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Transfer-Duelle um Sancho, Hudson-Odoi oder Werner

Warum BVB und FC Bayern jetzt dieselben Spieler jagen

11.01.2019 10:57
Immer mehr Transfer-Duelle zwischen FC Bayern und BVB
Immer mehr Transfer-Duelle zwischen FC Bayern und BVB

Ob Jadon Sancho, Callum Hudson-Odoi oder Timo Werner: Immer häufiger beschäftigen sich Borussia Dortmund und der FC Bayern München mit denselben Spielern - eine brisante Wende auf dem Transfermarkt.

Vielleicht noch nie in der Fußballgeschichte wurde ein Transfergerücht so hochoffiziell kommentiert, wie die Spekulationen um ein Interesse des FC Bayern an Jadon Sancho.

"Richtig ist, dass der FC Bayern München Jadon Sancho sehr wohl haben wollte und ihm deshalb ein Angebot gemacht hat, das leider nicht angenommen wurde", erklärte Hasan Salihamidzic im November 2018 - nicht in einem Interview, nicht einmal in einem Vereinskom­mu­ni­qué, sondern in einer eidesstattlichen Versicherung, aus der die "Sport Bild" zitierte.

Der Sportdirektor trat damit Berichten des Blattes entgegen, die Münchner hätten sich zwar vor seinem Wechsel 2017 von Manchester City zum BVB mit Sancho beschäftigt, diesen aber für nicht gut genug befunden.

Es war dem in München nicht unumstrittenen Salihamidzic lieber, die ebenfalls bittere Wahrheit ans Licht zu bringen: Dortmund und Bayern wetteiferten um die Dienste des englischen Ausnahmetalents, Sancho entschied sich für den BVB.

Werben um Jadon Sancho nicht das erste Transfer-Duell zwischen BVB und FC Bayern

Das Duell um Sancho ist nicht das erste der Bundesliga-Schwergewichte auf dem heiß umkämpften Transfermarkt. Und es wird aller Voraussicht nach nicht das letzte bleiben.

Medienberichten zufolge bemühten sich beide Klubs um Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea, wie Sancho ein Juwel aus dem schier unerschöpflichen englischen Talentepool - diesmal wohl mit dem besseren Ende für den Rekordmeister: Der Offensivspieler soll vor dem Wechsel nach München stehen.

Auch nach Timo Werner sollen sowohl BVB als auch FC Bayern ihre Fühler ausgestreckt haben. Der Vertrag des Nationalstürmers bei RB Leipzig läuft nur noch bis 2020. Im kommenden Sommer ist der 22-Jährige wohl zu haben.

Bedienten sich die Verantwortlichen aus München und Dortmund bei ihrer Suche nach Neuzugängen bis vor einiger Zeit noch in gänzlich unterschiedlichen Regalen, scheinen sich die Beuteschemas derzeit anzugleichen.

Gründe für Wettbewerb zwischen BVB und FC Bayern sind vielschichtig

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig. Ein wichtiger: Der FC Bayern hat die Zeichen der Zeit erkannt. Im Wettbieten um die absoluten Top-Stars der Branche gegen die Big Spender aus England, Spanien, Frankreich und Italien können und wollen die Münchner nicht mehr mithalten.

Schon 2017 forderte Torjäger Robert Lewandowski in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters, die Verantwortlichen müssten in Sachen Transfers "kreativer sein und sich etwas ausdenken". Der Transfer von Hudson-Odoi fiele in diese Kategorie, auch wenn der 18-Jährige mit rund 40 Millionen Euro beileibe kein Schnäppchen wäre.

Kreative Lösungen suchen, schneller und besser im Scouting zu sein als andere, das war für den BVB jahrelang der einzig gangbare Weg, seine in unschöner Regelmäßigkeit von größeren Klubs abgeworbenen Stars zu ersetzen. Das Credo der Westfalen: junge Spieler verpflichten und sie zu fertigen Profis und Leistungsträgern entwickeln.

Bei Akteuren wie Mats Hummels, Robert Lewandowski oder Pierre-Emerick Aubameyang funktionierte diese Herangehensweise hervorragend. Mit Ausnahme-Talenten wie Ousmane Dembélé oder jetzt Christian Pulisic füllten den Verantwortlichen um Sportdirektor Michael Zorc ihre Kriegskasse.

Väter des Erfolgs beim BVB: Hans-Joachim Watzke (l.) und Michael Zorc
Väter des Erfolgs beim BVB: Hans-Joachim Watzke (l.) und Michael Zorc

BVB mit neuem Selbstbewusstsein - wackelt der Platzhirsch-Status des FC Bayern?

Nicht zuletzt die Gerüchte um Werner zeigen aber: Mittelfristig wird sich die Borussia mit dem Status als Ausbildungsklub nicht zufrieden geben.

Auch in Dortmund sind für Spitzenverdiener inzwischen Jahresgehälter in zweistelliger Millionenhöhe möglich. Dass im Fall Werner eine Ablösesumme von 60 Millionen Euro im Raum steht, ist ebenfalls kein Ausschlusskriterium mehr. Man könne "auch mal 100 bis 120 Millionen Euro in Gänze" für einen Spieler ausgeben, kündigte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke unlängst an.

Klar ist, dass der FC Bayern dank nach wie vor deutlich größerer Finanzkraft in Deutschland immer noch die besten Argumente hat, Spieler von einem Wechsel zu überzeugen.

Umworben von BVB und FC Bayern: Timo Werner
Umworben von BVB und FC Bayern: Timo Werner

Auch Werner soll nach München tendieren. "Wenn man bei RB Leipzig spielt und in Deutschland bleiben will, kommt ja nur ein Verein infrage, wo man hinwechseln kann", flirtete der Youngster zuletzt scheinbar unverblümt mit den Bayern.

Doch das ungeschriebene Gesetz, dass der FC Bayern im Transfer-Wettbewerb mit dem schwarz-gelben Rivalen immer und unter allen Umständen die Nase vorn hat, gilt spätestens seit Sancho nicht mehr. 

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus jedenfalls sieht den BVB im Werben um Werner nicht chancenlos. "Auch dort kann man Meister werden, in der Champions-League spielen und Großes erreichen. Am Ende wird die Frage sein, wo er das beste Gesamtpaket sieht und die Perspektive am verlockendsten ist", schrieb der 57-Jährige in seiner "Sky"-Kolumne.

Tobias Knoop

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Tabelle

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenFC Bayern26193468:274160
2Borussia DortmundBorussia DortmundDortmund26186264:303460
3RB LeipzigRB LeipzigRB Leipzig26147544:202449
4Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbach26145745:311447
5Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurt26137651:302146
6Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusen261331047:40742
7VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburg26126844:39542
8Werder BremenWerder BremenSV Werder26109746:38839
91899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheim26911650:381238
10Hertha BSCHertha BSCHertha BSC2698940:39135
11SC FreiburgSC FreiburgSC Freiburg26710937:42-531
12Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorf26941333:50-1731
131. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 0526861227:45-1830
14FC AugsburgFC AugsburgAugsburg26671337:47-1025
15FC Schalke 04FC Schalke 04Schalke 0426651527:44-1723
16VfB StuttgartVfB StuttgartVfB Stuttgart26551626:56-3020
17Hannover 96Hannover 96Hannover 9626351824:61-3714
181. FC Nürnberg1. FC NürnbergNürnberg26271719:52-3313
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