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"Mehr eine kommerzielle Frage"

Di Grassi: F1 ist mit Verbrennungsmotor todgeweiht

12.01.2019 12:15
Lucas di Grassi sieht die Formel 1 auf dem absteigenden Ast
Lucas di Grassi sieht die Formel 1 auf dem absteigenden Ast

Ist die Formel 1 mit ihrem aktuellen Modell bald tot? Der Meinung ist zumindest Lucas di Grassi. Der Brasilianer glaubt, dass die Königsklasse keine neuen Hersteller mehr finden wird, wenn sich der Bereich der Straßenwagen in Richtung Elektro verschiebt.

"Wenn langfristig alle Hersteller nur Elektroautos produzieren, weil sie günstiger sind und sie von den Vorgaben dazu gezwungen werden: Warum sollten sie dann in die Formel 1 kommen, wenn es dort noch Verbrennungsmotoren gibt?", wird er von "RaceFans" im Rahmen des Formel-E-Rennens in Marrakesch zitiert.

Zwar ist die Elektrotechnologie im alltäglichen Straßenverkehr noch nicht so stark verbreitet, doch die Zeichen deuten darauf hin, dass sie Verbrennungsmotoren in nicht allzu ferner Zukunft immer weiter verdrängen wird.

Das Interesse der Hersteller ist an der Formel E schon jetzt größer als an der Formel 1: Während in der Königsklasse gerade einmal vier Hersteller vertreten sind, sind es in der Formel E doppelt so viele - und Mercedes sowie Porsche steigen noch in diesem Jahr zu.

Di Grassi, der die Formel E von Anfang an mit begleitet hat, ist überzeugt, dass Motorsport in Zukunft rein elektrisch sein wird - abgesehen von Rennen mit historischen Fahrzeugen. "Es wird günstiger sein, und es wird technisch gesehen einfacher sein, ein Auto mit mehr Performance zu designen", sagt der Audi-Pilot.

Er geht sogar so weit zu sagen, dass der klassische Motorsport in manchen Bereichen verboten sein wird. "Einige Länder werden die Bewerbung von Verbrennern nicht mehr akzeptieren", glaubt er und zieht einen Vergleich zum Tabakwerbeverbot.

Die Formel 1 war früher voll von großen Tabaksponsoren, bevor das sich ausweitende Verbot in vielen Ländern dafür sorgte, dass sie heute nahezu komplett aus der Königsklasse verschwunden sind.

"Mehr eine kommerzielle Frage"

Die Frage ist nun, wie die Formel 1 auf diese Entwicklung reagieren wird. Mit der Formel E gibt es bereits eine rein elektrische Serie, doch die Formel 1 weiß vor allem ihre Bedeutung und Geschichte hinter sich. Di Grassi könnte sich vorstellen, dass beide Serie mit unterschiedlichen Konzepten nebeneinander koexistieren: Eine Serie könnte in den Städten fahren, die andere auf echten Rennstrecken.

"Das ist mehr eine kommerzielle Frage oder eine strategische Entscheidung als eine technische Entscheidung", so der Audi-Pilot weiter. Wie schnell sich die Elektrotechnik im Motorsport durchsetzen wird, bleibt abzuwarten, doch laut di Grassi schreite der Übergang schon schneller als erwartet fort. "Hersteller kommen in Scharen zu uns. Wie es weitergeht, ist die große Frage. Die Antwort darauf kennt niemand."

Die Formel 1 geht ihren Weg erst einmal weiter: Das neue Motorenreglement ab 2021 sieht weiter den Einsatz der Turbo-Hybride vor.

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