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Watzke: Schalke geht "bis an die Grenzen des Erlaubten"

07.12.2018 14:47
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke blickt auf das Revierderby gegen Schalke 04
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke blickt auf das Revierderby gegen Schalke 04

In der Tabelle trennen die Erzrivalen derzeit Welten. Doch selbst der enorme Vorsprung und die bisherige Dominanz kann den enteilten Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund vor dem Kräftemessen beim FC Schalke 04 nicht zu markigen Sprüchen verleiten.

"Es wird ein ganz enges Spiel, da muss man kein Prophet sein", betonte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor dem 153. Pflichtspielderby am Samstag in der Veltins-Arena. Dabei ist die Ausgangslage so klar wie selten zuvor.

Die nach 13 Spieltagen noch ungeschlagene Borussia geht mit 19 Punkten Vorsprung auf den abgestürzten Vizemeister in die prestigeträchtige Partie. So groß war der Abstand zwischen den Teams vor einem Hinrundenduell noch nie.

Auch aufgrund der Konstellation werden die Königsblauen alles daran setzen, drei Punkte aus dem Prestigeduell mitzunehmen. "Die Schalker werden bis an die Grenzen des Erlaubten gehen, auch körperlich", weiß Watzke, "darauf müssen wir gefasst sein."

Gleichwohl verweist BVB-Profi Marcel Schmelzer darauf, was wirklich über Sieg oder Niederlage entscheidet. "Es ist im Derby egal, welchen Platz die Mannschaften belegen. Es kommt in erster Linie darauf an, wie sehr man dieses Spiel gewinnen will."

Gefühlte 4:4-Niederlage sitzt beim BVB tief

Nicht zuletzt deshalb warnt Sportdirektor Michael Zorc: "Schalke hat die Möglichkeit, mit einem Spiel sehr viel wieder zurechtzurücken. Das müssen wir wissen." Noch frisch ist die Erinnerung an das letzte Duell Mitte April, als sich der BVB mit einem leidenschaftslosen Auftritt auf Schalke mit 0:2 abfertigen ließ.

Auch die gefühlte Niederlage beim legendären 4:4 nach 4:0-Halbzeitführung daheim ist der Borussia noch eine Mahnung. "Das verrückte Spiel ist leider auch noch sehr präsent. Bis vor kurzem waren es immer die erfolgreichen Derby-Momente, die ich in Erinnerung hatte. Seit dem letzten Jahr ist das ein bisschen in den Schatten gestellt worden", sagte Zorc.

Schalkes Trainer Domenico Tedesco ist in seinen beiden Treffen mit den Nachbarn noch unbesiegt. "Die Bilanz gefällt mir. Die würde ich gern nach Samstag noch mal so ziehen", sagte der 33-Jährige im Interview mit der "Funke Mediengruppe".

Immerhin hat sich seine Elf nach dem deprimierenden Start mit fünf Niederlagen in die Saison zurückgekämpft, wenn auch mit wenig glanzvollen Auftritten: Seit dem sechsten Spieltag holten nur vier Teams mehr Zähler als die Königsblauen (14).

Domenico Tedesco lobt den BVB

Nicht zuletzt deshalb sieht Tedesco "im Derby keinen Außenseiter und keinen Favoriten" und seine Elf keineswegs chancenlos. "Wir werden alles tun, um das Spiel erfolgreich zu gestalten. Und wenn wir darauf schauen, wie überwiegend stabil wir zuletzt waren, macht das auch Mut."

Anders als in früheren Zeiten halten sich die Protagonisten mit Sticheleien und Kampfansagen zurück. Die einst oft feindselige Atmosphäre ist geprägt von gegenseitigem Respekt. "Die Dortmunder machen das richtig gut", sagte Tedesco, der sogar die Einkaufspolitik des Rivalen lobte. "Man muss neidlos anerkennen, dass ihre Transfers top funktioniert haben. Sie haben einen tollen Saisonstart hingelegt, sind stark geblieben und finden in vielen Situationen die richtigen Lösungen."

Auch Sportvorstand Christian Heidel akzeptiert die derzeitige Dominanz des Gegners vor dem 93. Bundesliga-Duell und traut der Borussia den Titelgewinn zu. "Der BVB hat einen überragenden Lauf und die Frage wird sein, ob er sich auf diesem Top-Niveau stabilisiert. Dann wird es ganz schwierig für die Bayern."

Einsatz von Zagadou noch fraglich

Nichtsdestotrotz wäre es für Schalke eine Genugtuung, ausgerechnet im Derby den Siegeszug des BVB zu stoppen, ihm die mögliche Herbstmeisterschaft zu verderben und im eigenen Lager endgültig für einen Stimmungswandel zu sorgen. Dass der Rivale noch ungeschlagen ist, macht für Heidel einen zusätzlichen Reiz aus: "Wir hoffen, Dortmund die erste Niederlage beizubringen."

BVB-Coach Lucien Favre kann im Revierderby wohl sein bestes Team aufbieten, nur der Einsatz von Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou (Fußstauchung) ist fraglich. Sein Kollege Tedesco muss hingegen die vier Offensivkräfte Mark Uth, Breel Embolo, Franco Di Santo und Cedric Teuchert ersetzen. Die angeschlagenen Guido Burgstaller und Steven Skrybski dürften aber rechtzeitig fit werden.

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Tabelle

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Borussia DortmundBorussia DortmundDortmund21155154:233150
2Bayern MünchenBayern MünchenFC Bayern22153450:262448
3Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbach22134541:212043
4RB LeipzigRB LeipzigRB Leipzig22125541:192241
5VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburg22105735:30535
6Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurt2297640:271334
71899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheim2289544:321233
8Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusen21103837:32533
9Hertha BSCHertha BSCHertha BSC2288635:32332
10Werder BremenWerder BremenSV Werder2287737:33431
111. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 052276923:36-1327
12Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorf21741025:39-1425
13SC FreiburgSC FreiburgSC Freiburg2259829:37-824
14FC Schalke 04FC Schalke 04Schalke 0422651125:32-723
15FC AugsburgFC AugsburgAugsburg22461231:40-918
16VfB StuttgartVfB StuttgartVfB Stuttgart22431518:50-3215
17Hannover 96Hannover 96Hannover 9622351420:47-2714
181. FC Nürnberg1. FC NürnbergNürnberg21261317:46-2912
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