Anzeige

Wintersportler flüchten vor Plusgraden in den Norden

06.12.2018 11:22
So sehen aktuell die Pisten in Deutschland aus
© Patrick Seeger
So sehen aktuell die Pisten in Deutschland aus

Der Hang der Skisprungschanze im Schwarzwald sieht aus wie ein Schlachtfeld. Grüne und graue Flecken, Matsch, Dreck und ein Rest von Kunstschnee, mit dem die Anlage in Titisee-Neustadt für die große Weltcup-Sause für das Wochenende hätte präpariert werden sollen.

In dem Auslauf ist mit etwas Fantasie allerlei vorstellbar, zum Beispiel eine kleine Schlammschlacht oder eine rasante Fahrt mit dem Schlitten. Was absolut nicht möglich ist: drei Skisprung-Wettbewerbe auf der Hochfirstschanze. Schon am Vortag hatte der Weltverband FIS die Station deshalb ersatzlos aus dem Programm gestrichen.

"Da kann man nichts machen. Man muss sich in Zukunft noch mehr auf die Witterung einstellen", sagte Frauen-Bundestrainer Andreas Bauer der "Deutschen Presse-Agentur".

Für das Team um Katharina Althaus und Olympiasiegerin Carina Vogt hätte das Wochenende im Schwarzwald ein ganz besonderes werden sollen, erstmals waren Wettkämpfe von Männern und Frauen in Deutschland am selben Tag auf derselben Schanze angesetzt. "Für uns ist es doppelt schade", erklärte Bauer.

Auch der Deutsche Skiverbandund das emsige Organisations- und Arbeitsteam vor Ort bedauerten die Absage. "Wir haben alles versucht", sagte ein Sprecher. Doch den Wettstreit mit der Witterung konnten sie nicht gewinnen.

Dauerregen macht einen Strich durch die Rechnung

Am Montag hatten die Organisatoren noch das Schanzenteam, den Bauhof und "unser Tretkommando" für den Einsatz über das komplette vergangene Wochenende gelobt. Doch schnell war klar: Gegen tagelangen Dauerregen, dauerhafte Plusgrade und angesagte Windböen am Wochenende hilft alle Schneebelegung der Welt nichts.

"Das sind Herausforderungen, denen sich der Weltverband stellen muss", erklärte Bauer. Der populäre Wintermarkt Mitteleuropa lockt zwar die Zuschauermassen an, scheint aber immer mehr Probleme mit dem Klima zu haben.

Die Kombinierer und Skisprung-Frauen müssen nun nach Skandinavien, um auf der Schanze in Lillehammer zu trainieren. Auch Österreichs Skisprung-Männer um Stefan Kraft finden zu Hause derzeit nicht die gewünschten Bedingungen und fliegen drei Wochen vor dem Start der Vierschanzentournee ebenfalls nach Lillehammer.

Die DSV-Adler um Olympiasieger Andreas Wellinger ziehen nach stressigen Reisewochen die Regeneration vor und setzen ihre Vorbereitung an den heimischen Stützpunkten fort.

Matsch auch bei den Biathleten in Pokljuka

Die Skispringer im Schwarzwald sind mit ihrer Absage nicht alleine. Auch der Weltcup der Ski- und Snowboardcrosser im Montafon in Österreich kann nicht stattfinden, weil nicht genügend Schnee produziert werden konnte.

Aus demselben Grund wurden auch die alpinen Rennen im französischen Val d'Isère vorzeitig abgesagt. Andere Rennen werden verschoben oder verlegt, es drohen einige Ausfälle oder alternativ ein Termin-Durcheinander.

Und dort wo zuletzt gesprungen und gelaufen wurde, wie in Wisla, Kuusamo oder Lillehammer? Dort sind die Schanzen weiß und das komplette Umfeld grün. Auch bei den Biathleten im slowenischen Pokljuka prägen Matsch, Nebel und Restschnee das wenig winterliche Bild.

Wie besorgt die Veranstalter sind, zeigt der Langlauf-Weltcup in Dresden. Die Produktion von Kunstschnee in einem Hangar am Flughafen hat dort bereits begonnen. Die Rennen finden aber erst Mitte Januar statt.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Aktuelle Wintersport-Events

Herren
Slowenien
Planica
24.03.2019
HS 240 Einzel
10:00
Damen
Norwegen
Oslo
24.03.2019
12,5km Massenstart
13:45
Damen
Weltcup Finale
24.03.2019
10km Verfolgung Freistil
14:30
Herren
Weltcup Finale
24.03.2019
15km Verfolgung Freistil
15:45
Herren
Norwegen
Oslo
24.03.2019
15km Massenstart
16:30
Anzeige
Anzeige