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Richard Freitag stürzt im ersten Durchgang

Kobayashi unaufhaltsam, DSV-Adler fliegen hinterher

02.12.2018 18:26
Ryoyu Kobayashi hat sich in Russland seinen nächsten Sieg gesichert
Ryoyu Kobayashi hat sich in Russland seinen nächsten Sieg gesichert

Erst flog Hoffnungsträger Stephan Leyhe auf Rang vier, dann überzeugte Karl Geiger als Fünfter: Die "zweite Reihe" der deutschen Skispringer ist auch in Nischni Tagil für die schwächelnden Stars Andreas Wellinger und Richard Freitag in die Bresche gesprungen. Die weite Heimreise aus Russland trat das DSV-Team nach einem mäßigen Wochenende allerdings ohne die erhoffte Podestplatzierung an.

"Im Moment sind wir noch ein Stück weg vom Podium, bei keinem waren zwei Topsprünge dabei. Insgesamt sehe ich die Mannschaft aber als kompakt aufgestellt an", sagte Bundestrainer Werner Schuster im "ZDF". Die Siege auf dem Tramplin Stork gingen an Johann Andre Forfang (Norwegen) sowie Ryoyu Kobayashi. Für den Weltcup-Spitzenreiter aus Japan war es im fünften Wettkampf bereits der dritte Sieg.

Seinen aktuellen Status als deutsche Nummer eins unterstrich derweil Leyhe, dem am Samstag im zweiten Durchgang sogar der beste Sprung der gesamten Konkurrenz gelang. Einen Tag später musste sich der Willinger allerdings mit Rang 25 begnügen. "Leider ist es heute nicht ausgegangen. Aus den Fehlern muss ich lernen", sagte der 26-Jährige, der beim Saisonstart in Wisla Zweiter geworden war. Am Sonntag war auch Geiger, tags zuvor bereits guter Zehnter, "megahappy" über sein Ergebnis.

Lichtblick für Severin Freund, Freitag stürzt

Olympiasieger Wellinger musste sich dagegen mit zwei 13. Plätzen, der WM-Dritte Markus Eisenbichler mit den Rängen 32 und 10 begnügen. Immerhin: Rückkehrer Severin Freund, der 2014 und 2015 in Nischni Tagil gewonnen hatte, verbuchte als 22. das beste Ergebnis seit seiner Rückkehr. "Insgesamt sind wir heute im Mittelfeld stecken geblieben", sagte Schuster.

Ein Wochenende zum Vergessen erlebte der formschwache Freitag. Am Samstag verpasste der Vorjahressieger den zweiten Durchgang, am Sonntag stürzte er nach einem guten Sprung auf 129,0 m, weil sich seine Skienden bei der Landung überkreuzten. Freitag knallte mit dem Kopf in den Schnee, stand aber sofort wieder auf und trat zum zweiten Durchgang an.

"Alles gut. Ich teste derzeit wohl ein bisschen die Helme. Das war ein ähnlicher Fehler wie in Innsbruck", sagte der zuletzt formschwache Freitag mit einem gequälten Lächeln im "ZDF". Nach seinem letzten Sturz im Januar hatte er wegen einer Hüftverletzung die Vierschanzentournee abbrechen müssen.

"Schanze der Deutschen" war einmal

Insgesamt stand somit ein eher mittelmäßiges Ergebnis zu Buche. Dabei galt Nischni Tagil in der Vergangenheit als "Schanze der Deutschen": Freund (2014, 2015), Wellinger (2017) und Freitag (2017) hatten dort zuletzt Siege in Serie geholt. Diesmal hatte das DSV-Team aber mit dem Kampf um Siege nichts zu tun.

Für Leyhe, Geiger und Co. geht es am kommenden Wochenende mit dem ersten Heimweltcup der Saison weiter. In Titisee-Neustadt sind zudem auch die deutschen Frauen am Start, die am Sonntag in Lillehammer durch Katharina Althaus und Ramona Straub einen Doppelsieg feierten. "Wir hoffen, dass dort das Wetter mitspielt - und dass wir uns bis dahin gut erholen", sagte Schuster vor der Heimreise, die sein Team noch in der Nacht antrat.

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