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Heinevetter und Co.: Handballer entdecken Social Media

12.01.2019 11:25
Silvio Heinevetter beschäftigt sich seit Weihnachten mit Instagram
Silvio Heinevetter beschäftigt sich seit Weihnachten mit Instagram

Nationalspieler Tobias Reichmann sorgte mit seiner Kritik via Instagram für DEN Aufreger der ersten WM-Tage. Nach Vorbild der Fußballer entdecken auch immer mehr Handballer die sozialen Netzwerken für sich.

Silvio Heinevetter lernt schnell. Mal prostet er in Richtung Kamera, mal zeigt er seine Zähne, mal sitzt er auf dem Klo: Täglich postet der Nationaltorhüter neue Bilder und gewährt seinen Fans exklusive Einblicke im Internet.

Sophia, die Tochter seiner Lebensgefährtin Simone Thomalla, habe ihm "nach Weihnachten einen Account angelegt und mich dabei etwas an die Hand genommen", verriet Heinevetter im "Bild"-Interview: "Jetzt knalle ich selber Sachen raus, und es macht Spaß."

Diesen Instagram-"Spaß" teilen immer mehr Handballer, Heinevetter ist im deutschen Team mit seinem neuen Hobby beileibe kein Vorreiter.

Welche Bedeutung, und auch Sprengkraft, die sozialen Netzwerke inzwischen besitzen, zeigt das "Orlandogate" von Tobias Reichmann.

Der DHB-Rechtsaußen hatte sich nach seiner Ausbootung aus dem 16-köpfigen WM-Kader durch Bundestrainer Christian Prokop via Internet für fünf Tage nach Florida verabschiedet und mit spitzen Kommentaren auf Instagram ("Ich bin dann mal weg. Wieso, weiß ich gar nicht genau...Ahhh, doch...Spontanurlaub") für reichlich Wirbel gesorgt.


Mehr dazu: Handballer zeigen Verständnis für Reichmann-Frust


Auch wenn sich Reichmann mit der Aktion beim DHB keine Freunde machte: Die Zahl seiner Follower schnellte auf über 35.000 - womit er sich in die Top fünf der deutschen Mannschaft katapultierte.

Vorn liegt Kapitän Uwe Gensheimer mit 149.000 Fans, es folgen Keeper Andreas Wolff mit fast 90.000 und Patrick Groetzki mit knapp 40.000. Den Account Heinevetters haben seit seinem Einstieg am 2. Weihnachtstag bereits 16.000 Menschen abonniert.

Coach Prokop weiß um die Internet-Aktivitäten seiner Spieler. Grundsätzlich hat er kein Problem damit, ein Social-Media-Verbot gibt es nicht. "Nein, da vertraue ich meinen Spielern. Wir haben Bereiche wie beim Essen oder in Teamsitzungen, in denen unsere Handys tabu sind", sagte Prokop im großen "SID"-Interview kurz vor dem Turnier.

Es werde "zwar kein Verbot geben, aber allen muss bewusst sein, dass wir den medialen Konsum dosieren müssen."

Im internationalen Vergleich hinkt das deutsche Team hinterher. Mit durchschnittlich 38.000 Followern sind die Spieler der französischen Mannschaft bei der aktuellen WM die beliebtesten auf Instagram.

Nikola Karabatic beliebtester Handballer bei Instagram

752.000 Menschen verfolgen laut einer Studie der Informationsplattform für Sportwetten, Wettbasis (www.wettbasis.com) insgesamt die Posts aller französischen Profis. Es folgen Dänemark (536.000 Follower) und Deutschland (465.000).

Bei den beliebtesten Spielern liegt Gensheimer übrigens auf Platz drei. Größere Influencer sind im aktuellen WM-Turnier nur der am Samstag überraschend nachgereiste französische Superstar Nikola Karabatic mit 313.000 Instagram-Fans und sein jüngerer Bruder Luka (150.000). Vierter ist Olympiasieger Mikkel Hansen aus Dänemark (148.000 Abonnenten).

Vom großen Bruder Fußball trennen die Handballer jedoch Welten: Allein Superstar Cristiano Ronaldo folgen 151 Millionen Menschen.

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