Anzeige

Die größten Sport-Highlights 2018: Platz 7

Späte Genugtuung: "König" Arthur holt sich die Krone

26.12.2018 14:43
Arthur Abele hat sich den Europameistertitel 2018 gesichert
Arthur Abele hat sich den Europameistertitel 2018 gesichert

Frankreichs Sieg bei der Fußball-WM, ein olympisches Highlight, Deutschlands Tennis-Helden und andere herausragende Leistungen. Die sport.de-User haben ihre zehn größten Sportmomente 2018 gewählt. Auf Platz 7 landet Leichtathletik-"König" Arthur Abele.

"Ich bin einfach sprachlos", rang Arthur Abele nach Worten und ergänzte dann doch: "Es ist einfach hammergeil." 

Der 32-Jährige, dessen Karriere immer wieder von Verletzungen ausgebremst wurde, erklomm 2018 überraschend den europäischen Leichtathletik-Thron und krönte sich zum ältesten Zehnkampf-Europameister der Geschichte.

Dass Abele erst im Spätherbst seiner Karriere den ersten großen Titel feiern konnte, ist nicht zuletzt dem Körper des Athleten aus Baden-Württemberg geschuldet. 

Probleme mit Hüfte, Knie oder Fuß, Nabel- und Leistenbruch, Bänderriss, Ermüdungsbruch, Schambeinentzündung - zwischen 2009 und 2012 konnte Abele keinen Zehnkampf beenden. Platz fünf beim EM-Debüt 2014 und Silber bei der Hallen-EM 2015 in Prag bewiesen zwar, welches Potenzial in Abele steckt. Ein Achillessehnenriss bremste den Kämpfer jedoch erneut aus. 

2016 kehrte Abele mit Wucht zurück: Beim traditionellen Mehrkampfmeeting von Ratingen holte er den Sieg und stellte mit mittlerweile 30 Jahren eine persönliche Bestleistung (8605 Punkte) auf. 

"Ich habe geheult wie ein Schlosshund, vor allen Leuten. Das war irre! Wie ein Befreiungsschlag", kommentierte Abele seinen Coup rückblickend. Der nächste Rückschlag folgte jedoch - und war noch heftiger als die vorangegangenen.

Gesichtslähmung bedroht Karriere von Arthur Abele

Bei den Olympischen Spielen in Rio trat der Spätstarter zwar noch an. Der 15. Platz in Brasilien sollte jedoch einmal mehr für lange Zeit sein letzter Wettkampf bleiben. Seine Serie von Rückschlägen gipfelte im Dezember 2017 mit einer einseitigen Gesichtslähmung, die durch einen Infekt ausgelöst wurde. 

"Ich bin morgens aufgewacht und habe gedacht, ich hätte einen Schlaganfall gehabt." Das war zum Glück nicht der Fall, aber "es bestand die Gefahr, dass die Lähmung nie wieder weggehen würde", sagte Abele.

Arthur Abele ließ beim abschließenden 1500m-Lauf nicht anbrennen
Arthur Abele ließ beim abschließenden 1500m-Lauf nicht anbrennen

Das ewige Stehauf-Männchen ließ sich von dieser schrecklichen Erfahrung jedoch nur zeitweise ausbremsen. Infolge einer hochdosierten Behandlung mit Kortison nahm Abele zwar kräftig zu, stieg im Februar 2018 aber wieder ins Training ein und schnellte erneut zurück in die Weltspitze. In Ratingen feierte er seinen dritten Sieg (8481 Punkte), bei der EM in Berlin folgte der Höhepunkt.

"Wie viele Anläufe, wie viele Niederschläge, wie viele Rückschläge, wie viele Arschtritte"

"Wahnsinn, irre, ey", meint Abele nach seinem Sturm zur europäischen Krone. "Wie viele Anläufe, wie viele Niederschläge, wie viele Rückschläge, wie viele Arschtritte, wie viele Trainingseinheiten, wie viele Reha-Maßnahmen, unfassbar, das geht auf keine Kuhhaut. Unglaublich, was für eine Genugtuung das ist."

Geht es nach Abele, lässt sich dieser jedoch noch steigern. "Wenn der Körper hält, soll es Richtung 2020 gehen. Ich glaube, dass ich auch in zwei Jahren noch das Niveau habe, um mitzumischen", gab sich der 32-Jährige im Gespräch mit "leichtathletik.de" mit Blick auf die Olympischen Spiele in Tokio kämpferisch.

Zu wünschen wäre ihm zumindest, dass diesmal keine Verletzung den Höhenflug ausbremst.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige