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Lesser tobt: "Das ist richtig kacke"

Deutsche Biathleten erleben Debakel bei Bö-Gala

07.12.2018 15:30
Benedikt Doll war beim Sprint in Pokljuka bester deutscher Biathlet
© getty, Alexander Hassenstein
Benedikt Doll war beim Sprint in Pokljuka bester deutscher Biathlet

Arnd Peiffer blickte erschöpft und ratlos auf die Anzeigetafel. Der frisch gebackene Vater wollte seine privaten Glücksgefühle unbedingt nutzen, in seiner Paradedisziplin für Furore sorgen - doch am Ende leuchtete hinter dem Namen des Sprint-Olympiasiegers nur die "30" auf. "Es hat irgendwie nicht geklappt, das Liegendschießen war ein bisschen frustrierend", sagte Peiffer nach dem Sprint beim Biathlon-Weltcup in Pokljuka.

Weil der 31-Jährige aus Clausthal-Zellerfeld im zweiten Rennen nach der Geburt seines ersten Kindes liegend gleich zweimal daneben schoss, war eine Spitzenplatzierung schon früh außer Reichweite. "Der erste Anschlag hat mir mein Ergebnis verhagelt", sagte Peiffer in der "ARD": "Die Laufform und das zweite Schießen waren allerdings gut."

Da im amtierenden Weltmeister Benedikt Doll auch der zweite Sprint-Experte im Lager des Deutschen Skiverbandes das Podest verfehlte - Doll belegte nach einem Schießfehler aber immerhin Rang fünf - gingen die DSV-Männer nach dem erfreulichen Auftakt im Einzel diesmal leer aus.

"Wenn man auf die Laufzeiten schaut, war es wohl okay. Es ging allerdings vom Gefühl her noch ein bisschen schwer und ich denke, dass mehr möglich gewesen wäre", sagte Doll, dem am Ende nur 16,4 Sekunden für eine Podestplatzierung fehlten.

Johannes Thingnes Bö nicht zu schlagen

Dort standen am Freitag andere: Der Sieg ging trotz einer Strafrunde an den Norweger Johannes Thingnes Bö, der in der vergangenen Saison im Gesamtweltcup knapp hinter Superstar Martin Fourcade (Frankreich) gelandet war. Bö lag im Ziel vor den fehlerfreien Antonin Guigonnat (Frankreich/+16,1) und Alexander Loginov (Russland/16,4).

Vor allem Peiffer hatte sich einiges für sein Lieblingsrennen ausgerechnet, die Motivation war nicht zuletzt wegen des enttäuschenden 52. Rangs im Einzel hoch. Zudem wusste Peiffer, dass er an einem guten Tag im Sprint immer gewinnen kann - er hatte schließlich sechs seiner acht Weltcup-Erfolge im kürzesten Rennen der Biathleten gefeiert.

In Pokljuka verhinderten aber auch falsche Reaktionen auf den Wind ein Spitzenresultat. "Als ich zum ersten Schießen kam, zeigte die Fahne nach links. Da habe ich dann zwei Rasten gedreht, was offenbar zu viel war", sagte Peiffer.

Lesser verärgert: "Das ist richtig kacke"

Die weiteren Deutschen landeten weit abgeschlagen noch hinter Peiffer. Simon Schempp (40.), Erik Lesser (44.), Philipp Horn (46.) und Johannes Kühn (48.) nehmen viel Rückstand mit in das Verfolgungsrennen.

Für Erik Lesser war der Sprint nach eigenem Bekunden ein richtiger Griff ins Klo. "Das ist richtig kacke", sagte der 30-Jährige nach seinem "peinlichen" Anfängerfehler gewohnt selbstkritisch.

Weil der Thüringer sein zweites Magazin nicht geladen hatte, musste er im Stehendschießen alle fünf Schuss per Hand nachladen. "Zum Glück habe ich immer fünf Zusatzpatronen dabei", meinte der seit geraumer Zeit von Rückenproblemen geplagte Frankenhainer.

Der erste Weltcup dieser Saison wird am Samstag mit dem Sprint der Frauen (ab 14:15 Uhr im Liveticker) fortgesetzt, ehe zum Abschluss am Sonntag noch die Verfolgungsrennen (ab 11:45 Uhr im Liveticker) anstehen.

 

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