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Die größten Sport-Highlights 2018: Platz 8

Rekordjäger Timo Boll im x-ten Frühling

25.12.2018 10:01
Timo Boll hat 2018 seinen x-ten Frühling erlebt
© getty, Matt Roberts
Timo Boll hat 2018 seinen x-ten Frühling erlebt

Frankreichs Sieg bei der Fußball-WM, ein olympisches Highlight, Deutschlands Tennis-Helden und andere herausragende Leistungen. Die sport.de-User haben ihre zehn größten Sportmomente 2018 gewählt. Platz 8 geht an Tischtennis-Altmeister Timo Boll.

Mit gerade einmal 21 Lenzen erstürmte Timo Boll im Januar 2003 erstmals die Spitze der Tischtennis-Weltrangliste. Mehr als 15 Jahre später, mit 36 Jahren und 356 Tagen, grüßte Boll im März 2018 erneut von Rang eins und sorgte damit für ein Novum in der Geschichte des Sports. Älter als Boll zuvor noch kein Spieler, dem dieses Kunststück gelang.

"Als Dimitrij Ovtcharov vor wenigen Tagen zu mir kam und meinte, ich sei im März wieder die Nummer 1 der Weltrangliste, glaubte ich zunächst an einen Scherz", kommentierte Deutschlands Vorzeigespieler seinen Coup.

"Ich glaube weiterhin, dass Ma Long, Fan Zhendong oder Ovtcharov die Besten sind, auch wenn der Computer etwas anderes sagt", erklärte Boll, der als Vielspieler vom neuen Weltranglisten-System profitierte, zudem bescheiden.

Dass sich der große alte Mann der Tischtennis-Szene längst nichts mehr beweisen muss, untermauert auch sein lockerer Umgang dem schnellen Verlust des Nummer-eins-Status wenige Wochen später. "Ich wusste, dass es nur ein kurzes Vergnügen sein würde. Ich habe es genossen, aber es macht mich nicht traurig, es nicht mehr zu sein", sagte Boll.

Rekorde pflastern das Tischtennis-Jahr von Timo Boll

Bolls muntere Rekordshow 2018 hatte damit aber noch längst kein Ende gefunden: Im September holte der Routinier überraschend sein siebtes Einzel-Gold bei einer EM und baute damit seine eigene Bestmarke aus.

Im Oktober erreichte Boll in Paris als ältester Spieler der Geschichte das Endspiel eines Weltcups. Boll verlor, holte jedoch seine achte Weltcup-Medaille - ebenfalls ein Rekord.

"Ich bin immer noch nervös vor jedem Spiel. Ich habe immer noch dieses Verlangen, zu spielen und zu gewinnen", so Boll nach seinem EM-Sieg. "Erfolg ist wichtig, aber wenn du keinen Spaß mehr am Spiel hast, dann ist es Zeit, aufzuhören. Ich werde aber noch eine Weile dabeibleiben."

Timo Boll "will nicht als Invalide aufhören"

Die Konkurrenz muss sich also darauf einstellen, dass der Deutsche die Tischtennis-Welt noch ein wenig aufmischt. Zumal Boll dem Ende seiner Laufbahn nicht unbedingt entgegen fiebert. 

"Ich habe höllisch Angst vor dem Moment", sagte der 37-Jährige im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". "Wenn ich daran denke, nun, ich will nicht sagen, dass mir da sofort die Tränen in die Augen schießen, aber es ist doch ein sehr mulmiges Gefühl."

Lediglich der Körper kann dem Hessen einen Strich durch die Rechnung machen. Er habe sich "ganz gut gehalten" und sei in der Lage, durch "Erfahrung, durch Taktik und die Platzierung der Bälle die brutalen Bewegungen" zu umgehen, erklärte Boll, gestand im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" jedoch ein: "Es wird vom Körper abhängen, den Spaß werde ich nicht verlieren. Mein Körper wird das Ende setzen. Quälen werde ich mich nicht. Ich will nicht als Invalide aufhören."

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