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Form, Personal, Transfers und Co.

Gladbach im Rückrundencheck: Die Angst vor dem Absturz

17.01.2019 08:46
Wie schlägt sich Borussia Mönchengladbach in der Rückrunde?
Wie schlägt sich Borussia Mönchengladbach in der Rückrunde?

So viel steht fest: Borussia Mönchengladbach ist ärgster Verfolger des Spitzen-Duos BVB und FC Bayern. Und: Das Team von Dieter Hecking darf sich als Dritter der Fußball-Bundesliga berechtigte Hoffnungen auf die Qualifikation für die Champions League machen. Aber: Ausgerechnet in der Wintervorbereitung stotterte der Offensiv-Motor der Fohlenelf spürbar. Erinnerungen an die letzte Saison werden wach. Findet Gladbach rechtzeitig zum Auftakt zurück in die Spur? sport.de macht den Rückrunden-Check.

Gladbach-Rückrundencheck: Testspiele/Form

1:2 gegen den 1. FC Magdeburg, 0:2 gegen Standard Lüttich: die beiden Testspiele im Trainingslager in Spanien ließen tiefe Sorgenfalten auf der Stirn von Dieter Hecking erkennen. "Wir sind noch in dem Modus, den wir brauchen", bilanzierte der Coach, der seine Mannschaft gegen die Belgier sogar in Bestbesetzung aufs Feld geschickt hatte. "Wir werden die kommenden Tage noch brauchen und daran arbeiten, das Spieltempo zu erhöhen", versprach der 54-Jährige und sollte Recht behalten.

Auf dem Weg ins Finale des Telekom Cups schlugen die stark verbesserten Gladbacher Hertha BSC mit 1:0. Gegen den FC Bayern unterlag die Borussia nach einem 0:0 in der regulären Spielzeit erst im Elfmeterschießen mit 2:4. "Es geht in die richtige Richtung", freute sich Hecking nach der Partie. 

Gladbach-Rückrundencheck: Personal

Bis auf die Langzeitverletzten Raffael (Schlüsselbeinbruch) und Mamadou Doucouré (Muskelbündelriss im Oberschenkel) stehen alle Akteure zur Verfügung, allerdings in unterschiedlichem Maße. 

"Wir haben einige Spieler, die aus einer Verletzung kommen und die wir heranführen müssen", erklärte Hecking im "kicker" und meinte damit insbesondere Matthias Ginter und Jonas Hofmann.

Erstgenannter ist nach seiner schweren Gesichtsverletzung noch nicht wieder auf der Höhe, auch Hofmann muss nach seiner langen Pause im Dezember erst wieder auf Touren kommen. 

Weniger groß sind die Fragezeichen hinter Michael Lang, Oscar Wendt, Nico Elvedi, Yann Sommer und Alassane Pleá, auch wenn das Quintett im Telekom Cup nicht zum Einsatz kam. Aus Gründen der Belastungssteuerung verordnete Hecking seinen Dauerbrennern vorsorglich eine Pause.

Gladbach-Rückrundencheck: Transfers

Keine Zugänge, keine Abgänge: Bei der Borussia ist auf dem Transfermarkt bislang nichts passiert. Spekulationen gibt es trotzdem reichlich.

Insbesondere der Name von Thorgan Hazard beherrscht die Gazetten. Der neunfache Torschütze der aktuellen Spielzeit wird vor allem mit Borussia Dortmund, dem FC Bayern und englischen Klubs wie dem FC Liverpool in Verbindung gebracht. Der Spielmacher mit Vertrag bis 2020 wird allerdings mindestens bis zum Sommer Teil der Fohlenelf bleiben. Vielleicht sogar darüber hinaus.

"Gladbach und er sind eine Erfolgsgeschichte, die hoffentlich noch lange andauert. Ich habe ihn noch nicht aufgegeben", erklärte Max Eberl Anfang Januar.

Auch Patrick Herrmann soll bleiben, obwohl dieser gern mehr Einsatzzeit hätte. "Er ist ein wichtiger Spieler", sagte der Sportdirektor und fügte an: "Die Chance, dass er auch in der Rückrunde noch bei uns ist, schätze ich zwischen 80 und 90 Prozent ein."

Auch wenn das Transferfenster noch bis Ende Januar geöffnet ist, wird es vermutlich keine Zugänge mehr geben. "Ich bin froh über unseren Kader", betonte Eberl. Auch "weil die Summen Dimensionen erreicht haben, die für uns nicht mehr möglich sind".

Zu einer Rückkehr von Andreas Christensen (FC Chelsea) und Reece Oxford (West Ham United), die zuletzt immer mal wieder im Gespräch waren, wird es vorerst wohl nicht kommen. 

Gladbach-Rückrundencheck: Das macht Sorgen

Sorgenvoll geht der Blick von Fans und Verantwortlichen zurück auf die letzte Saison. Damals standen die Borussen nach 17 Spielen auf Platz sechs, Rang zwei war mit nur zwei Punkten Abstand greifbar.

Doch statt ganz oben anzugreifen, leisteten sich die Gladbacher in den ersten sechs Partien der Rückrunde gleich fünf Niederlagen. Am Ende reichte es nicht einmal für die Europa League. Das soll sich in diesem Jahr auf keinen Fall wiederholen. 

Aber Achtung: Zum Auftakt gastiert die Fohlenelf bei Bayer Leverkusen. Sicher keine leichte Aufgabe. Die Werkself hat unter dem neuen Coach Peter Bosz und nach einer durchwachsenen Hinrunde einiges gutzumachen.

Nicht umsonst betonte Eberl zuletzt: "Das Spiel ist für mich das aller wichtigste." Und auch Heckings "Ziel ist ein guter Start gegen Leverkusen", um Gedanken an Anfang 2018 erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Gladbach-Rückrundencheck: Das macht Hoffnung

Die Borussia hat in der Hinrunde bereits eindrucksvoll bewiesen, dass sie mit den ganz Großen mithalten kann. Die Gladbacher erzielten zusammen mit dem FC Bayern die zweitmeisten Tore (36), nur Borussia Dortmund hat acht Treffer mehr verbucht. Bei den Gegentoren (18) befindet sich die Fohlenelf auf einem Niveau mit dem Rekordmeister und dem Spitzenreiter. Nur RB Leipzig hat noch ein Tor weniger kassiert. 

Außerdem zeigte sich Hecking zuletzt immer wieder äußerst flexibel in der taktischen Ausrichtung seiner Schützlinge. Schon in der Hinrunde hatte er sein Team von 4-4-2 auf 4-3-3 umgebaut, das Spiel von Ballbesitz auf schnelles Umschalten umgestellt und damit dafür gesorgt, dass der Kader seine Stärken besser ausspielen kann. Im Trainingslager verfeinerte der 54-Jährige das System weiter. 

Auch der Konkurrenzkampf im ohnehin schon starken Mittelfeld, in dem Hofmann und Florian Neuhaus in der Hinrunde brillierten, kommt dem Trainer entgegen. Denis Zakaria und Michael Cuisance drängen in die Startelf und sorgen für weitere Optionen. 

Gladbach-Rückrundencheck: Prognose

Viel wird in Gladbach vom Start abhängen. Schließlich warten (neben dem FC Augsburg) mit Bayer Leverkusen und dem FC Schalke 04 in den ersten drei Spielen gleich zwei bislang strauchelnde Gegner, die sich ebenfalls anschicken, am Ende der Saison unter den Europapokal-Teilnehmern zu sein. 

Findet die Hecking-Truppe schnell wieder zu ihrem Rhythmus und besteht den Härtetest gegen die Bosz-Elf, wird sie mit neuem Schwung und dank ihrer fußballerischen Überlegenheit am Ende der Saison zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte den Sprung in die Champions League schaffen. 

Chris Rohdenburg

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