks einfach nicht in den Tritt. Nachdem sich der 40-Jährige im Frühjahr 2018 einer Knöchel-Operation unterziehen musste, kehrte der gebürtige Würzburger erst Mitte Dezember auf das Parkett zurück.

In seiner deutlich kleineren Rolle ist Nowitzki die lange Pause anzusehen. Lediglich 3,7 Punkte pro Partie und Trefferquoten 30,5 Prozent aus dem Feld sowie 27 Prozent von der Dreierlinie liegen weit hinter den Ansprüchen des Champions von 2011.

"Es wird auch weiter Spiele geben, wo er nicht dabei ist oder nur die erste Halbzeit oder nur die zweite spielt", kündigte Mavs-Coach Rick Carlisle zuletzt gegenüber den "Dallas Morning News" an.

Gut möglich also, dass sich Nowitzki in seiner vermeintlich letzten Spielzeit im Kampf um die Playoffs mit einer Nebenrolle abfinden muss.


  • Maximilian Kleber (Dallas Mavericks)

Ein Grund für die geringe Spielzeit Nowitzkis sind unter andrem die grundsoliden Auftritte von Teamkollege Maximilian Kleber.

Nowitzki (l.) und Kleber (r.) bei Dallas
Nowitzki (l.) und Kleber (r.) bei Dallas

Der 26-Jährige bekommt aufgrund seiner guten Defense auch in seinem zweiten Jahr das Vertrauen der Texaner geschenkt.

Nach einem durchwachsendem Dezember, in dem der Ex-Münchner einige Begegnungen komplett auf der Bank sitzen musste, meldete sich der 26-Jährige im Januar bislang stark zurück.

In den ersten sieben Spielen des Jahres glänzte Kleber neben starken Wurfquoten (54,8 Prozent aus dem Feld) mit 7,6 Punkten und 4,7 Rebounds in durchschnittlich 22,4 Minuten.


  • Dennis Schröder (Oklahoma City Thunder)

Im Gegensatz zu Kleber musste sich Schröder im Sommer an ein neues Umfeld gewöhnen. Grund dafür war der Trade des Nationalspielers von den Atlanta Hawks zu den Oklahoma City Thunder.

Anstatt wie zuletzt in Georgia um den ersten Pick des Drafts zu tanken, kämpft der Point Guard bei OKC wieder um zählbare Erfolge. Dies kommt dem 25-Jährigen sichtlich zu Gute.

Nach der Rückkehr von Superstar Russell Westbrook kommt der Braunschweiger unter Trainer Billy Donovan in der Regel "nur" als sechster Mann. Durch seine Schnelligkeit und seinem Zug zum Korb bringt Schröder seinem Team aber wichtiges Scoring (15,4 Punkte im Schnitt) von der Bank.

Da die Thunder momentan auf dem dritten Platz der Western Conference liegen, könnte Schröder erstmals seit 2017 wieder Playoff-Luft schnuppern.


  • Daniel Theis (Boston Celtics)

Auch an einer Postseason-Teilnahme der Boston Celtics zweifelt kaum ein NBA-Fan. Jedoch wird der Rekordmeister seiner vermeintlichen Favoritenrolle im Osten bislang nicht voll gerecht.

Celtics-Profi Daniel Theis
Celtics-Profi Daniel Theis

An Theis ist die Schwerfälligkeit der Celtics jedoch nicht festzumachen. Denn der Big Man bringt in dieser Spielzeit wieder seine typischen Eigenschaften ein: Defense und Physis. Deshalb ist der ehemalige Bamberger fester Bestandteil der Rotation von Übungsleiter Brad Stevens.

Auch eine Verletzungspause (Einriss der Sehnenplatte) brachte Theis zu Saisonbeginn nicht aus dem Tritt. Gegen die Chicago Bulls feierte der 26-Jährige im Dezember mit 22 Punkten sein Karriere-Höchstwert.

Trotzdem spielt Theis in der Offense neben Kyrie Irving, Jayson Tatum und Co. eine untergeordnete Rolle.


  • Isaiah Hartenstein (Houston Rockets)

Rund 3000 Kilometer südwestlich versucht sich Isaiah Hartenstein weiter in die Mannschaft der Houston Rockets zu spielen. Während der 20-Jährige zu Saisonbeginn noch öfters Minuten sammeln durfte, kam der Center in den letzten Wochen kaum noch zum Zug.

Stattdessen lief die Nachwuchshoffnung zumeist für die Rio Grande Valley Vipers in der G-League auf. Ein kleiner Lichtblick: Gegen die Memphis Grizzlies kehrte Hartenstein vor wenigen Tagen wieder auf das NBA-Feld zurück.


  • Moritz Wagner (Los Angeles Lakers)

Nach seiner erfolgreichen Zeit an der University of Michigan startete der 20-Jährige im Sommer sein Abenteuer in der besten Basketball-Liga der Welt.

Doch der 25. Pick des Drafts wurde zum Start bei den Lakers von einer Knieverletzung ausgebremst. Aufgrund dessen verpasste der 21-jährige Berliner die Saisonvorbereitung.

Auch deshalb musste sich der Center in der ersten Saisonhälfte hinten anstellen. Zumal die Traditionsfranchise nach der Ankunft von LeBron James unter Erfolgsdruck steht und mit JaVale McGee und Tyson Chandler unter den Brettern auf Erfahrung setzt.

Immerhin kam Wagner nach einigen Auftritten in der G-League zuletzt öfters in der NBA zum Einsatz. In 13 Partien konnte der Berliner seine ersten 45 Punkte sammeln. Besonders die ersten Zähler wurden von seinen Teamkollegen extrem gefeiert.


  • Isaac Bonga (Los Angeles Lakers)

Genau wie Wagner gilt Isaac Bonga bei den Kaliforniern als Perspektivspieler. Bei den South Bay Lakers sammelt der 19-Jährige wichtige Erfahrung in der Entwicklungsliga.

In der NBA kam der Guard bislang zu sechs Kurzeinsätzen. Lakers-Präsident Magic Johnson gilt als großer Fan des deutschen Talents und auch Bonga glaubt an sich. "Mein Ziel ist ja nicht, einfach nur in der NBA zu sein, sondern einer der besten Spieler in dieser Liga, in der kompletten Welt zu werden", äußerte sich der Ex-Frankfurter gegenüber "spox.com".

Jannik Kube

 

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