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Die sport.de-Sportler des Jahres 2018

Kerber, Fury, Abele: Das sind unsere Sportler des Jahres

31.12.2018 11:25
Angelique Kerber siegte 2018 in Wimbledon
Angelique Kerber siegte 2018 in Wimbledon

Das mit Highlights prall gefüllte Sport-Jahr 2018 befindet sich auf der Zielgeraden. Ein Anlass, den die sport.de-Redaktion nur zu gerne nutzt, um das Geschehen der letzten zwölf Monate mit ihrem ganz persönlichen Senf zu garnieren. Das waren für uns die Sportler des Jahres 2018.

Florian Pütz: Natürlich Comeback-Queen Angelique Kerber! Was hatte die beste deutsche Tennis-Spielerin 2017 für ein Seuchenjahr hinter sich. Gefühlt jagte ein Erstrundenaus das nächste. Und dann kommt Kerber 2018 mit einer wahnsinnigen Wucht zurück und gewinnt Wimbledon. Nein, sie dominiert den Sport vielleicht nicht wie einst Steffi Graf. Aber wer so ein Comeback hinlegt, hat den größten Respekt verdient.

Gerrit Kleiböhmer: Patrick Lange! Spitzensportler gehen in jeder Disziplin an ihre Grenzen, Triathlet Lange hat in diesem Jahr jedoch eine besondere Schallmauer durchbrochen. Nicht nur gewann er zum zweiten Mal in Folge den Ironman auf Hawaii, er unterbot dort seine Glanzleistung aus dem Vorjahr auch noch um sagenhafte neun Minuten! Erstmals in der Geschichte hat ein Sportler somit die Acht-Stunden-Marke geknackt. Patrick Lange hat Geschichte geschrieben.

Christian Schenzel: Lewis Hamilton. Für mich steht der Brite schon jetzt auf einer Stufe mit Michael Schumacher. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er den Rekordweltmeister in den Bestenlisten einholt. Wie Hamilton seinen fünften WM-Titel eingefahren hat, erinnerte an Schumi in seinen besten Zeiten. Nicht nur immer am Limit, sondern auch außerordentlich klug und taktisch clever, dazu mit dem nötigen Killer-Instinkt. Er war der einzige Fahrer im Feld, der ohne gravierenden Fehler durch die Saison gekommen ist. Es gibt im Normalfall keinen Fahrer im Paddock, der das kann - und Hamiltons sechsten WM-Titel verhindern wird. 

Lars Plantholt: Kristina Vogel. Ich mag mir die Tiefe des Lochs, in das ich gerade als leidenschaftlicher Radfahrer bei einem solchen Schicksalsschlag fallen würde, nicht einmal vorstellen. Dieser Kampf ist für mich beeindruckender als jeder Olympiasieg.

Falk Velten: Tyson Fury feierte in diesem Jahr seine Rückkehr in den Box-Ring. Ein Comeback, das ihm wenige Monate zuvor kaum jemand zugetraut hätte. Ende 2017 brachte ein völlig aus der Form geratener Fury noch stolze 172 Kilogramm auf die Waage - gefühlter Körperfettanteil: 110 Prozent! Drogen und Depressionen hatten den Körper des Briten in Windeseile deformiert.

Seine vier WM-Gürtel waren dem 2,06 Meter-Hünen schon ein Jahr zuvor infolge eines positiven Kokain-Tests aberkannt worden. Nichts erinnerte mehr an den Boxer, der den vierfachen Weltmeister Wladimir Klitschko einst in Rente schickte.

2018 folgte die Trendwende: Fury präsentierte sich 70 Kilo leichter und austrainiert. Nach zwei Aufbaugegner stieg er schließlich mit Detonay Wilder in den Ring und errang ein Unentschieden. Als Belohnung könnte bald ein Kampf mit Anthony Joshua winken.

Tyson Fury (l.) gab 2018 sein Comeback im Ring
Tyson Fury (l.) gab 2018 sein Comeback im Ring

Chris Rohdenburg: Arthur Abele - ein Mann, der aussieht wie mindestens Mitte 40, krönt sich zum ältesten Zehnkampf-Europameister der Geschichte - mit 32 Jahren! Und das, nachdem er etliche Jahre (!) aufgrund von Verletzungen und Rückschlägen seinen Lieblingssport überhaupt gar nicht betreiben konnte. Dieser allzeit spürbare Ur-Wille ließ nicht nur tausende Fans im Berliner Olympiastadion mitfiebern, sondern auch Millionen Zuschauer am TV - mich natürlich eingeschlossen - zu Jubelstürmen ansetzen, als Abele seinen 1500-Meter-Lauf beendet und sich endgültig zum Champion gekrönt hatte.

Marc Affeldt: Esther Ledecka. Die ersten Olympischen Winterspiele wurden 1924 in Chamonix ausgetragen, 2018 folgte in Pyeongchang die 23. Austragung und bot einen echten Paukenschlag! Die Tschechin Esther Ledecka holte erwartungsgemäß Gold im Parallel-Slalom der Snowboard-Damen und sensationell den Sieg im Super-G der Alpin-Asse.

Zwei Gold-Medaillen in verschiedenen Sportarten gewannen bei einer Austragung zuvor nur zwei Sportler. Vor 94 bzw. 90 Jahren gelang dies den Norwegern Thorleif Haug (1924) und Johan Gröttumsbraten (1928), die jeweils Gold in der Nordischen Kombination und im Langlauf gewannen. Ledecka ist seit diesem Jahr allerdings die erste Frau, der dieses Kunststück gelang.

Tobias Knoop: Arthur Abele. From Zero to Hero: Kein Sportler hat mich in diesem Jahr so beeindruckt wie der Zehnkämpfer, der bei der Heim-EM in Berlin im August die Goldmedaille gewann. Ende 2017 war Abeles linke Gesichtshälfte aufgrund einer Infektion noch gelähmt. Eine Cortison-Behandlung sowie eine wochenlange Trainingspause folgten, seine Karriere hing am seidenen Faden. Dann so ein Wahnsinnscomeback zu starten, ist einfach phänomenal. Hut ab, König Arthur!

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