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Warten auf Dahlmeier: Comeback nur schrittweise

28.11.2018 11:58
Laura Dahlmeier wird den Weltcup-Auftakt wohl verpassen
© getty, Matthias Hangst
Laura Dahlmeier wird den Weltcup-Auftakt wohl verpassen

Wenn die Skijäger am Sonntag in die neue Saison starten, wird Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier wohl nur zuschauen. Die 25-Jährige befindet sich im Aufbautraining - es wäre nicht ihr erster Ausfall zu Saisonbeginn.

Laura Dahlmeier liebt die Geschwindigkeit, vor allem sportlich kann es der Königin der Biathleten nie schnell genug gehen. "Better to be fast" lautet unter den zahlreichen Bildern in den Sozialen Medien deshalb schon seit jeher ihre Kennzeichnung, die auch nur in Ausnahmefällen verändert wird oder komplett fehlt.

Unlängst war dies jedoch tatsächlich einmal der Fall - und für die Überfliegerin hieß es plötzlich nur noch "Step by Step".

Schritt für Schritt also ging es nur voran für Dahlmeier, die sich im vergangenen Februar mit zwei Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang den letzten sportlichen Traum erfüllt hatte. Wegen eines geschwächten Immunsystems hatte die 25-Jährige eine Zwangspause einlegen müssen, noch immer befindet sich Dahlmeier im Aufbautraining.

Ob sie beim Weltcup-Auftakt im slowenischen Pokljuka an diesem Wochenende deshalb dabei sein kann, ist mehr als fraglich. Der Deutsche Skiverband muss seine Entscheidung offiziell noch kommunizieren.

Vermutlich werden die Verantwortlichen aber den Plan verfolgen, Dahlmeier zu einem späteren Zeitpunkt im Dezember, vielleicht sogar auch erst im Januar, in die Loipe zu schicken. Dahlmeier würde dann zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren die ersten Rennen verpassen.

"Große Leere" nach Olympischen Spielen

"Wir brauchen Laura in einer Verfassung, in der sie voll bereit ist und ihre Top-Leistung abrufen kann", sagte Bundestrainer Mark Kirchner. Zuvor hatte schon der verantwortliche Frauen-Coach Kristian Mehringer der "Sport Bild" erklärt, dass Dahlmeier erst angreift, "wenn sie konkurrenzfähig ist. Sie soll nicht als 48. zurückkehren."

Dann nämlich wäre der Aufschrei wieder groß, vermutlich würde sofort an der Motivation der siebenmaligen Weltmeisterin gezweifelt werden. Ungeachtet der Tatsache, dass Dahlmeier im Frühjahr nach ein paar Wochen Bedenkzeit selbst betont hatte, "das Feuer" wieder zu spüren.

"Nach Olympia war tatsächlich die Luft raus, ich hatte eine große Leere gespürt", sagte Dahlmeier bei einer ihrer zahlreichen Bergtouren der "ARD". Dort, im Hochgebirge, das sie als "Kraftquelle" bezeichnet und deshalb immer wieder aufsucht, hatte sie aber gemerkt, "dass das Sporteln super viel Spaß macht. Und wenn man die Begeisterung für sich gefunden hat, wäre es sehr schade, wenn man die nicht nutzt."

Dahlmeier peilt Gold im Sprint an

Zumal Dahlmeier noch immer ambitionierte Ziele verfolgt. Bei den Weltmeisterschaften im kommenden März in Östersund/Schweden will sie unbedingt die Goldmedaille im Sprint gewinnen, die in ihrer üppigen Sammlung noch fehlt.

"Das wäre der Wahnsinn, wenn ich das erreichen kann", sagte Dahlmeier: "Dafür trainiere ich." Zuletzt tat sie das nicht mit dem deutschen A-Kader im Trainingslager in Sjusjoen, sondern abgeschieden von der Öffentlichkeit mit ihrer Heimgruppe in Obertilliach.

Dass Dahlmeier im Weltcup-Team vermisst wird, daraus macht Kirchner keinen Hehl. "Gerade auf die Leistung und die Erfolgsquote bezogen, wäre ihr Fehlen im Weltcup schlecht", sagte der 48-Jährige: "Allerdings ist das auch eine Chance und Bewährungsprobe für die anderen Frauen."

Und irgendwann kehrt Dahlmeier ja zurück. Ganz bestimmt.