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"Totale Vorfreude" beim DHB-Team

Countdown läuft: Gensheimer und Co. beziehen WM-Quartier

08.01.2019 18:54
Das DHB-Team hat sein WM-Quartier bezogen
Das DHB-Team hat sein WM-Quartier bezogen

Mit dem Einzug ins WM-Quartier hat sich die Vorfreude der deutschen Handballer auf die Heim-Weltmeisterschaft nochmal gesteigert. Auch das öffentliche Training schürte die WM-Euphorie.

Aus den Lautsprechern dröhnte der Rapsong "Ohne mein Team", als die deutschen Handballer unter dem großen Jubel der rund 2000 Fans die Halle betraten. Die Nationalspieler gaben eine Kostprobe ihres Könnens, die Zuschauer sorgten mit La Ola bereits für WM-Stimmung. Am Ende der 50-minütigen Einheit schrieben Uwe Gensheimer und Co. fleißig Autogramme und hielten für Selfies geduldig ihre Gesichter in die Handykameras.

Das öffentliche Training in Berlin hatte seinen Zweck erfüllt: Vor dem WM-Eröffnungsspiel am Donnerstag (ab 18:15 Uhr im LIVE-Ticker) gegen ein vereintes Team Korea ist die Euphorie bei Spielern und Fans nochmal gestiegen.

"Der ein oder andere Spieler hätte sich gewünscht, dass die Koreaner schon jetzt auf der Platte stehen. Sie scharren mit den Füßen", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Auch Bundestrainer Christian Prokop verspürte "totale Vorfreude. Jetzt kann es richtig losgehen." Kapitän Uwe Gensheimer erklärte: "Es ist toll und beflügelt einen, so empfangen zu werden."

Prokop will Vorfreude in Euphorie umwandeln

Schon beim Bezug des WM-Quartiers wenige Stunden zuvor war die Vorfreude bei den deutschen Handballern groß gewesen. Gensheimer schlenderte im Hotel am Potsdamer Platz in weißen Frottee-Pantoffeln über die Flure, Prokop verschwand mit einem Lächeln im Fahrstuhl, und Fabian Böhm machte große Augen. Der Rückraumspieler war beeindruckt: "Auf dem Weg zum Hotel habe ich überall Plakate gesehen."

Auch Spielmacher Martin Strobel stellte fest: "Jetzt steigt die Spannung. Wenn man im Hotel eincheckt und dann zum ersten Training fährt, geht es richtig los." Die Unterstützung der 14.800 Zuschauer in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof kann der Olympiadritte gegen Korea gut gebrauchen. Die unorthodoxe Spielweise der Asiaten und die politische Dimension des gemeinsamen Auftritts der verfeindeten Brüder-Nationen birgt Risiken.

"Wir haben gegen Korea ein Auftaktspiel, das medial und auch politisch stark begleitet wird", sagt Prokop. Entscheidend sei es, "dass wir nicht nur gute Gastgeber sein wollen, sondern von Anfang an die Vorfreude in Euphorie umwandeln wollen."

"Wir wollen mit unserer Leistung einen Hype auslösen"

Von der Verbandsspitze haben Prokop und sein Team das Ziel Halbfinale ausgerufen bekommen. Insgeheim liebäugelt der ein oder andere aber auch schon mit dem Titel und einem zweiten Wintermärchen wie bei der letzten Heim-WM 2007. "Natürlich wollen wir das schaffen", sagt Gensheimer, der beim Gold-Coup der "Bad Boys" bei der EM 2016 verletzt gefehlt hatte: "Wir wollen mit unserer Leistung einen Hype auslösen."

Ein Hype, der sich auch finanziell für die Spieler bezahlt machen würde. Bei einem WM-Titel erhält das gesamte Team eine Prämie in Höhe von 450.000 Euro. Bei einer Finalniederlage am 27. Januar bei Co-Gastgeber Dänemark (Herning) wären immerhin noch 350.000 Euro im Topf. Das Erreichen der Hauptrunde in Köln bringt 50.000 Euro ein. 

Kritik an Prokop von Schwarzer und Kraus

Ein neunter Platz wie bei der EM vor einem Jahr wäre jedoch eine herbe Enttäuschung. Prokop, der bei seinem Debüt in Kroatien viel Kritik einstecken musste, wäre dann als Bundestrainer nicht mehr zu halten. Der 40-Jährige hat verstärkt an seiner Kommunikation gearbeitet und bei der Nominierung mehr auf die Teamhierarchie geachtet.

"Er hat nun die Sicherheit, die Mannschaft hinter sich zu wissen", sagte Hanning. Kritik an Prokop kommt aber auch vor der Heim-WM auf. Der ehemalige Welt- und Europameister Christian Schwarzer moserte öffentlich über die Nicht-Nominierung von Rechtsaußen Tobias Reichmann. Weltmeister Michael Kraus, der selbst vergeblich auf ein WM-Ticket gehofft hatte, kann "nicht verstehen", dass sein Vereinskollege und Torhüter Johannes Bitter nur Stand-by-Spieler ist.

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