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Danish Dynamite zündet: "Wilde" Gala nährt WM-Hoffnung

11.01.2019 12:39
Mikkel Hansen und die Dänen brannten ein Feuerwerk ab
Mikkel Hansen und die Dänen brannten ein Feuerwerk ab

Zuckerpässe, Zaubertore und ein überragender Niklas Landin: Co-Gastgeber und Mitfavorit Dänemark ist mit einer spektakulären Torparty in die WM gestartet.

Nikolaj Jacobsen war ergriffen. So etwas hatte selbst der Bundesliga-Meistercoach noch nicht erlebt. "Davon habe ich geträumt, als ich zusagte, dänischer Nationaltrainer zu werden", sagte der 46-Jährige nach dem 39:16 (22:4)-Kantersieg des Co-Gastgebers in seinem WM-Auftaktspiel gegen Chile: "Es war nur, um solche Erfahrungen zu machen, die wir letzte Nacht gemacht haben."

Dabei spielte der beeindruckende Auftritt zum WM-Start nur eine untergeordnete Rolle. Die famose Atmosphäre vor 12.500 Zuschauern in der Royal Arena von Kopenhagen hatte Jacobsen, der auch die Rhein-Neckar Löwen trainiert, tief berührt. "Es war großartig", sagte er und sprach von einer Gänsehaut. Berlins Torjäger Hans Lindberg pflichtete ihm bei: "Es war wild."

Wild war nicht bloß die ausgelassene Stimmung auf den Rängen, sondern auch das dänische Spiel. Mit Hochgeschwindigkeits-Handball par excellence dominierte der Olympiasieger von Beginn an und gab mit einer nahezu perfekten ersten Halbzeit eine erste Kostprobe seines Potenzials. Die Sehnsucht nach dem WM-Titel ist groß im Land des zweimaligen Europameisters. Bei ihrem Heimturnier wollen die Dänen endlich ihren WM-Fluch besiegen und sich erstmals die WM-Krone aufsetzen. Bloß nicht wieder Zweiter wie 1967, 2011 und 2013, lautet das Motto.

Entscheidenden Anteil an der 22:4-Führung zur Pause hatte die Defensive um den überragenden Niklas Landin. Der Torhüter vom deutschen Rekordmeister THW Kiel vernagelte sein Tor geradezu und hielt sagenhafte 71 Prozent aller Würfe, bevor er zur Halbzeit ausgewechselt wurde und dem Magdeburger Jannick Green Platz machte.

Doch auch das Tempospiel der Dänen um Superstar Mikkel Hansen (sieben Treffer) riss die Fans von ihren Sitzen. Allein im ersten Abschnitt prasselten zwölf (!) Gegenstöße auf die fast bemitleidenswerten Chilenen ein. Höhepunkt der Torgala von "Danish Dynamite": Ein hinterm Rücken verwandelter Schnellangriff von Linksaußen Casper Mortensen, der mit acht Toren bei acht Versuchen auch zum besten Torschützen seines Teams avancierte.

"Ich habe es überhaupt nicht trainiert. Es war etwas, das mein Vater mir irgendwann erzählt hat", berichtete Mortensen von seinem Zaubertor nach langem Pass von Landin: "Er redet gern über die Torhüter, und er hat gesagt, wenn ich mit voller Geschwindigkeit weit nach rechts komme, bleibt im Tor immer Platz."

In der zweiten Halbzeit ließen es die Dänen deutlich ruhiger angehen. Coach Jacobsen wechselte munter durch, um Kräfte für den weiteren Turnierverlauf zu sparen. Nächster Gegner auf der Mission WM-Titel ist am Sonntag in Herning Afrikameister Tunesien.

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