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"Wichtige Erkenntnisse" für den Bundestrainer

Prokops Wackelkandidaten zittern um WM-Ticket

05.01.2019 10:53
Christian Prokop muss bis zur WM noch zwei Spieler aus dem Kader streichen
Christian Prokop muss bis zur WM noch zwei Spieler aus dem Kader streichen

Das Ergebnis passte, die Stimmung war prächtig - und Bundestrainer Christian Prokop hatte gute Laune. Nicht, weil die deutsche Handball-Nationalmannschaft beim 32:24 (17:13)-Sieg gegen Tschechien im vorletzten Testspiel vor der Heim-WM so brilliert hätte. Ganz im Gegenteil: Die erschreckenden Schwächephasen zu Beginn beider Halbzeiten kamen Prokop gerade recht.

"Das war ein sehr aufschlussreicher Test", sagte der Bundestrainer: "Wichtige Erkenntnisse, die wir teilweise schon hatten, wurden nochmal bestätigt." Ob er dazu auch Erkenntnisse über die Wackelkandidaten zählte, wollte der 40-Jährige nicht verraten. Prokop sagte zu seinem Kader-Casting lediglich: "Wir wollen die stärkste Mannschaft zur WM schicken."

Nach der WM-Generalprobe am Sonntag in Kiel gegen Argentinien muss er zwei Spieler aus seinem derzeitigen 18-köpfigen Kader streichen. Zittern müssen vor allem Tim Suton (TBV Lemgo) und Franz Semper (SC DHfK Leipzig), die bislang noch kein großes Turnier bestritten haben. Es könnte aber auch ein prominenteres "Opfer" erwischen wie den Berliner Paul Drux. Für alle Wackelkandidaten ist Argentinien die letzte Bewährungschance.

Wiencek zu Fehlern:  "Wir waren alle ein bisschen nervös"

Einen Zusammenhang zwischen der Angst vor der Streichung und den vielen Konzentrationsschwächen gegen Tschechien sah Prokop nicht. "Es war mannschaftlich einfach der ein oder andere Fehler zu viel", sagte er: "Wir wollten dann die Sache flink wieder korrigieren." Dabei seien aber noch mehr Fehler passiert. "Wir waren alle ein bisschen nervös", gestand Kreisläufer Patrick Wiencek: "Bei der WM dürfen wir solche Fehler nicht machen, die werden da noch härter bestraft."

Prokop musste von der Seitenlinie aus mitansehen, wie die 6:0-Abwehr noch nicht richtig funktioniert, vor allem was die Abstimmung der Deckung mit den Torhütern betrifft. Aus der späteren 3:2:1-Formation heraus sah Prokop dagegen "ein super Tempospiel, da hat man gemerkt, was dann in der Halle passiert." Begeistert honorierten die 9967 Fans in der ausverkauften Hannover-Arena den starken Schlussspurt der deutschen Mannschaft.

Gensheimer führt das Team

Herausragend in den letzten Minuten war Kapitän Uwe Gensheimer. Der Weltklasse-Linksaußen von Topklub Paris St. Germain lief nach Startproblemen richtig heiß. "Es hat Megaspaß gemacht", sagte Gensheimer: "Wir sind alle schon mit einem Grinsen in die Halle gekommen."

Auch beim WM-Eröffnungsspiel am kommenden Donnerstag (18:15 Uhr) gegen ein vereintes Team aus Korea wird das Publikum in der Berliner Arena am Ostbahnhof ein großer Faktor für die DHB-Auswahl sein. Der Heimvorteil beflügelt das Team, glaubt Prokop. Er habe schon gegen Tschechien gesehen, "dass die Mannschaft zusammensteht und fightet". Zumindest das ist schon jetzt eine große Verbesserung im Vergleich zum EM-Debakel vor einem Jahr in Kroatien.

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