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Nach Deutschland-Aus: Fünf Erkenntnisse zur Hockey-WM

14.12.2018 14:12
Deutschland scheiterte bei der Hockey-WM an Belgien
Deutschland scheiterte bei der Hockey-WM an Belgien

Das Viertelfinal-Aus der deutschen Hockey-Männer bei der WM in Indien sorgte für Enttäuschung und Frust. Das Team hatte sich den Titelgewinn zum Ziel gesetzt. Woran hat es gehakt? Fünf Gründe für das Scheitern: 

1. Die deutschen Hockey-Teams haben ein K.o.-Problem!

In der Vorrunde von Bhubaneswar zeigte das Team von Bundestrainer Stefan Kermas noch beim 4:1 gegen die Niederlande, dass es auf dem Toplevel erfolgreich sein kann. Im Viertelfinale, als es gegen Belgien (1:2) ums Ganze ging, kamen die deutschen Männer aber nicht an ihr Leistungslimit.

Der Eindruck ist nicht neu und lässt sich auch auf die DHB-Frauen übertragen. Bei der EM 2017 hatten erstmals in der EM-Historie beide Mannschaften Edelmetall verpasst, bei den Weltmeisterschaften 2018 gewann Deutschland kein K.o.-Duell. "Wir haben das Problem seit einiger Zeit und müssen uns Gedanken machen, mit welche Maßnahmen es gelingt, in diesen Spielen besser zu performen", sagte DHB-Präsident Wolfgang Hillmann dem "SID".

2. Zentralisierung ist das Zauberwort im internationalen Hockey!

Belgien, Niederlande, England und Australien heißen die Halbfinalisten bei der WM in Bhubaneswar - Nationen, die verstärkt auf zentralisierte Systeme setzen.

Häufiges gemeinsames Training führt unter anderem zu verbesserten Automatismen und letztlich zu größeren Erfolgsaussichten. Der DHB kämpft strukturell seit Jahren um den Anschluss und fordert zusätzliche Mittel ein. Bis Tokio 2020 werden sich allerdings kaum entscheidende Verbesserungen einstellen.

3. Eine Medaille bei den Olympischen Spielen ist dennoch keine Mission Impossible!

Der Aufbau der Mannschaft ist auf das Highlight in Japan ausgerichtet, der Talentepool ist trotz der Enttäuschung in Indien vielversprechend. Ob Routiniers wie Tobias Hauke oder Kapitän Martin Häner dann dabei sind, steht noch nicht fest. Aber das Gros des Kaders mit herausragenden Talenten wie Timm Herzbruch kann bis Tokio das nächste Level erreichen.

4. Die Hockey Pro League ist eine wichtige Chance für Kermas!

Im Februar beginnt die internationale Serie für die deutsche Mannschaft mit Duellen in Australien und Neuseeland. Die HPL ist gleich von Bedeutung, weil sie Weltranglistenpunkte vergibt, die beim Qualifikationsturnier für Tokio zählen.

Kermas erhält zudem häufiger Rückmeldung, wo seine Auswahl im internationalen Vergleich steht. "Ich blicke dem positiv entgegen, weil es aus der Sicht des Bundestrainers nicht viel besseres gibt, als regelmäßig gegen die besten Mannschaften der Welt zu spielen", sagte er dem "SID".

5. Profil schärfen!

Mit ihrem Vorrundensieg gegen den Erzrivalen Niederlande schaffte es die DHB-Auswahl in die Tagesschau und erhielt die Aufmerksamkeit, die ihr sonst oft verwehrt bleibt. Um Sponsoren und auch Nachwuchsspieler von der Attraktivität der Sportart zu überzeugen, ist eine dauerhaft größere Wahrnehmung essenziell.

Das deutsche Hockey braucht Stars, die in die Rolle des inzwischen zurückgetretenen Moritz Fürste hineinwachsen. Neben der Jagd nach einem Titel sollten gerade mit Blick auf die Hockey Pro League auch innovative Wege in der Vermarktung beschritten werden, um die zweifellos interessanten Persönlichkeiten noch bekannter zu machen.

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