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Smedley über Schumis "Arroganz" und Vergleich zu Alonso

Smedley verrät: Schumacher war "der perfekte Manager"

03.12.2018 16:58
Rob Smedley (li.) glaubt, dass die meisten Menschen Michael Schumacher falsch einschätzen
Rob Smedley (li.) glaubt, dass die meisten Menschen Michael Schumacher falsch einschätzen

15 Jahre lang war Top-Ingenieur Rob Smedley eine der prägenden Figuren in der Boxengasse der Formel 1. Nach der Saison 2018 beendete der Brite sein Engagement bei Williams. Die Zeit in der Königsklasse wird Smedley so schnell nicht vergessen. Mitverantwortlich dafür ist Michael Schumacher, der bei dem 45-Jährigen einen bleibenden Eindruck hinterließ. 

Als Smedley 2003 zu Ferrari wechselte, wusste er sofort, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte. "Ich habe es geliebt. Ich habe sehr schnell gemerkt, auf was es in der Formel 1 ankommt", erklärte Smedley im Formel-1-Podcast "Beyond the Grid".

Worauf es wirklich ankommt, zeigte ihm vor allem Michael Schumacher, der damals bereits fünffacher Weltmeister war. "Es gibt zwei Sachen, die mich besonders beeindruckt haben. Heutzutage ist Professionalität für einen Fahrer ganz normal. Aber er [Schumacher] war einfach dieser unglaubliche Profi, von dem ich nie gedacht hätte, dass es ihn gibt", schwärmte Smedley vom Rekord-Weltmeister.

"Er beschäftigte sich mit jedem noch so kleinsten Detail. Das hat das Team weitergebracht. Er war eine der treibenden Kräfte. Jemand, der die Formel 1 gelebt, geatmet, geschlafen und gewonnen hat. Der Kerl war eine Gewinner-Maschine", erinnerte sich der Brite.

Schumacher arrogant? "Er war genau das Gegenteil"

Die Art und Weise, wie Schumacher auf das Team gewirkt hat, beschrieb Smedley wie folgt: "Ich würde Michael nie als jemanden beschreiben, der andere Leute getrieben hat. Er hat einfach nur den Maßstab für alle anderen Mitarbeiter gesetzt. Er hat gezeigt, wie hoch die Messlatte liegt. Und dann hat er erwartet, dass man versucht, Schritt zu halten. Wenn man so will, war er der perfekte Manager des Teams. Einer, der ganz zufällig auch Rennwagen unfassbar schnell fahren konnte."

Während Schumacher für viele Ausstehende durchaus überheblich daherkam, sah Smedley in der gemeinsamen Zeit einen völlig anderen Schumi. Die Einschätzung, dass der Deutsche arrogant gewesen ist, sei "eine Fehleinschätzung", stellte der Ingenieur klar. "Michael war genau das Gegenteil. Er war einerseits der Mann mit diesem ganzen Antrieb. Der Mann, der mehr Erfolge als jeder andere hatte. Aber er hatte so viel Demut. Es gibt keinen Menschen, der so gewillt war, das Team an erste Stelle zu stellen", lobte der Brite die Herangehensweise des Kerpeners. 

"Er wusste, dass das Team das Wichtigste war. Erst dann kam er. Es war eine Ehre für ihn, ein Teil davon zu sein. Selbst wenn das alles ohne ihn nie passiert wäre, hat er die Demut gehabt, uns an erste Stelle zu stellen", so Smedley, der verriet: "Nach keinem einzigen Rennen hat er es versäumt, durch die Garage zu gehen und jeder einzelnen Person die Hand zu schütteln und für ihren Einsatz zu danken. Selbst Leuten, die nicht an seinem Wagen gearbeitet haben. Er war einfach ein großartiger Typ."

Smedley: Das unterscheidet Schumacher von den anderen Fahrern 

Kein anderer Fahrer, mit dem er je zusammengearbeitet hat, sei jemals so komplett wie Schumacher gewesen, erklärte Smedley. "Ich habe mit Fahrern gearbeitet, die so schnell wie Michael waren. Es ist bekannt, dass Michael nicht immer der schnellste Fahrer war. Aber es geht in der Formel 1 nicht nur darum, einfach schnell zu sein. Jeder Fahrer hier kann das", ist der 45-Jährige überzeugt: "Aber er war konstant schnell. Er war mental stark. Er hatte massive Kapazitäten im Cockpit. Der einzige Fahrer, mit dem ich je zusammengearbeitet habe und der in die Nähe davon kommt, ist Fernando Alonso." 

Der große Unterschied zwischen Alonso und Schumacher ist in Smedleys Augen die Konstanz.: "Er [Schumacher] hatte nie einen schlechten Tag. Manchmal hoffte man, dass er mal einen schlechten Tag haben würde. Und dann geht er raus und dreht 20 Runden am Stück mit der Qualifying-Pace."

Als Schumacher die Scuderia Ferrari 2006 verließ, habe sich die Dynamik bei den Roten aus Maranello "total verändert", gestand Smedley, der dem Deutschen dafür nicht die Schuld gab: "Er wollte das nicht, aber es ist natürlich nicht mehr dasselbe, wenn er nicht mehr Tag für Tag im Auto sitzt."

 

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