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eSports

ESBD fordert Akzeptanz des gesamten eSports

17.12.2018 14:37
Spiele wie League of Legends akzeptiert der Bund nicht
© AFP/SID/JEFF PACHOUD
Spiele wie League of Legends akzeptiert der Bund nicht

Der eSport-Bund Deutschland hat verärgert auf die Entscheidung des Bundes reagiert, nur Spiele mit Sportbezug zu akzeptieren. Das führe nach Auffassung des Verbandes zu einer "unklaren Situation mit weiterem Abstimmungsbedarf".

Wie der ESBD weiter betonte, sei die Einschränkung auf sportbezogene Videospiele "ein deutlicher Rückschritt gegenüber den Ankündigungen des Koalitionsvertrages, eSport 'vollständig' als Sportart anzuerkennen", sagte ESBD-Präsident Hans Jagnow.

Sportbezogene Videospiele würden laut ESBD nur einen kleinen Teil des eSports umfassen. Das Vorgehen des Bundes schaffe Unklarheit über die weitere Zuständigkeit für die überwiegende Mehrheit der eSport-Landschaft in Deutschland, betonte Jagnow: "Wenn man hier das Vertrauen der großen und jungen eSport-Bewegung in politische Prozesse nicht verlieren möchte, sollte man zum Arbeitsauftrag der Koalitionsvereinbarung stehen."

Die politische Debatte um eSport werde nach Einschätzung des ESBD im neuen Jahr fortgesetzt. Das Internationale Olympische Komitee hatte sich mit Skepsis zum Thema geäußert. "Eine Diskussion über die Eingliederung von eSport als Medaillenveranstaltung ins olympische Programm ist verfrüht", hieß es in einer Stellungnahme Anfang Dezember.

Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) blieb auf Distanz. Auf seiner Mitgliederversammlung in Düsseldorf Anfang des Monats erkannte der DOSB elektronische Sportartensimulationen ("virtuelle Sportarten") an, lehnte aber "eGaming" ab.

Darunter versteht der Dachverband alle Computerspiele, die "nicht den virtuellen Sportarten entsprechen" - der weitaus größte und populärste Teil der weltweit boomenden Branche.

Der ESBD hält die Positionierung des DOSB für sportfachlich nicht vertretbar. "Das DOSB-Papier stellt kaum mehr als ein Bauchgefühl dar und wird ständig verändert - typisch 'work in progress'", hieß es. Der Bezug zu analogem Sport sei "auch digitalisierungspolitisch kaum verständlich und sollte nicht als Orientierung dienen", so Jagnow.