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Shootingstar der Borussia ist Top-Vorbereiter der Bundesliga

Gladbachs Neuhaus: Über die 2. Liga zum Assist-König

15.12.2018 11:05
Florian Neuhaus legte bei Borussia Mönchengladbach einen Senkrechtstart hin
© getty, Maja Hitij
Florian Neuhaus legte bei Borussia Mönchengladbach einen Senkrechtstart hin

In der letzten Saison spielte Florian Neuhaus noch in der 2. Bundesliga bei Fortuna Düsseldorf. Innerhalb von knapp einem halben Jahr feierte der Mittelfeldmann einen kometenhaften Aufstieg, avancierte zum Leistungsträger bei Borussia Mönchengladbach und ist sogar einer der besten Vorbereiter der Bundesliga.

"Wir sehen für ihn eine realistische Chance, dass er sich bei uns unter die ersten Elf spielt", wagte Dieter Hecking vor der Saison gegenüber dem "Express" eine Prognose über die Rolle von Neuhaus. Einige Monate später ist klar: Eine deutliche Untertreibung des Gladbach-Coachs!

Der Youngster gehört mittlerweile zu den absoluten Leistungsträgern der Fohlen. Aus der Gladbach-Startelf ist Neuhaus aktuell kaum wegzudenken. Der jüngste 3:0-Erfolg gegen den VfB Stuttgart liefert den passenden Beweis dazu.

Erst mit der Einwechslung von Neuhaus nach knapp einer Stunde platze der Knoten beim Klub vom Niederrhein. Kaum stand der 21-Jährige auf dem Platz, leitete er mit seiner insgesamt achten Vorlage in dieser Saison den Sieg ein. Die bärenstarke Leistung krönte der Matchwinner mit seinem ersten Bundesliga-Treffer.

Mit seinen acht Vorlagen gehört Neuhaus zusammen mit Marco Reus und Jadon Sancho von Borussia Dortmund zu den Assist-Königen der Liga.

Fortuna-Leihe erweist sich als perfekter Karriereschritt

Dass sich Neuhaus derart schnell in Mönchengladbach etabliert, haben wohl nur die wenigsten gedacht.

Als der U21-Nationalspieler nach dem Absturz seines Jugendklubs 1860 München im Sommer 2017 ablösefrei zu den Fohlen kam, wurde der technisch versierte Rechtsfuß zunächst für ein Jahr ins Unterhaus nach Düsseldorf verliehen.

Das Intermezzo in Liga zwei sollte sich als "riesiger Schachzug" entpuppen, wie Hecking später betonte. Bei der Fortuna sammelte Neuhaus wichtige Spielpraxis und Erfahrung, stand aber gleichzeitig im ständigen Kontakt zur Borussia.

"Es war ja schön, dass er praktisch vor unserer Haustür gespielt hat. Florian hat auch schon viele Heimspiele von uns gesehen. Er hat das in Düsseldorf hervorragend gemacht", lobte Hecking.

Neuhaus ist damit ein perfektes Beispiel dafür, dass sich eine Leihe in die zweite Liga als perfekter Karriereschritt erweisen kann.

Bundesliga kommt Neuhaus entgegen

Denn auch die Umstellung auf die Bundesliga meisterte Neuhaus mit Bravour. "Ich merkte sofort, dass sie mich als vollwertiges Kadermitglied ansehen, als einen, der schon was geleistet hat", sagte der Shootingstar dem "kicker".

"Sie haben meine Zeit in Düsseldorf genau verfolgt. Man wird jetzt anders wahrgenommen, das spüre ich", ergänzte Neuhaus.

Der Fußball in Deutschlands höchster Spielklasse komme der Spielweise des Youngsters entgegen. "Im Stahlbad 2. Liga wird ein anderer Fußball gespielt, da gibt es viele lange Bälle."

In der Bundesliga sei der Fußball dagegen taktisch und technisch geprägt. "Da werden die Spiele im letzten Drittel entschieden", so der Zweitliga-Meister der letzten Saison.

Neuhaus liefert Top-Niveau über 90 Minuten

Neuhaus glänzt im Zusammenspiel mit Hazard
Neuhaus glänzt im Zusammenspiel mit Hazard

In der Tat fielen sechs der acht Tore, die Neuhaus vorbereitete, erst in der zweiten Halbzeit. Ohnehin passt die Spielweise des 21-Jährigen perfekt zur Borussia.

Der Strippenzieher sucht offensiv immer wieder Räume und strahlt zudem selbst Torgefahr aus. Auch defensiv nimmt Neuhaus eine tragende Rolle ein.

Dank seiner Übersicht und seiner Passgenauigkeit hat er immer ein Auge für seine kongenialen Nebenleute Jonas Hofmann, Alassane Pléa und Thorgan Hazard.

Neuhaus besitzt außerdem die Fähigkeit, seine Stärken während des gesamten Spiels auf Top-Niveau abzurufen. Qualitäten, die besonders in der Bundesliga gefragt sind.

Kein Wunder, dass Gladbach auch in den kommenden Jahren auf Neuhaus setzt. Laut Sportdirektor Max Eberl soll der Senkrechtstarter "Teil der Fohlen-Philosophie" werden.

In Zukunft sieht Trainer Hecking dann wohl mehr als nur eine "realistische Chance" auf einen Stammplatz für Neuhaus.

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