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DEB-Auswahl als Team des Jahres ausgezeichnet

Olympia-Silberhelden: Eishockey schlägt Fußball

16.12.2018 23:11
Frank Mauer, Danny aus den Birken und Yannic Seidenberg freuen sich über Olympia-Silber
© getty, Bruce Bennett
Frank Mauer, Danny aus den Birken und Yannic Seidenberg freuen sich über Olympia-Silber

Die Eishockey-Helden von Pyeongchang sind als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet worden. Die sensationelle olympische Silbermedaille hat die Sportart ins Rampenlicht gerückt.

Die letzte und wichtigste Ehrung der Eishockey-Silberhelden verfolgte Marco Sturm aus Tausenden Kilometern Entfernung. Aus den USA wurde der Olympia-Erfolgstrainer zugeschaltet, als seine Spieler in Baden-Baden die Auszeichnung als "Mannschaft des Jahres" entgegennahmen. "Ich weiß, dass die Jungs schön heiß sind", sagte der 40-Jährige dem "Sport-Informations-Dienst".

Der Vater des größten Erfolgs in der deutschen Eishockey-Geschichte ist mittlerweile Co-Trainer in der NHL bei den Los Angeles Kings. Für ihn hat der sensationelle Einzug ins Olympia-Finale von Pyeongchang den Weg zurück in die beste Eishockey-Liga der Welt geebnet. "Das war immer mein Traum", sagte Sturm, der mit 1006 Partien deutscher NHL-Rekordspieler ist, "Olympia verfolgt die ganze Welt."

Der historische Sturmlauf der Eishockey-Nationalmannschaft hat nicht nur die Karriere des damaligen Bundestrainers beflügelt, sondern eine Sportart ins Rampenlicht gerückt, die jahrzehntelang verzweifelt um öffentliche Aufmerksamkeit kämpfte. Mehr als drei Millionen Sportfans saßen sonntags früh um fünf Uhr in Deutschland vor dem Fernseher und fieberten mit, als Marcel Goc, Christian Ehrhoff und Co. im fernen Südkorea sensationell nach Gold griffen. Zahlen, die sonst oftmals nur bei Fußballspielen erreicht werden.

Danny aus den Birken hofft auf Brad Pitt

Nur 55,5 Sekunden fehlten an jenem 25. Februar zum Wunder von Pyeongchang. Bis kurz vor Schluss führten die deutschen Eishockey-Helden im Olympia-Finale mit 3:2, dann rissen ihnen die Russen doch noch das Gold vom Silbertablett. "Wir waren drei Minuten Olympiasieger", sagte Verteidiger Moritz Müller nach dem dramatischen 3:4 nach Verlängerung gegen den Rekordweltmeister in der ersten Enttäuschung.

Die verflog spätestens mit der Silbermedaille um den Hals, auf dem "Bild, auf das wir ein Leben lang schauen werden", so Torjäger Patrick Reimer, standen alle "mit einem Lachen im Gesicht". Torhüter Danny aus den Birken fühlte sich gar an Hollywood erinnert: "Vielleicht möchte das ja irgendjemand dort verfilmen. Dann hoffe ich nur, dass mich Brad Pitt spielt."

Nach einer wilden Party im Deutschen Haus, bei der auch Ski-Queen Lindsey Vonn vorbeischaute, und der Rückkehr in die Heimat wurden Sturm und Co. in den Eishallen, in den Fernsehstudios, bei Empfängen und Ehrungen gefeiert. "Sie haben ein ganzes Land elektrisiert", sagte DEB-Präsident Franz Reindl: "Wir sind in aller Munde und können positiv in die Zukunft blicken."

Die Mannschaft des Jahres ist aber schon längst Vergangenheit. Nicht nur Sturm hat sich im November - mit feuchten Augen - als Bundestrainer verabschiedet. Christian Ehrhoff, deutscher Fahnenträger bei der Olympia-Schlussfeier, beendete im April seine Karriere, Kapitän Goc und Torjäger Reimer traten aus der Nationalmannschaft zurück. In Baden-Baden feierten die Olympia-Helden ihre letzte große gemeinsame Party.

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