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Paris siegt bei Sturz-Festival - Ferstl bester Deutscher

29.12.2018 13:43
Dominik Paris beendet 2019 mit einem Doppelsieg beendet
© getty, Francis Bompard/Agence Zoom
Dominik Paris beendet 2019 mit einem Doppelsieg beendet

Dominik Paris gewinnt in Bormio auch den Super-G. Die Deutschen Josef Ferstl und Andreas Sander schlagen sich zum Jahresabschluss achtbar.

Für Josef Ferstl sang das Publikum an dessen 30. Geburtstag ein Ständchen, doch so richtig gefeiert wurde ein Lokalmatador: Dominik Paris aus Südtirol erwies sich einen Tag nach seinem grandiosen Sieg in der Abfahrt auch beim Super-G in Bormio als der wahre "Eismeister".

Auf der nach wie vor spiegelglatten und brettharten Piste "Stelvio" fuhr er im letzten Rennen des Jahres zu seinem elften Weltcupsieg.

Während sich Ferstl als Elfter erneut respektabel schlug, während sich außerdem Andreas Sander als 14. für Platz 35 in der Abfahrt rehabilitierte, hatte Paris nicht einmal einen Wimpernschlag Vorsprung auf Matthias Mayer aus Österreich: Nur 0,01 Sekunden oder umgerechnet 24 Zentimeter trennten auf dem sehr anspruchsvollen Kurs den Tagessieger vom Olympiasieger. Rang drei belegte Aleksander Aamodt Kilde (Norwegen/+0,46).

Rennen nach Sturz vorübergehend unterbrochen

Das Rennen wurde nach einem erneuten Sturz zwischenzeitlich für etwa eine halbe Stunde unterbrochen. Der Norweger Stian Saugestad krachte mit hoher Geschwindigkeit in die Fangnetze.

Er konnte nach einer Behandlung selbst aufstehen und war dem Augenschein nach nicht schwerer verletzt, wurde dann aber dennoch mit dem Hubschrauber abtransportiert.

In der Abfahrt am Vortag war Klemen Kosi aus Slowenien schwer gestürzt, kam mit einem Nasenbeinbruch aber vergleichsweise glimpflich davon.

Andreas Sander in einigen Passagen sogar schneller als Paris

Die deutschen Läufer hatten durchaus Chancen auf eine bessere Platzierung. Ferstl, als Sechster gestartet, hatte zunächst im oberen Streckenabschnitt die beste Zwischenzeit, Sander war in den ersten Passagen sogar schneller als Sieger Paris.

Doch auf dem längsten Super-G im Weltcup handelten sie sich danach mehr und mehr Rückstand ein. Ganz im Gegensatz zu Paris, der lange hinten lag und unten aufholte.

"Es war schwierig, das richtige Mittel zu finden", sagte Ferstl über einen Kurs "mit Tücken" und fügte selbstkritisch an: "Ich bin ein bisschen zu taktisch gefahren. ich hätte mehr attackieren sollen, das war zu wenig Risiko."

Sander bekannte, ihn habe nach der herausfordernden Traverse im Mittelabschnitt "ein bisschen der Mut verlassen", nach den letzten schwachen Rennen "habe ich mir das nicht hundertprozentig zugetraut".

Josef Ferstl spricht von einem "super Jahresabschluss"

Ferstl sprach nach durchwachsenem Saisonstart von einem "super Jahresabschluss", auch Sander war nach doch sehr wechselhaften Leistungen "froh, dass ich das Jahr noch mit einem ganz guten Ergebnis beenden kann".

Die kommenden Tage wollen beide nutzen zur Entspannung und zum Training, ehe dann ab Mitte Januar die Rennen in Wengen, Kitzbühel und als WM-Generalprobe auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen folgen.

Der Januar "wird ein harter Monat", sagte auch Sieger Paris. Im Gegensatz zu den Deutschen fuhr Paris konsequent mit dem Messer zwischen den Zähnen. "Ich habe probiert, einfach alles rauszuquetschen", sagte der 29-Jährige. Dass er am Ende knapp gewann, war ihm fast ein wenig peinlich: "Eine Hundertstel ist schon ein bisserl frech bei so einem schwierigen Lauf", sagte er und versprach, er werde jetzt erst mal "gescheit feiern".

Ferstl und Sander wollen es über Silvester ruhig angehen lassen. Und für beide gilt zum Jahresabschluss der Satz von Sander: "Im Großen und Ganzen war das ganz gut. Aber da ist noch viel Luft nach oben."

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