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Die größten Sport-Highlights 2018: Platz 2

Kerber lebt in Wimbledon den "Traum ihrer Träume"

31.12.2018 08:16
Angelique Kerber in Wimbledon am Ziel ihrer Träume
© getty, Clive Brunskill
Angelique Kerber in Wimbledon am Ziel ihrer Träume

Frankreichs Sieg bei der Fußball-WM, ein olympisches Eishockey-Highlight, Deutschlands Tennis-Helden und andere herausragende Leistungen. Die sport.de-User haben ihre zehn größten Sportmomente 2018 gewählt. Auf Platz 2 lebt Angelique Kerber ihren Traum.

Am 14. Juli 2018 endete eine Durststrecke des deutschen Sports: 22 Jahre nach Tennis-Legende Steffi Graf triumphierte mit Angelique Kerber erneut eine Deutsche auf dem Heiligen Rasen vom Wimbledon.

Für Kerber war es der dritte Grand-Slam-Titel und die endgültige Abrechnung mit dem Seuchenjahr 2017.

"Ich glaube, heute ist der schönste Tag in meiner Karriere. Ich wollte als kleines Kind Wimbledon gewinnen. Das kann mir niemand mehr nehmen", jubelte Kerber nach ihrem ersten Sieg bei den All England Championships.

Was ihr der historische Erfolg bedeutet, zeigte die Reaktion der Kielerin nach dem Matchball. Als ein missglückter Return von Serena Williams nach nur 65 Minuten den 6:3-6:3-Erfolg Kerbers perfekt machte, sackte die Deutsche in sich zusammen, schlug die Hände vors Gesicht und vergoss Freudentränen.

"Wimbledon war immer das Turnier, das ich gewinnen wollte. Das war immer als kleines Kind mein Traum, ich habe es immer als das Turnier der Turniere gesehen", gab sie zum Besten. "Was will man mehr, ich habe es geschafft. Ich habe meinen Lebenstraum erreicht. Ich kann jetzt immer sagen, dass ich Wimbledon-Champion bin. Das war der Traum meiner Träume."

Die Erfüllung des "Traums der Träume" war zudem mit einer gehörigen Portion Genugtuung verbunden. Nachdem Kerber 2016 bei den Australian und US Open ihre ersten Grand-Slam-Titel gewinnen konnte und auf Platz eins der Weltrangliste stürmte, folgte 2017 die Ernüchterung: Ein Finaleinzug in Monterrey war das höchste der Gefühle. Kerber beendete das Jahr als Nummer 21 der Welt und erntete teils heftige Kritik.

Karriere-Grand-Slam für Angelique Kerber "kein unrealistisches Ziel"

"Nach 2017 hätte doch niemand gedacht, dass ich jemals wieder so eine Saison spielen kann. Ich bin stolz, dass ich unter die Top 5 zurückgekommen bin. Dass irgendwann einmal ein kleines Loch kommen wird, war doch klar", entgegnete Kerber Anfang September 2018 gelassen.

Wie schnell sich das Blatt wenden kann, bewies die Norddeutsche in den zurückliegenden zwölf Monaten eindrucksvoll: 46 ihrer 65 Partien gewann sie und verbesserte sich wieder auf Platz zwei der Rangliste.

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Das Ende ist aber noch lange nicht erreicht: Zwar verkündete Kerber, durch den Erfolg in Wimbledon sei ihre Karriere nun "komplett". Ans Aufhören denkt die 30-Jährige allerdings noch nicht.

In den Kreis der wenigen Spielerinnen aufzusteigen, die in ihrer Laufbahn alle Grand Slams gewinnen konnten - Kerber fehlt nur noch der Erfolg bei den French Open - sei "kein unrealistisches Ziel".

Helfen soll dabei Ex-Top-10-Spieler Rainer Schüttler. Der ehemalige Australian-Open-Finalist betreut Kerber seit November. "Von der Mentalität und vom Charakter her passen er und Angie Kerber perfekt zusammen", sagte Tennis-Ido Boris Becker. 

Natürlich liege es aber "am Ende des Tages" an der Spielerin selbst, wo die Reise hingeht: "Sie muss halt ganz genau wissen, was sie noch alles erreichen will."


Die weiteren Top 10 des Sport-Jahres 2018:

Platz 3 der Jahreshighlights: Aus Alexander Zverev wird "Alexander der Große"
Platz 4 der Jahreshighlights: Dreßens Höllenritt in die Geschichtsbücher
Platz 5 der Jahreshighlights: Der Fabelrekord des Eisenmannes
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