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Ehemaliger Formel-1-Boss strapaziert Vergleich

Ecclestone holt aus: Vettel nicht wie Schumacher

05.12.2018 10:46
Bernie Ecclestone und Sebastian Vettel (re.) haben ein gutes Verhältnis zueinander
Bernie Ecclestone und Sebastian Vettel (re.) haben ein gutes Verhältnis zueinander

Bernie Ecclestone und Sebastian Vettel sind eigentlich gute Freunde. Noch heute treffen sich die beiden oft zu einer Partie Backgammon, wenn der ehemalige Formel-1-Boss mal zu Gast im Paddock ist. Das hält Ecclestone aber nicht davon ab, am Ferrari-Fahrer Kritik zu üben. So geschehen kürzlich in einem Interview mit der "Gazzetta dello Sport".

"Michael", strapaziert der 88-Jährige einen Vergleich mit Ferrari-Legende Michael Schumacher, "hat Ferrari auf seine Schultern genommen und das Team aus der Krise geführt. Er war ein Leader. Vettel ist nicht so."

Ecclestone glaubt, dass Vettel nicht die gleichen Führungsqualitäten wie Schumacher hat. Bei Red Bull sei er "geliebt" worden, als erster (und bislang einziger) Weltmeister des Teams, noch dazu als hauseigener Red-Bull-Junior. "Ich glaube, dass es bei Ferrari bislang nicht so war." Und weil er nicht gleichermaßen ins Team integriert ist, habe Vettel "seine Konzentration verloren".

Auch Vettels Sensibilität, zu erkennen zum Beispiel am tränenerstickten Funkspruch nach dem vielleicht WM-vorentscheidenden Ausfall beim Heimrennen in Hockenheim, findet Ecclestone "für einen Deutschen sonderbar. Er muss innerlich stärker sein und die Dinge mit mehr Ruhe betrachten."

Ecclestone: Vettel und Ferrari haben Fehler gemacht

Aber: "Er ist nicht am Ende. Er hat alle Möglichkeiten, um sich aufzuraffen und sich wiederzufinden", betont Ecclestone. Dass es mit dem WM-Titel nicht schon 2018 geklappt hat, verwundert den Briten. Ferrari habe schließlich über lange Strecken das beste Auto gehabt. "Ab einem gewissen Punkt", sagt Ecclestone, "hat sich das Team verloren. Vettel hat Fehler gemacht, das Team hat Fehler gemacht."

Auffällig ist ein zeitlicher Zusammenhang zwischen der Fehlerquote bei Ferrari und dem Tod von Präsident Sergio Marchionne am 25. Juli, nur drei Tage nach Vettels Malheur in Hockenheim. "Marchionne war ein Mensch, der Respekt einflößte. Seine Präsenz hätte dem Team mehr Zuversicht gegeben", stellt Ecclestone eine Vermutung in den Raum.

 

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