Anzeige

DOSB bestreitet Probleme mit Geldern aus WM 2006

29.11.2018 18:17
Der DOSB bestreitet die Vorwürfe aus einem Medien-Bericht
Der DOSB bestreitet die Vorwürfe aus einem Medien-Bericht

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat die falsche Zuweisung einer Zahlung in Höhe von drei Millionen Euro aus dem Überschuss der Fußball-WM 2006 bestritten. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, dass das Geld, das eigentlich ausschließlich für den Anti-Doping-Kampf vorgesehen gewesen sein soll, für die Gründung der DOSB-eigenen "Stiftung Deutscher Sport" und letztlich vor allem für andere Zwecke verwendet worden sein soll.

"Gemäß aller vorliegenden Protokolle der DOSB-Präsidiumssitzungen" seien die drei Millionen aus dem Fußball-Lager damals "nicht zweckgebunden, sondern für die generelle Förderung des gemeinnützigen Sports" vorgesehen gewesen, teilte der DOSB am Donnerstag auf "SID"-Anfrage mit. 

Laut "SZ" hatte der damalige DFB-Präsident Theo Zwanziger bei einem Treffen des Präsidialausschusses des WM-OK-Aufsichtsrates, in dem auch der damalige DOSB-Präsident Thomas Bach saß, eine Verteilung von fünf Millionen Euro vorgeschlagen. Aus dem Anteil, der dem Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball Liga zustand, sollten eine Million an den Behindertensportverband, eine Million an die Stiftung Deutsche Sporthilfe und drei Millionen an den DOSB fließen. 

Der damalige Innenminister Wolfgang Schäuble antwortete laut Protokoll, das der SZ vorliegt, er begrüße die vorgeschlagenen Solidaritätsmaßnahmen, und er "thematisiert in diesem Zusammenhang die aktuellen wirtschaftlichen Probleme" der Nationalen Anti-Doping Agentur.

DOSB-Boss lobt noble Geste von DFB und DFL

Bach, heute Präsident des Internationalen Olympischen Komitees IOC, habe laut Protokoll "die vorgesehene Zuwendung für den DOSB als eine sehr noble Geste von DFB und DFL" erachtet und erwarte eine sehr wohlwollende Aufnahme innerhalb des Sports. "Herr Dr. Bach weist in diesem Zusammenhang auf die Priorität des DOSB im Kampf gegen Doping im Sport hin und erläutert, dass die gewährten Mittel jeweils in dahingehende sinnvolle gesonderte Projekte investiert werden sollen", hieß es weiter. 

Nach diesen Worten habe das Gremium einen "Beschluss" gefasst: Der OK-Präsidialausschuss nehme die "vorgetragenen Informationen (...) zur vorgesehenen Mittelverwendung zur Kenntnis". Laut SZ kamen aus der "Stiftung Deutscher Sport" im Laufe der Jahre lediglich 310.000 Euro dem Anti-Doping-Kampf beziehungsweise der NADA zugute.

"Die Stiftung Deutscher Sport hat über mehr als ein Jahrzehnt zahlreiche Projekte, unter anderem im Bereich des Antidopingkampfes, unterstützt und wird dies im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch künftig tun", teilte der DOSB am Donnerstag mit: "Die jährlichen Prüfungen durch das Finanzamt und die Stiftungsbehörde sind ausnahmslos ohne jegliche Beanstandung geblieben."

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige