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Gensheimer spricht über seinen großen Wunsch

11.01.2019 14:18
Uwe Gensheimer will unbedingt Handball-Weltmeister werden
Uwe Gensheimer will unbedingt Handball-Weltmeister werden

Uwe Gensheimer hat zum Auftakt der Heim-WM bewiesen, warum er eine der Führungsfiguren im deutschen Handballteam ist. Der Kapitän will endlich seinen ersten internationalen Titel gewinnen.

Auf den Captain war Verlass: Uwe Gensheimer ließ auf dem Parkett seine Weltklasse aufblitzen, er pushte das Publikum, stellte sich als letzter Spieler allen Interviewfragen - und er moderierte das heikle "Orlandogate" souverän weg.

Der Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft war beim lockeren 30:19-Auftaktsieg der Heim-WM gegen Korea auf und neben dem Platz voll auf der Höhe.

"Es war ein Gänsehautmoment, das erste Mal einzulaufen", sagte der Weltklasse-Linksaußen, der mit sieben Treffern wieder einmal bester Torschütze des Teams war. Seine persönliche Statistik interessierte den 32-Jährigen danach aber kaum: "Es ist ein Privileg, so etwas mitmachen zu dürfen. Man freut sich einfach, dass man ein Teil davon sein kann."

Gensheimer ist sogar ein ganz entscheidender Teil der deutschen Medaillen-Mission. Spielerisch ist der Profi des französischen Topklubs Paris St. Germain für Bundestrainer Christian Prokop unersetzbar, aber auch als Führungsfigur ist Gensheimer gleich zum Turnierstart gefragt.

Der WM-Ärger um den auf Abruf stehenden Rechtsaußen Tobias Reichmann, der sich mit spitzen Kommentaren auf Instagram Richtung Orlando/Florida verabschiedet hatte, sorgte intern für Wirbel.

Gensheimer will mit Deutschlands Handballern den WM-Titel erringen

Nicht alle Spieler reagierten so souverän auf Nachfragen wie Gensheimer. "Ich gehe davon aus, dass, falls es zu dem Worst Case kommt und wir Tobias brauchen, dass er dann auch hier bei uns ist", sagte der 32-Jährige: "Aber so weit wollen wir noch nicht denken."

Gensheimer blickt lieber auf das zweite Gruppenspiel am Samstag (18:15 Uhr) gegen die physisch starken Brasilianer, die er deutlich stärker einstuft als die kleinen Koreaner. "Sie spielen sehr variabel in der Deckung und haben auch gute Schützen auf den Rückraumpositionen", sagte der Kapitän, dem bei aller Euphorie auch einige Sachen gegen Korea nicht gefallen haben: "Wir waren ein bisschen zu schlampig in der Chancenauswertung und haben den einen oder anderen Schlagwurf zu viel zugelassen."

Gensheimer legt den Finger in die Wunde - und das nicht ohne Grund. Der vielleicht beste Linksaußen der Welt will nicht als "Uwe, der Unvollendete" abtreten. Gensheimers Gier nach dem großen Wurf, nach seinem ersten internationalen Titel, ist riesig. "Ich würde lügen, wenn ich sage, dass das nicht in meinem Kopf ist. Es ist mein großer Ansporn, das mit dieser Mannschaft zu schaffen", sagte er über seine Titel-Mission: "Wir haben das Potenzial in der Mannschaft, weit zu kommen."

Gensheimer: Instagram-Star und Torjäger vom Dienst

Über das größte Potenzial, da sind sich die Experten einig, verfügt im deutschen Team Gensheimer selbst.

Der Mann mit den genialen Handgelenks-Würfen ist ein Torjäger vom Dienst, mit seiner Nervenstärke und Präzision hat er bereits viele Meisterschaften und Pokale gewonnen - nur der ganz große Titel fehlt ihm noch. Beim Gold-Coup der Bad Boys bei der EM vor drei Jahren in Polen musste Gensheimer verletzt zuschauen.

Seiner Beliebtheit hat das keinen Abbruch getan. Der gebürtige Mannheimer, der vor einer Rückkehr im Sommer zu seinem Ex-Klub Rhein-Neckar Löwen steht, hat mit 149.000 Followern so viele Fans wie kein anderer deutscher Handballer auf Instagram - auch wenn ein anderer Spieler dort derzeit für mehr Wirbel sorgt.

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