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Rennstall plant Personalabbau

Toro Rosso bedient sich beim Red Bull RB14

09.01.2019 09:05
Red Bull fährt den Standort Faenza aus Kostengründen stark zurück
Red Bull fährt den Standort Faenza aus Kostengründen stark zurück

Als Red Bull im November 2005 das Minardi-Team übernommen hat, geschah das in der festen Absicht, den italienischen Rennstall als "Kundenteam" von Red Bull Racing einzusetzen. Also kostenschonend mit der gleichen Technik wie das A-Team, soweit das vom Reglement zugelassen wird. Aber der Idee eines Kundenchassis schob das Concorde-Agreement zwischenzeitlich einen Riegel vor.

Das ist jetzt anders. Spätestens seit Haas nicht nur den Antriebsstrang von Ferrari bezieht, sorgt das sogenannte "Haas-Ferrari-Modell" in der Formel 1 für Diskussionen. Das hat auch bei Red Bull zu einem Umdenken geführt. War Toro Rosso in den vergangenen Jahren eine weitgehend eigenständige Operation mit einem eigenen Technischen Direktor (James Key), so soll die Verzahnung mit Red Bull Technology in Milton Keynes ab 2019 deutlich ausgebaut werden.

Toro Rosso habe bereits vor Weihnachten "drei LKWs voller Teile bekommen und wird viele Teile des 2018er-Autos von Red Bull Racing übernehmen, soweit das Reglement das erlaubt", bestätigt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko im Interview mit "Motorsport-Total.com". Das ist möglich, weil ab 2019 beide Teams mit Honda-Antrieb fahren. Marko: "Das komplette Heck ist von uns - alles, was laut Reglement zulässig ist."

Motiviert sind die strukturellen Änderungen im Formel-1-Programm der beiden Red-Bull-Teams durch den Faktor Kosten. Diese waren den Finanzern in der Konzernzentrale in Fuschl zu hoch, weil in den vergangenen Jahren zu wenig Synergien zwischen Milton Keynes und Faenza genutzt wurden. "Beim letzten Business-Plan-Meeting in Salzburg - ich glaube, nach Suzuka - hieß es, das muss jetzt passieren. Damit haben wir auf der Kostenseite zunächst einen kleinen Vorteil", unterstreicht Marko.

Standort Faenza wird wieder zurückgefahren

In Faenza wurde in den vergangenen Jahren die komplette Fabrik modernisiert und mit Key als Speerspitze eine fast 400 Mann starke Infrastruktur geschaffen, mit der das Team auch völlig unabhängig überleben könnte. Laut Informationen von "Motorsport-Total.com" würde Red Bull einem Verkauf von Toro Rosso aufgeschlossen gegenüberstehen. Bisher hat sich jedoch kein neuer Eigentümer gefunden.

Also gilt es, zumindest die laufenden Kosten zu senken. Und dafür ist das Haas-Ferrari-Modell ein "gutes" Vorbild, erklärt Marko: "Bei Toro Rosso haben wir 372 Leute. Wir bauen aber ab, aufgrund dieser Sache. Haas agiert mit 150 Leuten. Alleine schon von der kommerziellen und von der Erfolgsseite ist das ein sehr gutes Modell." Auch wenn das Ferrari-Haas-Modell hart "an der Grenze oder drüber" sei, "was die Aerodynamik betrifft".

Marko erwartet 2019 eine sportliche Verbesserung

1:1 auf Toro Rosso übertragbar ist das 2018er-Red-Bull-Chassis wegen der Regeländerungen ohnehin nicht. Auch wenn das das Wunschszenario wäre. Doch viele Teile werden einfach umlackiert und einer neuen Verwendung zugeführt. "Damit muss Toro Rosso unserer Meinung nach auf Platz fünf oder sechs fahren können. Das würde dann zusätzlich einen Sprung in den Preisgeldern für die Konstrukteurs-WM bedeuten", rechnet Marko vor.

Dass Red Bull Technology nicht gleich 2019er-Teile für beide Teams produziert, hat Kapazitätsgründe. Darunter würde Red Bull Racing leiden, aber das in Großbritannien stationierte Team soll 2019 erstmals seit sechs Jahren Weltmeister werden. Erst "um Sommer herum", so Marko, werde Toro Rosso neue Teile erhalten: "In der Zeit, in der wir nicht mehr so hoch produzieren, können wir mit unserer Kapazität in Milton Keynes sehr viele Teile für Toro Rosso machen."

Früher sei nicht möglich, "weil das zeitlich nicht geht. Red Bull Racing ist zeitlich immer ganz am Limit. Gott sei Dank haben wir Newey dazu gebracht, dass wir jetzt zumindest ein Roll-out machen. Früher ist das Auto beim ersten offiziellen Test zum ersten Mal gelaufen. Da haben wir gleich ein, zwei Tage mit lauter Kinderkrankheiten verloren, weil etwas nicht funktioniert hat. Trotz unserer großen Maschinenkapazität geht es nicht, dass wir das Gleiche anliefern."

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