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"Situation, in der wir nicht sein wollen"

Endspiel für Klopp und Liverpool: Angst vor dem Trostpreis

11.12.2018 19:53
Jürgen Klopp und dem FC Liverpool droht in der Champions League das vorzeitige Aus
Jürgen Klopp und dem FC Liverpool droht in der Champions League das vorzeitige Aus

Der FC Liverpool und Jürgen Klopp stehen vor ihrem nächsten Finale. Ein mögliches Scheitern im "Endspiel" gegen Carlo Ancelotti und den SSC Neapel (ab 21 Uhr im Live-Ticker) in der Gruppenphase der Champions League ist für die Reds keine Option. Diesen Druck haben sie und ihr Trainer selbst aufgebaut.

Als Jürgen Klopp im Oktober 2015 als neuer Trainer des FC Liverpool vorgestellt wurde, gab der heute 51-Jährige eine mutige Prognose ab. "Wenn wir uns in vier Jahren wiedersehen, bin ich sicher, dass wir einen Titel haben werden", sagte der Deutsche an seinem ersten Tag als Trainer des englischen Traditionsklubs.

Etwas mehr als drei Jahre später stehen die Reds noch immer ohne Trophäe da. Und mittlerweile, dafür haben Jürgen Klopp und sein Team in den letzten Jahren selbst gesorgt, wäre alles andere als die Meisterschaft oder der Henkelpott nicht mehr als ein Trostpreis.

Die Fallhöhe vor dem Spiel gegen Neapel ist dementsprechend groß. Das Europacup-Aus oder der "Abstieg" in die Europa League käme einer sportlichen Katastrophe gleich.

Liverpool und Klopp hoffen auf Anfield

Ein vorzeitiges Scheitern in der Königsklasse würde vor allem Jürgen Klopp einen empfindlichen Schlag verpassen. Der Deutsche hat dem FC Liverpool mit seiner Spielidee und dank Investitionen in Höhe von über 400 Millionen Euro neues Leben eingehaucht, aus dem Team einen echten Titelanwärter geformt und es in drei "echte" Endspiele geführt. Einen Titel ist er dem Klub, der Stadt und den Fans aber noch schuldig geblieben. 

Klopps Bilanz in Liverpool
Klopps Bilanz in Liverpool

"Keiner will in 10 oder 20 Jahren zurückblicken und sagen: Die beste Zeit, in der wir keine Titel gewonnen haben, war unter Klopp", weiß der Ex-BVB-Coach, dass Trophäen für ihn und den FC Liverpool der Maßstab sind. Eine dieser Trophäen steht am Dienstagabend auf dem Spiel.

Um absolut sicher weiterzukommen, muss Liverpool entweder mit 1:0 oder mit mindestens zwei Toren Unterschied gegen das Team von Ex-Bayern-Coach Carlo Ancelotti gewinnen. Nach dem direkten Vergleich zählt bei Gleichstand die Anzahl der geschossenen Tore. 

Dabei setzt Klopp einmal mehr auf intensive Unterstützung durch das berühmte Publikum an der Anfield Road. "Erneut wenden wir uns an Anfield und fordern alle Fans auf, uns zu helfen. Das wird ein gewaltiges Spiel", betonte der Trainer, wohlwissend, dass der Abend in einer gewaltigen Bruchlandung enden könnte: "Es wäre wirklich cool, wenn das Publikum auf den Beinen ist."

Kommt das "System Klopp" auf den Prüfstand?

Dass der FC Liverpool vor dem Spiel gegen den SSC Neapel mit dem Rücken zur Wand steht, hat sich das Team derweil selbst zuzuschreiben und ist nicht zuletzt das Resultat von drei Auswärtsniederlagen in drei Spielen.

"Das Spiel in Neapel (0:1) war nicht gut. Das Spiel in Belgrad (0:2) war nicht besser. In Paris (1:2) war es OK, aber diese Niederlage kann passieren", fasste Klopp nüchtern zusammen: "Angesichts der bisherigen Saison ist es wirklich etwas Besonderes, dass wir immer noch weiterkommen können."

>>> Ergebnisse und Tabelle der Gruppe C in der Übersicht

Ziehen die Reds im Duell mit Neapel den Kürzeren, würde das "System Klopp" vor allem bei Außenstehenden auf den Prüfstand kommen. Viele Nicht-LFC-Fans und Experten betrachten den 51-Jährigen schon länger kritisch. Bei einem Aus in der Gruppenphase der Champions League würden diese Stimmen wieder lauter werden. Klopp und dem Team bliebe schon im Dezember "nur" noch die Meisterschaft, um die Saison zu einer erfolgreichen werden zu lassen.

"Wir sind in einer Situation, in der wir nicht sein wollen", brachte Innenverteidiger Virgil van Dijk die Stimmung vor dem "Finalabend" auf den Punkt. Jürgen Klopp kennt diese Situation nur zu gut. Es liegt an ihm und seinem Team, dass sie diesmal als Sieger aus einem "Endspiel" hervorgehen.

Christian Schenzel

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