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Kanu-Verband hinterfragt sich nach Missbrauchsvorwürfen

02.01.2019 12:14
Die DKV-Spitze diskutiert über Reformen
Die DKV-Spitze diskutiert über Reformen

Der Deutsche Kanu-Verband will sich trotz des Freispruchs eines früheren Nachwuchs-Bundestrainers nach Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfen gründlich hinterfragen.

"Wir müssen alle Abläufe in so einem Fall in unserem Verband evaluieren, um bei zukünftigen Fällen richtig reagieren zu können", sagte DKV-Präsident Thomas Konietzko der "Sport Bild". Am 9. Januar wird die DKV-Spitze in Duisburg über den Umgang mit dem Fall diskutieren.

"Wir müssen uns auch hinterfragen, weil wir Verantwortung für unsere Athleten und Trainer haben. Letztendlich gehen in diesem Fall alle als Verlierer heraus: der Trainer, die Athletin und der Verband", so Konietzko weiter: "Dieses Ergebnis ist kein ermutigendes Zeichen für Sportlerinnen und Sportler, sich in solchen Fällen zu offenbaren, wenn sie sehen, wie jetzt die Konsequenzen sind."

Kanu-Verband prüft höheren Frauen-Anteil

Der ehemalige Trainer war am 19. Dezember vor dem Amtsgericht Borna freigesprochen worden. Ihm waren sexueller Missbrauch und Vergewaltigung einer Sportlerin vorgeworfen worden. Das Gericht sah es nicht als zweifelsfrei erwiesen an, dass der Beschuldigte die Tat begangen hatte.

"Wir müssen prüfen, ob wir den Frauen-Anteil im Betreuerteam der Nationalmannschaft, also Trainerinnen oder Physiotherapeutinnen, nicht erhöhen können", verriet Konietzko: "Denn es ist leichter für Athletinnen, sich in so einem Fall einer Frau anzuvertrauen."

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