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Ultimatum verstrichen: Keine Konsequenzen für Russland

01.01.2019 14:09
RUSADA: WADA verhängt wohl keine Konsequenzen
RUSADA: WADA verhängt wohl keine Konsequenzen

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat nach Ablauf ihres Ultimatums, das sie Russland in der Staatsdoping-Affäre gestellt hatte, offenbar keine unmittelbaren Konsequenzen verhängt.

Der Zugang zu den Daten des Laboratory Information Management Systems des Moskauer Kontrolllabors bis zum 31. Dezember war Voraussetzung der WADA für die Wiederaufnahme der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA Mitte September gewesen.

Am Neujahrstag wurde zunächst nichts über eine erfolgreiche Datenübergabe oder die Verhängung von Sanktionen seitens der WADA bekannt.

Die WADA hatte die RUSADA am 20. September wieder als regelkonform ("compliant") eingestuft und dafür weltweit Kritik geerntet. Denn zwei zuvor formulierte wesentliche Voraussetzungen - die Herausgabe der Moskauer Daten sowie die öffentliche Anerkennung des McLaren-Reports - hatten die Russen zu diesem Zeitpunkt nicht erfüllt.

Die WADA rechtfertigte das Vorgehen als notwendiges Entgegenkommen, WADA-Präsident Craig Reedie beschwichtigte: "Ich finde es fast unvorstellbar zu glauben, dass wir dieses Projekt nicht bis zum 31. Dezember abgeschlossen haben." Dieser Fall scheint nun eingetreten zu sein.

Weiterer Besuch war geplant

Nachdem der spanische Delegationsleiter Jose Antonio Pascual und vier weitere WADA-Experten am 21. Dezember ohne Daten aus Moskau abgereist waren - die russischen Behörden hatten die fehlende Zertifizierung von technischem Gerät moniert -, kündigte Russlands Sportminister Pawel Kolobkow einen weiteren Besuch an. Ob dieser nun möglicherweise kurz bevorsteht und deshalb das Ultimatum verlängert wurde, ist unklar. 

Vor Wochenfrist hatte sogar RUSADA-Generaldirektor Juri Ganus in einer offenen Botschaft an Staatspräsident Wladimir Putin davor gewarnt, das Ultimatum verstreichen zu lassen. Er fürchte Russlands Isolation im Weltsport.

Die WADA hatte am 21. Dezember Pascual aufgefordert, einen Bericht für das unabhängige WADA-Kontrollgremium CRC anzufertigen, das am 14. und 15. Januar das weitere Vorgehen berät und dann der WADA-Exekutive eine Handlungsempfehlung geben soll.

Russland soll Dopingfälle vertuscht haben

Die RUSADA war von der WADA im November 2015 suspendiert worden, nachdem WADA-Sonderermittler Richard McLaren systematisches und staatlich gelenktes Doping in Russland nachgewiesen hatte. Im Dezember hatte die WADA durch einen Whistleblower eine Kopie des LIMS erhalten. Die Datensammlung enthält nach WADA-Angaben alle Doping-Testdaten zwischen Januar 2012 und August 2015.

Während dieses Zeitraums, in den auch die Olympischen Winterspiele im heimischen Sotschi 2014 fallen, sollen in Russland tausendfach Dopingfälle vertuscht worden sein. Die WADA hat darauf verwiesen, dass nur mit den LIMS-Originaldaten individuelle Verfahren gegen russische Athleten möglich seien, die Kopien seien dafür nicht ausreichend.

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