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sport.de kürt die größten Sport-Momente 2018

"Underdog-Märchen war die größte Nummer des Jahres"

27.12.2018 07:14
Das deutsche Eishockey-Märchen von Pyeongchang hat bleibende Spuren hinterlassen
Das deutsche Eishockey-Märchen von Pyeongchang hat bleibende Spuren hinterlassen

Das mit Highlights prall gefüllte Sport-Jahr 2018 befindet sich auf der Zielgeraden. Ein Anlass, den die sport.de-Redaktion nur zu gerne nutzt, um das Geschehen der letzten zwölf Monate mit ihrem ganz persönlichen Senf zu garnieren. Das waren für uns die größten Sport-Momente 2018:

Lars Plantholt: Vermutlich bin ich noch nicht mal für ein Fußballspiel jemals an einem Sonntagmorgen um 5 Uhr aufgestanden. Wenn aber ein Eishockey-Team dies schafft, muss wirklich Großartiges passiert sein. Keine Frage, das unfassbare Underdog-Märchen der Truppe von Marco Sturm war die größte Nummer des Jahres.

Gerrit Kleiböhmer: Berlin ist in der Welt der Marathon-Läufer schon länger ein heißes Pflaster. Eliud Kipchoge hat Mitte September den Asphalt der Hauptstadt noch ein wenig mehr zum Glühen gebracht: In 02:01:39 Stunden raste der Kenianer beim Marathon durch die Berliner Straßen und stellte den neuen Weltrekord auf. Dabei sah jeder der 42,195 Kilometer unfassbar locker aus, einfach beeindruckend! Der beste Moment: Kipchoge, nimmer müde, lief im Zielbereich überglücklich seine Ehrenrunden. Als wäre nichts gewesen.

Falk Velten: Am morgen des 21. Juli 1969 fanden sich in Deutschland Millionen Menschen zur unchristlichen Morgenzeit vor dem Radio und dem TV ein, um Zeuge der ersten menschlichen Mondlandung zu werden. Als Neill Armstrong um 3:56 Uhr früh schließlich seine berühmten Worte "that's one small step for (a) man, one giant leap for mankind" verlauten ließ, hielten die Zuschauer ihren Atem an. Als mich am Morgen des 25. Februar 2018 mein Wecker um 4:50 Uhr morgens aus den Federn riss, war ich bereit, einen ähnlich historischen Moment am Fernseher mitzuerleben. Und das deutsche Eishockey-Team lieferte: Im heiß erwarteten olympischen Finale fehlten den deutschen Kufen-Cracks am Ende zwar lächerliche 56 Sekunden zum ersten deutschen Olympiasieg, im Eishockey-Universum kommt die erste deutsche Silbermedaille bei Olympia einem "giant leap for mankind" aber schon ziemlich nahe.

Tobias Knoop: Als DFB-Vizepräsident Rainer Koch per Livestream das Urteil in Sachen Aufstieg des KFC Uerdingen verkündete, saß ich mit Puls 180 vor dem Rechner. Zur Erinnerung: Die Krefelder hatten sich in den Relegationsspielen gegen Waldhof Mannheim sportlich für die 3. Liga qualifiziert. Eine verspätete Überweisung an den DFB ließ den früheren Bundesligisten dann aber doch noch einmal um die Rückkehr in den bezahlten Fußball bangen. "Der Zulassungsbeschwerdeausschuss des DFB ist einstimmig zum Ergebnis gekommen ...", setzte Koch in bestem Juristendeutsch an und fuhr fort: "dass der KFC Uerdingen nächstes Jahr die Lizenz für die 3. Liga erteilt bekommen kann." Für mich als alten Krefelder ein geiles Gefühl und mein Sport-Moment des Jahres!

Florian Pütz: Definitiv das Eishockey-Märchen von Pyeongchang! Erst schlägt Deutschland Schweden (!) und dann auch noch Kanada (!!) auf dem Weg ins Finale. Da bin ich fast vom Glauben abgefallen. Zumal die Deutschen im Finale sogar bis zur 60. Minute an der Goldmedaille schnupperten. Fürs Weckerstellen auf fünf Uhr deutscher Final-Zeit gab's zwar "nur" Silber, der Moment war aber Gold wert.

Chris Rohdenburg: "There's only oooooone Phil Taylor": Gerade in diesen Tagen geht mir der gute alte Schlachtruf, der bei der Darts-WM beinahe bis zum Exzess zu hören ist, nicht mehr aus dem Ohr. Mein Blick geht zurück auf den 1. Januar 2018. Da stand jener Phil Taylor noch einmal ganz vorn auf der Bühne und hielt das letzte Mal die WM-Trophäe in den Händen - wenn auch nur als nette Geste des frisch gekürten Weltmeisters Rob Cross, gegen den "The Power" in seinem allerletzten Finale kurz zuvor verloren hatte.

Obwohl Taylors märchenhafte Karriere an diesem Tag ohne krönenden Abschluss endete, knisterte die Luft im altehrwürdigen Ally Pally und sorgte für Gänsehaut bei den Zuschauern am TV und im Saal. "Walking along, singing this song, walking in a Taylor wonderland." Bye, bye, 14-facher PDC-Champion. An eine WM ohne Dich muss man sich erst einmal gewöhnen!

Darts-Legende Phil Taylor lässt sich feiern
Darts-Legende Phil Taylor lässt sich feiern

Christian Schenzel: Der Erfolg der Eishockey-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen. Danach konnte man sich ungefähr vorstellen, wie es sich für "kleine Nationen" anfühlt, wenn sie sich für eine Fußball-WM qualifizieren. Allein Dabeisein war schon nett. Wie sich die Mannschaft dann mit spielerisch limitierten Mitteln bis ins Finale gekämpft hat, war ganz großes Kino. In einem Turnier die Schweiz, Schweden und Kanada auf dramatischste Art und Weise zu bezwingen und Gold nur um 56 Sekunden zu verpassen, hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt. 

Marc Affeldt: 39 Jahre hatte kein Deutscher mehr das legendäre Abfahrtsrennen auf der Streif in Kitzbühel gewonnen, ehe Thomas Dreßen dem gefürchteten Alpin-Mythos am 20. Januar 2018 erfolgreich die Stirn bot und sich zum Erben von Sepp Ferstl aufschwang. Ein 1:56,15-minütiger Höllenritt brachte Dreßen den ersten Weltcuperfolg und die Erfüllung eines Kindheitstraums. "Im Ziel konnte ich es gar nicht glauben, ich dachte, die wollen mich verarschen", kommentierte der 25-Jährige seine Heldentat. Für mich der Gänsehaut-Moment des Jahres.

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