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Hirscher siegt im Weltcup-Slalom

Nur 15. in Adelboden: Neureuther sucht den "Klickmoment"

13.01.2019 14:25
Felix Neureuther fuhr in Adelboden auf Rang 15
© getty, Christophe Pallot/Agence Zoom
Felix Neureuther fuhr in Adelboden auf Rang 15

Vergebliches Warten "auf den Klickmoment": Nach Platz 15 in Adelboden stellt Felix Neureuther drei Wochen vor WM-Beginn alles in Frage.

Felix Neureuther war bedient. Zwar hatte der beste deutsche Skirennläufer auch am legendären Chuenisbärgli eine Aufholjagd gestartet, mehr als Platz 15 war für ihn aber nicht drin beim Weltcup-Slalom in Adelboden. "So", sagte Neureuther über seinen vor allem im ersten Lauf zu zaghaften Auftritt, "so gewinnst du keinen Blumentopf."

Während Österreichs "Kannibale" Marcel Hirscher seine Weltcup-Siege Nummer 66 und 67 bejubelte, fügte sich Neureuthers Frust drei Wochen vor WM-Beginn nahtlos in das jämmerliche Gesamtbild der deutschen Alpinsparte ein. Die Abfahrer sind nach den Kreuzbandrissen von Thomas Dreßen und Andreas Sander arg dezimiert, am Samstag verletzte sich Stefan Luitz beim Riesenslalom in Adelboden an der Schulter. "Das ist für uns gerade der absolute Worst Case", sagte Teamleader Neureuther, "aber wir kämpfen weiter."

Wo er selbst dabei ansetzen muss, schien er im Berner Oberland noch nicht zu wissen. "Da kommt gerade alles zusammen: Kopf, Körper, Material", sagte der 34-jährige Partenkirchner, "ich warte auf den Klickmoment. Dass ich merke: Hoppla, jetzt geht's wieder alles einfach und ohne großes Nachdenken."

Neureuther: "Das ärgert mich"

Dieser Moment aber will nicht kommen, zuletzt gelang ihm stets nur ein ordentlicher Lauf. "Das ärgert mich", sagte Neureuther, "da ist auch Frust dabei. Ich habe andere Ansprüche." Nach Rang 27 im ersten Durchgang habe er zwar "ein bisschen Schadensbegrenzung betrieben, aber alles in allem kann ich nicht zufrieden sein. Es liegt noch viel Arbeit vor mir."

Dabei schienen die Voraussetzungen günstig: Neureuther fuhr erstmals nach seiner Daumenverletzung wieder ohne Schiene und war "froh, dass ich das Ding los bin". Dennoch fehle ihm weiterhin "die Sicherheit", gab er zu: "Momentan ist es mehr Kampf statt Genuss. Mir fehlt ein bisschen der Punch bei jedem Schwung. Da müssen wir uns Gedanken machen."

Einziger deutscher Lichtblick im Berner Oberland war Dominik Stehle. Der 32-Jährige aus Obermaiselstein erfüllte als Elfter die halbe interne WM-Norm. "Ich bin sehr erleichtert", sagte Stehle, "die letzte Zeit war nicht so einfach." Für Fritz Dopfer und Linus Straßer gilt das weiterhin, keiner von beiden sammelte in Adelboden Punkte.

Ganz anders Hirscher: Neun Mal hat er nun auf einem der anspruchsvollsten Hänge im Weltcup gewonnen - kein anderer Skirennläufer gewann häufiger am selben Ort. Hirscher gelang es am Sonntag trotz "Sauwetters", wie er angesichts von Regen und Schnee schimpfte.

Ungewohnt nur als Drittschnellster war er ins Finale gegangen. "Ich bin ein Langschläfer", scherzte er über die für seine Verhältnisse fast zögerliche Fahrt im ersten Lauf. Im Finale fuhr er "wieder aufgeweckter" und "Vollschub". Das reichte, um Clement Noel um eine halbe Sekunde zu distanzieren.

 

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